Wismut-Volleyballer genießt späten Frühling bei der WSG

Hans Grodzki feiert heute seinen 80. Geburtstag. Er dürfte im Erzgebirge zu den ältesten Aktiven in seiner Sportart gehören.

Schwarzenberg.

Eigentlich hatte Hans Grodzki 1980 dem Volleyball schon einmal Ade gesagt. "Ich habe bei der BSG Wismut Aue aufgehört und stand dann 20 Jahre lang in keinem festen Trainingsbetrieb mehr", sagt der Schwarzenberger. Doch um die Jahrtausendwende kam Wolfgang Mai von der WSG Schwarzenberg-Wildenau auf ihn zu. "Er hat mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, wieder einzusteigen", erinnert sich Grodzki, der heute 80 Jahre alt wird.

Als er sah, wer alles noch spielt, leckte er Blut. "Also habe ich mit über 60 noch mal angefangen. Meine Frau war nicht so begeistert, und am Anfang habe ich auch manches erzwungen", gibt er unumwunden zu. So spielten zunächst seine Knie verrückt. "Ich musste mich sachte wieder daran gewöhnen", erklärt Grodzki. Ein Vierteljahr habe diese Phase gedauert, in dieser Zeit habe er die Schmerzen einfach ertragen.

Dieses Jahr feierte der Leiter der Volleyballabteilung der WSG mit den Ü-59-Oldies des Vereins zwei große Erfolge: bei der Sachsenmeisterschaft und bei der Regionalmeisterschaft Ost belegte das Team jeweils Platz 3. "Gern hätten wir uns auch für die deutsche Meisterschaft qualifiziert, aber das nehmen wir dann nächstes Jahr in Angriff", so Grodzki, der natürlich weiß, dass er schon eine Ausnahme darstellt. "Die sind ja alle jünger als ich, so knapp über 60." Altersbedingte Leistungsunterschiede bleiben da nicht aus.

Doch zurück in die 1950er-Jahre: Damals besuchte Hans Grodzki die Berufsschule am Hofgarten, ließ sich zum Holzmodellbauer ausbilden und wollte eigentlich Handball spielen. "Im Sportunterricht wurde mal gefragt, und ich war einverstanden." Weil der Turnhalle aber die wurfsicheren Fenster fehlten, kam Handball nicht infrage. "Also sagten wir: Da spielen wir halt Volleyball. Ich kannte das aus dem Fernsehen und aus der Zeitung."

Die Sportart löste große Begeisterung bei den Berufsschülern aus, die schnell an Vergleichswettkämpfen teilnahmen. Einen Wettstreit wird Grodzki nicht vergessen. "Die Rostocker waren zuerst im Erzgebirge und haben hier gesiegt", berichtet der Jubilar. "Und wir haben dann an der Ostsee gewonnen. Das war unser erster richtiger Erfolg." Später wechselte Grodzki zur BSG Wismut Aue. "Am Anfang habe ich nur mittrainiert, als die Mannschaft in der DDR-Liga gespielt hat." Er sei erst in der Bezirksliga aktiv eingestiegen. Zu den Gegnern gehörten Teams aus Karl-Marx-Stadt und Plauen, aber auch Empor West Zwickau. Fast 20 Jahre ging er für Aue ans Netz, wurde 1964 Bezirksmeister mit dem Team. "Wir haben alles erlebt: Aufstiegsträume, Abstiegskampf, Mittelfeld." Zu den Leistungsträgern der BSG zählten Bernd Unger und Klaus Pötschke. Er selbst sei eher sensibel gewesen. "Wenn es zu Beginn nicht geklappt hat, war es schwer für mich, ins Spiel zu finden."

1963 wurde die Mannschaft zum Turn- und Sportfest nach Leipzig delegiert. "Das war eine große Auszeichnung für uns. Wir haben im Stadion dem Publikum Kurzballspiel und Langballspiel vorgeführt." Während der Zeit bei Wismut Aue begann Grodzki, als Übungsleiter zu arbeiten. "Ich habe in Schwarzenberg die Jugendarbeit aufgebaut und sowohl Mädels als auch Jungs trainiert." Weil er sehr erfolgreich war, erhielt er die Berufung als Coach der Bezirksauswahl. "Dann wurde der Sportclub Leipzig aufmerksam, und wir wurden Volleyballstützpunkt, dabei haben wir nur als eine Arbeitsgemeinschaft der Ernst-Schneller-Schule angefangen."

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