Wenn aus Frust Freude wird

Als wäre der Abstieg aus der Erzgebirgsliga nicht schon bitter genug gewesen, kassierten die Deutschneudorfer Fußballer im Sommer auch noch eine schmerzliche Pleite im Pokalfinale. Umso größer ist ihre Motivation, in der neuen Kreisliga-Saison sofort den Wiederaufstieg zu schaffen.

Deutschneudorf.

Es ist keine zehn Wochen her, da waren die Fußballer des SV Blau-Weiß Deutschneudorf am Boden zerstört. Am letzten Spieltag der Erzgebirgsliga fehlte ihnen beim 1:1 in Pockau ein einziges Tor, um das rettende Ufer zu erreichen. Dann verlor das Team auch noch das Erzgebirgspokalfinale auf dramatische Weise. Mit einem Tor in der Nachspielzeit retteten sich die Blau-Weißen in die Verlängerung, um gegen Crottendorf letztlich doch im Elfmeterschießen den Kürzeren zu ziehen. "Das war bitter. Aber mittlerweile sind die Emotionen ins Gegenteil umgeschlagen", sagt Trainer Olaf Mehnert, der eine "Aufbruchstimmung" ausgemacht hat.

Dass die Mannschaft nach solch frustrierenden Erlebnissen so schnell die Freude am Fußball wieder gewonnen hat, liegt auch an der personellen Situation. Musste sich Mehnert in der vergangenen Saison oftmals darum sorgen, überhaupt elf Spieler auf den Rasen schicken zu können, so hat er nun die Qual der Wahl. Zwei tschechische Zugänge erhielten bereits kurz vor Ende der abgelaufenen Saison ihr Spielrecht. Zwei Ex-Olbernhauer sowie vier Talente aus dem eigenen Nachwuchsbereich erhöhen nun die Zahl an Alternativen. "Zumal ja einige Spieler wieder zur Verfügung stehen, die lange verletzt waren", wie Mehnert betont. Da er in jeder Übungseinheit 15 bis 20 Spieler dabei hatte, lief die Vorbereitung inklusive Trainingslager optimal. Der Kader und die Einstellung lassen für den Trainer nur ein Ziel zu: "Wir wollen wieder hoch. Das ist unser Anspruch."

Allerdings hat bereits der erste Spieltag gezeigt, dass das Unternehmen Wiederaufstieg kein Selbstläufer wird. Beim 3:3 gegen seinen Ex-Verein BSG Motor Zschopau gaben die Blau-Weißen gleich dreimal eine Führung aus der Hand. Per direktem Freistoß folgte stets die Antwort durch Steve Schüler, was Mehnert aber nicht von seinen Ambitionen abweichen lässt. Er zählt die defensiv kompakt stehenden Zschopauer ohnehin zu den ärgsten Konkurren- ten im Kampf um den Staffelsieg - genau wie den TSV Geyer. Der Vizemeister brachte es in der vergangenen Saison nicht umsonst auf beeindruckende 87 Tore in 26 Partien. Ambitionen im Medaillenkampf dürften zudem der Vorjahresdritte SV Neudorf sowie der TSV Grün-Weiß Mildenau (4.) hegen. Ebenso viel Spannung verspricht der Abstiegskampf, da die Kreisliga Ost nach Ansicht vieler Trainer diesmal ausgeglichener ist als letztes Jahr.

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