Vier Aufstiege auf einen Streich

Freud und Leid liegen in der Tischtennis-Familie des 1. TTV Schwarzenberg derzeit eng beisammen. Der Verein mit sechs Teams im Spielbetrieb der Erwachsenen verbucht große Erfolge, beklagt aber auch den Verlust eines Urgesteins.

Schwarzenberg.

Den Meistertitel der sechsten Mannschaft und alle vier Aufstiege der wegen Corona vorzeitig beendeten Saison widmet die Tischtennis-Familie des 1. TTV Schwarzenberg einem langjährigen Sportfreund, der vor wenigen Wochen gestorben ist: Lutz Stiefler. Er war zuletzt Mannschaftsleiter von Schwarzenberg VI.

Das Team stieg als ungeschlagener Meister in die 4. Kreisklasse auf und verstärkte sich mit vier Neuen. Den Durchmarsch in die 3. Kreisklasse gab Lutz Stiefler als Ziel aus. Die hohen Erwartungen erfüllten sich zunächst. Erst nach vier Siegen ging beim 7:7 gegen Johanngeorgenstadt der erste Zähler flöten. Danach sicherte sich das Team mit Erfolgen gegen Eibenstock, Wildbach und Schneeberg sowie dem 8:6 gegen Mitfavorit Grünhain III die Herbstmeisterschaft. Kurz darauf erlitt Lutz Stiefler einen Schlaganfall. Reinhard Fleischer, mit dem er im Oktober einen Tag nach seinem 71. Geburtstag sein letztes Doppel gespielt hatte, übernahm das Amt des Teamleiters. In der Rückrunde steuerten Jugendspieler Tobias Löffler und der 75-jährige Routinier Dieter Neubert wichtige Zähler bei, ehe kurz vor Saisonabbruch die für alle traurige Nachricht vom Tod ihres Sportfreunds Lutz Stiefler eintraf.

Sportlich am wertvollsten ist der Sprung der Ersten von der Sachsen- in die Mitteldeutsche Oberliga. Fast komplett neu besetzt, strebte das Team einen Platz unter den drei Besten an. "Es ging holprig los", so Spieler Lennart Bergauer. Vor allem in den Doppeln funkte es nicht. "Doch wir steigerten und fanden uns." Als stärkste Paare der Liga erwiesen sich Jan Polansky und Marek Vojtek sowie Miroslav Cervený und Steffen Meier-Knietzsch. Ein Verlust war zum Ende der Hinrunde der Weggang von Leon Schubert. Mit Jiri Stribrsky aus Grumbach fand sich aber rasch ein guter Ersatz. Das Schlüsselspiel gegen Elbe Dresden entschieden die Schwarzenberger für sich und verteidigten den 2. Platz wacker. Das Duell mit Spitzenreiter Lugau verhinderte die Corona-Krise. Dennoch sind die Erzgebirger nun nach fünf Jahren in der Oberliga zurück, wenngleich ein bitterer Beigeschmack bleibe. Realistisch betrachtet lag die Chance auf den Aufstieg laut Verein unter 50 Prozent.

Die zweite Mannschaft schloss die Bezirksklasse-Saison auf Platz 1 (27:3 Punkte) ab und steigt damit in die 2. Bezirksliga auf. Meist hohe Siege zu Beginn waren vielversprechend, ehe krankheitsbedingte Ausfälle die Euphorie dämpften. Ersatzleute aus der Dritten halfen nach Kräften. So ging es stetig aufwärts.

Eine solide Leistung rief in der stark besetzten Kreisliga Schwarzenberg III mit Platz 5 ab. Ähnlich lief es für die "Vierte": Nach dem starken Premierenjahr in der 1. Kreisklasse 2018/19 und Rang 4, wurde es jetzt trotz leicht geschwächtem Kader zumindest Platz 5. Stets alle vier Stammspieler an Deck zu haben, gelang nicht immer. Doch die Ersatzspieler Bennet Junghanns, Reinhard Fleischer und Ekkehardt Bergauer unterstützten die Truppe. Sie war nach einem fulminanten Start mit fünf Siegen und einem Remis zwischenzeitlich sogar Spitzenreiter. Allerdings folgten drei Niederlagen. In der Rückrunde gab es noch drei Siege und zwei Auswärtspleiten, ehe der Saisonabbruch am 13. März den Schlusspunkt setzte. Mehr wäre durchaus drin gewesen, wenngleich das Team letztlich auch mit Rang 5 zufrieden ist.

Nach dem Aufstieg in die 3. Kreisklasse stand für Schwarzenberg V eigentlich der Klassenerhalt obenan. Jetzt aber steigt auch dieses Team des 1. TTV auf - mit viel Glück. Ohne Maurice Herzog und Martin Fehrmann, der sich für das vierte Team empfahl, gab es zu Beginn nach vier Siegen am 5. Spieltag die erste Pleite. Trotzdem führten die Erzgebirger um den jungen Leistungsträger Bennet Junghanns bei Halbzeit die Tabelle an. In der Rückrunde setzte es Niederlagen gegen Johanngeorgenstadt und Bernsbach. Auch das Spitzenspiel gegen Bermsgrün verlor der 1. TTV. Einige knifflige Duelle standen noch bevor, ehe Corona alles zunichte machte und zum unverhofften Aufstieg verhalf.

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