Zu Ostern auf die Matte

Beim größten Nachwuchsturnier Westeuropas sind acht Thalheimer Ringer mit dabei. Das Team will den Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen.

Thalheim.

Zum Eiersuchen haben die Nachwuchsringer des RV Thalheim zu Ostern meistens wenig Zeit. Denn dort, wo das Herz der Ringerwelt schlägt, dürfen auch die Erzgebirger nicht fehlen. Und das ist über die Feiertage hinweg traditionell in den Niederlanden, konkret in Utrecht. Die 330.000-Einwohner-Stadt, die geografisch genau in der Mitte des Tulpenstaates liegt, ist zum 49. Mal Schauplatz des Osterturniers. Nach eigenen Angaben handelt es sich dabei um das größte Nachwuchsturnier in Westeuropa, bei dem rund 800 Kinder und Jugendliche aus 22 Nationen um sportliche Meriten kämpfen. "Das ist wirklich eine Riesenveranstaltung", sagt Steffen Richter.

Der Trainer der Thalheimer Regionalligamannschaft, der auch für den weiblichen Nachwuchs verantwortlich zeichnet, wird sich mit neun Sportlern auf die 670 Kilometer lange Reise machen. Neben seiner Tochter Cassidy sind Lilly Schneider, Laura Colditz, Sophie Krauß, Julie Drechsel sowie Paula und Emilia Haase mit dabei. Während Paula in den Niederlanden zum ersten Mal überhaupt internationales Parkett betreten wird, bedeutet der Wettkampf für ihre Schwester, die bei den Juniorinnen antritt, die Rückkehr auf die Matte nach einer langen Leidenszeit. Ein Jahr lang war die Thalheimerin außer Gefecht gesetzt. "Erst hatte sie Probleme mit den Bandscheiben, danach eine langwierige Bänderverletzung", sagt Richter. Zudem wird mit Naemi Leistner eine Zschopauer Ringerin mitfahren, die - wie auch Lilly Schneider - jüngst in Berlin Deutsche Meisterin wurde. Lillys Brüder Nick und Luca sind zudem ebenfalls in Utrecht mit dabei - der eine auf der Matte, der andere als Kampfrichter. Gekämpft wird bei den Jungen ausnahmslos im klassischen Stil, bei den Mädchen im freien - dort gibt es aber generell nichts anderes.

Im vergangenen Jahr hatte der Verband noch selbst eine Delegation in die Niederlande geschickt, bestehend aus Thalheimer, Lugauer (die Eichenkränze sind diesmal nicht dabei) und Zschopauer Sportlern. "Das ist aus terminlichen Gründen diesmal nicht möglich. Deshalb fahren wir als Verein", sagt Steffen Richter. Mit den sportlichen Ambitionen sei das so eine Sache. "Letztes Jahr sind wir in der Mannschaftswertung Dritter geworden. Das spornt natürlich an", sagt der Trainer. Auf der anderen Seite seien die wirklich wichtigen Wettkämpfe - die Deutschen Meisterschaften - mittlerweile durch. "Deshalb betrachten wir Utrecht in erster Linie als Standortbestimmung. Wo stehen wir im internationalen Vergleich", so Richter. Für die Athleten sei es wichtig, auch einmal gegen Athleten aus anderen Ländern auf die Matte zu gehen, die man nicht so gut kenne. Und gerade in Utrecht sei das Niveau ausgesprochen hoch. Besonders seien wieder die Vertretungen aus den skandinavischen Ländern sowie vor allem jene aus den USA zu beachten. "Die werden wieder richtig starke Teams an den Start bringen", so der Thalheimer Coach, dessen Schützlinge aber mithalten sollen.

Für die dürfte der Ostertrip durchaus eine stressige Angelegenheit darstellen. Freitagmorgen um 5.30 Uhr ist Abfahrt, am Nachmittag geht in Utrecht das obligatorische Wiegen über die Bühne. Am Samstag und am Sonntag stehen dann die Wettkämpfe auf dem Programm, bevor sich die Thalheimer dann doch noch ein bisschen Erholung gönnen. Denn zurück in die Heimat geht es nicht mitten in der Nacht, sondern erst am Ostermontag - es sind schließlich Ferien.

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