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"Wir sind in den Herzen der Menschen"

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Vor 100 Jahren hat sich in Neudorf erstmals eine Fußballmannschaft gegründet. Bis heute ist der Verein ein wichtiger Teil der Dorfgemeinschaft.

Neudorf.

Große Feste haben in den vergangenen Monaten Seltenheitswert besessen, und auch diverse Jubiläumsfeiern von Sportvereinen sind der Pandemie zum Opfer gefallen. Etwas mehr Glück hatte der SV Neudorf, der am Wochenende mit einem großen Fest "100 Jahre Fußball in Neudorf" gefeiert hat.

Bereits am Donnerstag begannen die Feierlichkeiten für geladene Gäste. Diverse Ehrungen wurden verteilt, zudem die zwölf Tafeln vorgestellt, die jedem Besucher in den Räumlichkeiten des SVN die Geschichte des Vereins ausführlich erläutert. Auch sonst stellten die Organisatoren um Jens Benedict einiges für jung und alt auf die Beine: Spiele der Nachwuchskicker und Herrenteams, ein Freizeitpokal für Neudorfer Betriebe, Livemusik, Festzelt, Hüpfburg - für jeden Geschmack bot sich ein passendes Programm. "Dass sich die Kraftanstrengung gelohnt hat, zeigt das ausnahmslos positive Feedback, das wir bekommen haben", so Benedict.

Ein umfangreiches Programm angesichts gerade einmal drei Wochen Planungszeit. "Der Termin steht zwar schon seit anderthalb Jahren, aber vieles war lange ungewiss", erklärt Benedict, der bis zur Sommerpause selbst noch im Kasten des Kreisligisten stand, nun aber kürzer tritt. "Aber wir hatten sehr viel Unterstützung im Verein und auch im Dorf." So haben auch die Feuerwehr und der Schützenverein eine tragende Rolle bei der Arbeitsaufteilung gespielt. Die behördlichen Vorgaben seien sogar übertroffen worden, wie Benedict erklärt. "Das ganze Gelände wurde eingezäunt, es gab eine Kontakterfassung und wir haben die Teilnehmerzahl so begrenzt, dass immer der Mindestabstand eingehalten werden konnte." Sicher ist sicher, nichts sollte die Party noch auf den letzten Drücker verhindern, die ohne die Hilfe von rund 100 Freiwilligen nie über die Bühne gegangen wäre. "Das zeigt, dass das Vereinsleben funktioniert", freut sich Jens Benedict. "Ohne die Menschen wären wir immer noch nicht weiter als bei der Planung."

Beim Blick auf die Vergangenheit des zu DDR-Zeiten als SG Neudorf, BSG Wismut und BSG Motor auflaufenden Sportvereins fallen mehrere Höhepunkte auf. "Zu Ostzeiten und zuletzt Anfang der 2000er hat der Verein mehrmals auf Bezirksebene gespielt", erklärt Benedict. "Zuletzt waren natürlich die Sachsenpokalspiele etwas Besonderes." Im Gesamtbild habe sich der SVN prächtig entwickelt und spiele eine wichtige Rolle im Ort. "Wir sind mit 500 Mitgliedern in 6 Abteilungen der größte Verein im Sehmatal", erklärt der Neudorfer. Der Sportplatz liegt mitten im Ort - und dass der Kreisligist zentraler Teil der Dorfgemeinschaft ist, bewiesen die Zuschauerzahlen. "Man kann sagen, dass wir in den Herzen der Menschen sind."

In den nächsten Jahren richte der SV den Schwerpunkt auf die Jugendarbeit, erklärt Benedict "Da sind wir schon stark aufgestellt." Das Aushängeschild bleiben die Männerteams, die noch Luft nach oben haben. "Es wäre schön, wenn wir zumindest zum nächsten Jubiläum wieder in der Erzgebirgsliga spielen würden", gibt Benedict das Ziel aus. "Aber wir wissen, wie schwierig die Aufgabe ist."

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