Zum Auftakt geht es nicht nur um Tore

Freude hat das erste Heimspiel des FSV Motor Marienberg nicht nur wegen der drei Punkte geweckt. Die Kicker bewiesen bei einer Spendenaktion auch ihr gutes Herz.

Lucas Vogel von der "Bierbagasch" übergab die Spenden an Geschäftsführerin Kathrin Schulze und Christoph Woye vom Lebenshilfewerk Mittleres Erzgebirge sowie an Anne-Kathrin Lämmel und Cornelia Thiele (v. l.) von der Kindertagesstätte Flachsröste. Unterstützt wurde die Aktion durch den FSV Motor Marienberg, vertreten durch Vorstandsmitglied Gero Gentsch.

Von Andreas Bauer

In der Partie der Fußball-Landesklasse West zwischen Motor Marienberg und Tanne Thalheim war noch nicht einmal der Anpfiff ertönt, da gab es bereits Gewinner. Gemeint sind die Behinderten-Werkstatt des Lebenshilfewerks Mittleres Erzgebirge sowie die Kindertagesstätte Flachsröste. Beide Marienberger Einrichtungen erhielten Spenden in Höhe von jeweils 400 Euro, gesammelt durch die Fußballer des Vereins.

Genauer gesagt war es die "Bierbagasch", die im Sommer die zündende Idee hatte. Wer hinter der Gruppe von zehn jungen Männern nur eine kleine Stammtischrunde vermutet, der irrt. "Losgegangen ist alles damit, dass einige aus unserem Fußballverein regelmäßig die Heimspiele der Handballerinnen des HSV Marienberg besucht haben", erklärt Ronny Rother. Dem 29-Jährigen, inzwischen Trainer der ersten Herren-Mannschaft, sowie mehreren Kickern und Motor-Fans war die Zuschauerrolle allein nicht genug. Seit vier Jahren laden sie die HSV-Damen jeden Winter zum gemeinsamen Spanferkel-Grillen ein. Auch sonst ist immer mal was los.

Diesen Sommer wurde der "Bierbagasch" die Ehre zuteil, sich beim Vereinsfest der Fußballer um die Verpflegung zu kümmern. Zum gegrillten Schwein gesellte sich dabei noch ein Sparschwein, denn den Kickern lag viel daran, ein Zeichen zu setzen. "Als Verein wollten wir der Gesellschaft auch etwas zurückgeben. Uns geht es ja gut, alle haben Arbeit", erklärt Rother. Andere, mit denen es das Schicksal nicht so gut meint, hätten dagegen Hilfe nötig. Das Ziel, zu zeigen, "dass mit wenig Aufwand eine große Freude bereitet werden kann", haben die Marienberger definitiv erreicht.

Schon nach dem ersten Abend des sogenannten Motor-Weekends lagen mehr als 300 Euro im Spendentopf. "Da geht noch mehr", sagten sich die Initiatoren und ließen das Sparschwein auch am nächsten Tag bei den Spielen beider Männer-Mannschaften im Stadion herumgehen. Nach dem dritten Tag im Festzelt waren so 710 Euro zusammengekommen. "90 Euro hat dann der Verein noch draufgelegt, um eine runde Summe daraus zu machen", berichtet Ronny Rother.

800 Euro ließen sich auch leichter durch zwei teilen, sodass nun sowohl beim Lebenshilfewerk Mittleres Erzgebirge als auch bei der Kindertagesstätte die Freude groß ist. Und auch die Motor-Kicker jubeln, denn neben ihrem guten Herz haben sie auch ihr spielerisches Können unter Beweis gestellt. Durch den 2:1-Sieg im Erzgebirgsderby gegen Thalheim ist Marienberg nun Spitzenreiter der Landesklasse West. "Aber das ist egal", sagt Rother. Schließlich gibt es wichtigere Dinge im Leben als Fußball.

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