"Wir würden gern weitermachen"

Irgendwann im Frühjahr sollen die Motoren wieder dröhnen. Die Lugauer Motocrosser müssen aber Aufwand und Nutzen abwägen.

Lugau.

Glücklich schaut Ole Stark nicht drein. Für den Vorsitzenden des Motorsportclubs Lugau war das Sportjahr 2020 quasi nicht-existent. Erstmals gab es im November keinen Einsiedler-Supercross, Monate zuvor war bereits der ADAC-Motocross auf der heimischen Gottes-Segen-Schacht-Halde ins Wasser gefallen. Das Coronavirus hat dann auch den beliebten Frühschoppen am Heiligabend, eine weitere Veranstaltung mit Tradition, verhindert. "Im Prinzip haben wir unsere gesamten Planungen ein Jahr weiter geschoben", sagt Stark.

In einigen Wochen, wahrscheinlich im Mai, sollen die Motoren wieder dröhnen. Es wäre der 71. Lugauer Motocross seit der Vereinsgründung 1983, einen konkreten Termin gibt es noch nicht. Weil der Lauf zur Deutschen Meisterschaft international ausgeschrieben ist, hänge der Zeitpunkt auch vom internationalen Rahmenterminplan ab - den es noch nicht gebe, so Stark. Der Vereinschef zeigt sich allerdings skeptisch. "Wir müssen uns immer die Frage stellen, ob sich der Aufwand im Verhältnis zum Ertrag lohnt", sagt er. Es sei sinnlos, eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, "wenn wir vorher wissen, dass wir mit großen finanziellen Verlusten herausgehen." Grundvoraussetzung sei deshalb, dass Fans an die Strecke dürfen. "Vor leeren Rängen", so Stark, "ist höchstens eine Sachsenmeisterschaft vorstellbar - als Breitensport."

Auf den in der Region prominentesten Piloten müssten die Fans ohnehin verzichten. Supercrosser Dominique Thury aus Bad Schlema zog im Oktober einen Strich und wagte den Sprung nach Amerika. Ab Januar will der 28-Jährige in den Arenen der US-Supercross-Lites-Ostküstenmeisterschaft an den Start gehen. Zarte Hoffnung hegt Ole Stark unterdessen bei Jeremy Sydow. Der Shooting-Star aus Chemnitz fährt zwar mittlerweile auf europäischer Ebene, könnte aber vor der eigenen Haustür zumindest seine wichtigen Trainingsläufe absolvieren.

Und wie geht es weiter mit dem Einsiedler-Supercross? Die Veranstaltungzentren C3 hatten sich nach der letzten Auflage 2019 als Promoter zurückgezogen - aus persönlichen Gründen, wie Sprecherin Yvonne Buchheim betont. Unter einem neuen Veranstalter könne die Chemnitzer Messe-Arena aber trotzdem für den Supercross genutzt werden. Dass die Tradition 2021 unter veränderten Vorzeichen fortgesetzt werden kann, dafür sieht Stark positive Signale. Als langjähriger sportlicher Ausrichter steht der MSC Lugau in dieser Funktion jedenfalls weiter zur Verfügung, betont er: "Wir würden gern weitermachen."

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