Wölfe mit furioser Aufholjagd

Schönheide als einziger Eishockey-Regionalligist im Erzgebirge hat beim Derby in Chemnitz einen klaren Rückstand noch umgebogen. Damit ist den Wölfen der Staffelsieg sicher - auch der erste Playoff-Gegner steht fest.

Schönheide.

Es ist ein Sieg der Moral gewesen. Nach 20 Minuten fast schon aussichtslos mit 1:4 im Rückstand, haben die Eishockeyspieler der Schönheider Wölfe beim Regionalliga-Derby in Chemnitz im Schlussdrittel den Turbo gezündet und sich mit einer furiosen Aufholjagd noch mit 6:4 (1:4, 1:0, 4:0) den Derbysieg gegen die Crashers geholt. Vor 1336 Zuschauern im Küchwaldstadion, darunter gut 300 Wölfefans, trafen Michael Galvez, Martin Trapl, Yannek Seidel (2), Vincent Wolf und Florian Heinz für das Team um Coach Sven Schröder.

Die Erzgebirger erwischten den besseren Start und gingen in der dritten Minute durch Michael Galvez mit 1:0 in Führung. Doch die Gastgeber antworteten schnell und nutzten nur drei Minuten später das erste Powerplay zum 1:1-Ausgleich durch Kenneth Hirsch. Auch das zweite Überzahlspiel der Hausherren saß, als Jiri Charousek die Crashers in der 12. Minute mit 2:1 in Front schoss. Die Wölfe hatten an dem Rückstand zu knabbern und verloren den Spielfaden. Anders die Chemnitzer, die zu dem Zeitpunkt lauffreudiger wirkten und jeden Fehler eiskalt bestraften. So war es erneut Hirsch, der seiner Mannschaft fast im Alleingang und per Doppelpack (16./17.) eine 4:1-Führung zur ersten Pause bescherte und für ungläubiges Staunen im Wölfe-Fanblock sorgte.

Im Mittelabschnitt bekamen die Zuschauer ein komplett anderes Spiel zu sehen. Die Gäste waren nun das klar bessere Team und fuhren Angriff um Angriff, scheiterten jedoch ein ums andere Mal am Torwart der Gastgeber, Kevin Kopp. Erst in der 38. Minute war der Bann gebrochen, als Martin Trapl in Überzahl auf 2:4 verkürzte, gleichzeitig der Stand zum zweiten Pausentee.

Zu Beginn des Schlussdrittels überstanden die Gäste eine anderthalbminütige Unterzahlsituation schadlos - die Schlüsselszene, wie Wölfe-Trainer Sven Schröder hinterher befand. Danach war von den Crashers jedenfalls nichts mehr zu sehen. Schönheide machte jetzt ordentlich Druck und belohnte sich mit furiosen 111 Sekunden zehn Minuten vor Schluss selbst. Yannek Seidel per Doppelpack (51./52.) und Vincent Wolf (53.) machten aus dem 2:4 ein 5:4. Nachdem die Gastgeber ihren Torhüter vom Feld genommen hatten, besorgte Florian Heinz mit einem Treffer ins leere Chemnitzer Gehäuse schließlich den Endstand.

Der erste Platz in der Regionalligastaffel Ost ist den Wölfen auch dank der 2:5-Niederlage des ECC Preussen gegen Fass Berlin nun nicht mehr zu nehmen. In den anstehenden Playoff-Halbfinals treffen die beiden Berliner Teams damit ebenso wieder aufeinander wie Wölfe und Crashers. Gespielt wird im Best-of-Five-Modus, das erste Spiel steigt am 22. Februar ab 19.30 Uhr im Wolfsbau. Zunächst aber müssen die Schönheider noch einmal in der Hauptrunde ran und empfangen am kommenden Samstag, 17 Uhr Fass Berlin. (jüw)

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