Verzicht auf Weihnachten in Familie

Handball, 2. Bundesliga: EHV-Trainer bleibt in Aue

Aue.

Mit Blick auf den Kader konnte Runar Sigtryggsson beim TuS Nettelstedt-Lübbecke an diesem Mittwoch aus den Vollen schöpfen. Bis auf zwei Langzeitverletzte standen ihm in der Nachholpartie alle Spieler zur Verfügung. Dennoch blieb für Handball-Zweitligist EHV Aue in der vierten Partie binnen elf Tagen eine Überraschung aus. Die Erzgebirger verloren 24:28 (11:12).

Wobei die Gäste Paroli boten, wie es TuS-Trainer Emir Kurtagic dank Aues "kämpferischer Grundmentalität" auch erwartet hatte. Doch zu oft vereitelte ein überragender Aljosa Rezar mit seinen 15 Paraden die Angriffe des EHV. Hinzu kam eine gewisse Fahrigkeit der Gäste, die in den Abschlüssen zu unkonzentriert agierten. Nach dem 1:1 (2.) verlor Aue den Faden, lag 2:6 (8.) hinten und kam bis zur Pause auf 11:12 heran. Nach Wiederbeginn gelang Kevin Roch der Ausgleich. Doch mit zwei 3:0-Läufen - auf 15:12 (34.) und auf 27:22 (57.) - ließ der Favorit keine Zweifel zu, wer als Sieger vom Parkett geht. Aues beste Werfer: Adrian Kammlodt und Bengt Bornhorn mit je fünf Toren.

Runar Sigtryggsson, der Chefcoach Stephan Swat bis zu dessen Genesung vertritt, hat dennoch Redebedarf. "Aber die Jungs halten zusammen, lassen sich durch nichts umhauen", sagte er im Interview. Seine "Amtshilfe" war bis Weihnachten geplant. "Nun dauert sie länger." Weil er in Aue als Trainer von 2012 bis 2016 eine schöne Zeit hatte, sei er sofort eingesprungen. "Ich will helfen." Dafür verzichtet er sogar auf Weihnachten in Familie. "Leicht ist das nicht", gesteht der Isländer. Seine Frau arbeite als Lehrerin. Die beiden großen Söhne spielen 1. Liga, seine Tochter besucht die 9. Klasse. In seiner Heimat ging vor wenigen Tagen ein harter Lockdown zu Ende. Für zwei Monate stand fast alles still. "Jetzt ist die Lage im Griff. Vorerst." Im Erzgebirge indes bereiten hohe Fallzahlen große Sorgen. "In Island steht gefühlt an jeder Tür ein Desinfektionsmittel", so Sigtryggsson. Hier sei das anders. "Teils ein bisschen lasch." Er hoffe, dass alles ins Lot kommt - und setzt sich zum Ziel, dass "Stephan seine Mannschaft sorgenfrei wieder übernehmen kann". Bis dahin dauert es.

Die nächste Aufgabe indes wartet diesen Sonntag auf den EHV, wenn er als Siebenter ab 13 Uhr beim fünftplatzierten VfL Lübeck-Schwartau ran muss. Danach folgen bis Jahresende drei Duelle - zuhause gegen Fürstenfeldbruck (23. 12.), in Emsdetten (26. 12.) und daheim gegen Hamm (29. 12.). (ane)

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