Viele Hände, erfolgreiches Ende

Der EHV Aue hat in der 2.Bundesliga beim TuS Ferndorf 26:23 (12:14) gewonnen. Coach Swat tauschte seine Handballer munter durch und wurde am Ende dafür belohnt.

Aue.

Ist das der neue Luxus beim EHV Aue in der 2. Handball-Bundesliga? Schwächelt die Startformation, kann Trainer Stephan Swat auf der Bank aus dem Vollen schöpfen. Und wenn diese Alternativen dann auch noch zünden, ist der Erfolg perfekt. Beim Auswärtsspiel des EHV Aue in Ferndorf war es so.

Die 436 Zuschauer in der damit ausverkauften Halle erlebten in den ersten 30 Minuten eine eher mäßige Partie. "Ich war höchst unzufrieden, weil wir absolut schlecht gespielt haben", sagte der EHV-Trainer. Sein Team konnte in dieser Phase des Spiels nicht einmal in Führung gehen. Trotz des mäßigen Auftritts lagen die Erzgebirger in der 1. Halbzeit aber nur mit zwei Toren zurück. Genau dort sah Swat die Chance: "Wenn man so schlecht spielt und trotzdem nur mit zwei Toren hinten ist, dann weiß ich einfach, dass noch etwas geht."

Also fand er in der Kabine klare Worte und wechselte unter anderem den Mann im Kasten. Nachdem am ersten Spieltag Neuverpflichtung Sveinbjörn Pétursson einschlug und entscheidenden Anteil am Sieg gegen die Wölfe aus Rimpar hatte, fehlte in der ersten halben Stunde in Ferndorf die starke Torwartleistung. Nach der Halbzeitpause lief Anadin Suljakovi´c im Tor der Auer zur Höchstform auf. "Wir haben dann nur noch neun Treffer zugelassen", freute sich Swat und analysierte: "Das war auch die Basis für den Sieg in Ferndorf." Swat hatte den Eindruck, dass die Hausherren den Vergleich des EHV Aue mit den Wölfe genau analysiert hatten. So gelang es den Gastgebern, das Kreisläuferspiel mit Bengt Bornhorn zuzumachen. Bornhorn wurde regelrecht ausgeschaltet. Ihm gelangen deshalb nur drei Treffer in diesem ersten Auswärtsspiel nach mehr als einem halben Jahr Corona-Zwangspause. "Wenn sich so etwas zeigt, ist es wichtig, dass es Alternativen gibt", sagte Swat und freute sich über die Quantität der Mannschaft. "Natürlich hoffe ich, dass die Breite zu unserem echten Vorteil wird." Allerdings sei es zu zeitig, das genau zu bewerten.

In Bestform präsentierte sich am Samstagabend auch Sebastian Paraschiv: Sieben Buden gingen auf sein Konto. "Er hat in der Abwehr wichtige Ballgewinne erzielt und wichtige Tore im Konterbereich gemacht", so Swat. "Goncalo Ribeiro hatte dagegen nicht den glücklichsten Tag." Doch Paraschiv konnte dies wunderbar kompensieren. "So wünscht sich das ein Trainer, dass die Wechsel greifen. Die Leute, die nicht in der Startsieben standen, konnten dann die wichtigen Akzente setzen." Durch den zweiten Sieg steht Aue aktuell auf dem 2. Tabellenplatz. "Eine schöne Momentaufnahme - klar nehmen wir das gern mit", so Swat.

Kritisch hingegen ist sein Blick auf die Entwicklung der Corona-Pandemie auch im Erzgebirgskreis. Die hohen Inzidenzzahlen könnten auch zu Veränderungen in der Erzgebirgshalle führen, wo am Freitag, 19 Uhr, das Spiel gegen Hamburg ansteht. "Ich verstehe die Leute nicht, die sich den Maßnahmen widersetzen. Das macht mich nicht nur traurig, sondern auch ärgerlich. Da hängen in so vielen Bereichen Existenzen dran", sagte Swat.

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