Vom Büro zurück an die Loipe

Sachsen hat einen neuen Landestrainer Skilanglauf: Benjamin Seifert. Er kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück.

Oberwiesenthal.

Im Skilanglauf hat sich das Personal eingeruckelt. Nachdem Janko Neuber zum Disziplinverantwortlichen am Fichtelberg, Lars Lehmann zum Bundestrainer und René Sommerfeldt zum Chefwachser des Deutschen Skiverbandes ernannt worden waren, ist nun auch die vakante Stelle des Landestrainers wieder besetzt. Für Lehmann ist Benjamin Seifert nachgerückt.

Seifert kennt sich aus in Oberwiesenthal, war zwölf Jahre lang Leistungssportler am Stützpunkt, ist siebenfacher Deutscher Meister. Mit Rang 3 - als Mitglied der deutschen Staffel mit Teichmann, Sommerfeldt und Angerer - schaffte er es 2006 in La Clusaz zudem einmal aufs Weltcuppodest. "Mal sehen, was genau auf mich zukommt", sagt der Trainer ohne Trainingsgruppe. Denn er arbeitet in übergeordneter Funktion, muss eher anleiten als selbst an den Langlaufstrecken stehen.

Nach seiner aktiven Phase hat der Vogtländer zunächst in andere Spuren gefunden. "Ich habe im Wirtschaftssegment studiert", sagt der 36-Jährige. Offiziell darf er sich "Master of Science in Business and Economics" nennen, nachdem er 2016 die Spezialisierungsrichtung "Strategie Marketing Management" an der Universität Uppsala erfolgreich beendet hatte. Deshalb spricht Seifert auch perfekt Schwedisch, zudem Englisch. Zuletzt aber hat er beim Internationalen Skiverband FIS in der Schweiz gearbeitet, sich dort um Sponsorenangelegenheiten für Skilanglaufweltcups gekümmert. Viel Bürokram. Zieht es ihn deshalb zurück nach Sachsen?

"In der Schweiz bin ich nicht heimisch geworden, Schweden hätte mir schon eher zugesagt. Ich mag dieses Naturverbundene", betont der junge Mann. Außerdem reizt ihn, dass er einerseits in seine alte Heimat zurückkehren und sich andererseits weiterbilden kann. "Der Skiverband wird mich zu Lizenzierungslehrgängen der verschiedenen Stufen schicken. Und einiges an Erfahrung kann ich im Skilanglauf ja auch einbringen", betont der neue Landestrainer.

Er trägt aber nun bereits die Verantwortung für das Team Sachsen, speziell für die besten 10- bis 15-Jährigen. "Hauptsächlich werde ich mit den Sportlern bei Lehrgängen am Kottmar, in Geyer, Oberwiesenthal, Klingenthal und Gottesgab arbeiten. Wichtig ist dabei, die Besten für einen Wechsel an die Sportschulen in Oberwiesenthal und Klingenthal zu begeistern. Dieses Ziel werde ich gemeinsam mit den Regionalverantwortlichen wie Bianca Hochfelner und Nick Fritzsch angehen", erklärt der gebürtige Rodewischer, der in Klingenthal sein Abitur abgelegt hat. Seifert beschreibt sich als ehrgeizig, zielstrebig und einen, der seine Grenzen auszuloten versucht. So beim legendären Wasalauf in Schweden über 90 Kilometer, den er 2011 als 33. in der klassischen Technik beendete. "Für den Leistungssport nötige Charaktereigenschaften werde ich Mädchen und Jungen mitzugeben versuchen. Das Wichtigste ist aber, die Freude am Sporttreiben zu schüren", sagt Seifert.

Zunächst aber muss er sich hineinfuchsen, die Vereinsvertreter und deren Bedingungen kennenlernen, mit den Übungsleitern reden, in den Regionalausschüssen von der Lausitz übers Erzgebirge bis ins Vogtland für seine Vorhaben werben. Nicht alles wird sofort umsetzbar sein, zunächst stehen die Wettkämpfe des Winters im Fokus - egal, ob Deutscher Schüler-Cup, Deutschland- oder Sachsenpokal.

Als ganz wichtig empfindet Benjamin Seifert, dass die Vereine nicht gegen-, sondern miteinander arbeiten. Dafür wird er werben. "Und im Frühjahr und Sommer, wenn etwas mehr Luft ist, werde ich sicherlich eine Rundreise starten."

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