Vor WM-Pause wächst Enttäuschung

Handball-Zweitligist Aue ist nach dem straffen Dezember-Programm im letzten Spiel des alten Jahres sprichwörtlich die Puste ausgegangen. Gegen Hamm-Westfalen hieß es zuhause 26:26 (14:10).

Lößnitz.

Elf Minuten und fünf Sekunden waren schon gespielt, ehe die Gäste den Auer Torhüter das erste Mal überwinden konnten. Kreisläufer Jan Brosch netzte da zum 1:7 für den ASV Hamm-Westfalen ein. Bis dahin lief bei den Gastgebern von Handball-Zweitligist EHV Aue im letzten Spiel des alten Jahres in der Lößnitzer Erzgebirgshalle alles rund. Doch am Ende sollten sich zwei Tage vor Silvester alle verwundert die Augen reiben: Nach der Schlusssirene stand ein 26:26 auf der Anzeigetafel - trotz einer zwischenzeitlichen Neun-Tore-Führung und einem 14:10 zur Pause aus Gastgebersicht.

Was war bloß los? Eine Frage, auf die auch Interimscoach Runar Sigtryggsson keine Antwort hatte. Kurz vor der Rückreise nach Island und der vierwöchigen Spielpause aufgrund der Handball-Weltmeisterschaft zeigte er sich bitter enttäuscht. Der Vorsprung sei zu schnell verspielt worden. "Das müssen wir ändern", sagte er und übte sich wie EHV-Manager Rüdiger Jurke in Galgenhumor, als er hinzufügte: "Besser ein Punkt als kein Punkt."

Wirklich so locker nahm es beim EHV aber keiner. Die Mannschaft wurmte der vermurkste Spielverlauf sichtlich. Nach dem straffen Dezember-Programm mit sieben Partien und einer 600 Kilometer langen Weihnachtsfahrt nach Emsdetten für umsonst stand die Enttäuschung allen ins Gesicht geschrieben. Das letzte Spiel im Corona-Jahr wollten die Auer gewinnen. Das zeigten sie eingangs, als sie locker auf 7:0 (10.) und 9:1 (15.) davonzogen. Arnar Birkir Hálfdánsson erzielte gar das 11:2 (16.). Jedoch schlossen sich vier erfolglose Angriffe bei drei Gegentoren an, ehe Kapitän Kevin Roch das 12:5 (22.) gelang. Schleichend kamen die Gäste zurück und hatten bis zur Pause auf 10:14 verkürzt.

Wobei die Auer Stammbesetzung mit Bengt Bornhorn, Maximilian Lux, Roch, Adrian Kammlodt, Hálfdánsson und Sebastian Paraschiv auf zwei starke Keeper bauen konnte. Sowohl Sveinbjörn Petursson als auch Anadin Suljakovic machten ihre Sache super. Um die Basisformation auf dem Parkett zu entlasten, gab es in der zweiten Halbzeit Wechsel, die aber nicht zündeten. Hamm indes holte über 13:16 (35.) und 16:17 (42.) bedrohlich auf, während fünf EHV-Angriffe in Folge verpufften. Unter anderem wegen offensiver Deckung des Mittelmanns. Durch Brosch glichen die Gäste in der 48. Minute schließlich das erste Mal aus (19:19), was Suljakovic zuvor zweimal stark verhindert hatte.

Zwar setzte sich Aue nochmals auf zwei Tore ab, doch der ASV biss sich fest und die EHV-Stammbesetzung, die inzwischen wieder auf dem Parkett stand, ging zusehends die Kraft aus. Das wohl wichtigste EHV-Tor in diesem Herzschlagfinale gelang elf Sekunden vor Schluss mit Arnar Birkir Hálfdánsson Aues bestem Werfer. Sein zehnter Treffer war zugleich das 26:25, das letztlich wenigstens den einen Punkt sicherte. Denn erneut Hamms Brosch nutzte die verbliebenen Sekunden noch für das 26:26 und den Endstand, der zumindest für Aue einen bitteren Beigeschmack hat.

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