Zur Krönung eines gelungenen Auftritts fehlen wenige Zentimeter

Alle Leichtathleten des LV 90 Erzgebirge haben bei der Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaft, zu der auch die Winterwurf-Wettbewerbe gehörten, das Finale erreicht. Eine Medaille blieb dem Verein jedoch versagt.

Neubrandenburg.

Gut sei das Abschneiden gewesen, aber eben nicht sehr gut. Nach der Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaft in Neubrandenburg eine Bilanz zu ziehen, fiel Sven Lang nicht leicht. Der Trainer des LV 90 Erzgebirge war mit den Leistungen seiner Leichtathleten im Jahn-Sportforum, wo auch die Medaillen der Winterwurf-Wettbewerbe vergeben wurden, durchaus zufrieden. "Alle Einzelstarter haben das Finale erreicht. Außerdem gab es viele persönliche Bestleistungen", sagt der Coach - allerdings nur zähneknirschend, denn: "Das i-Tüpfelchen hat gefehlt." Damit meint Lang die Medaillen, die seinen Sportlern versagt blieben.

"Zwei wären durchaus machbar gewesen", sagt der LV-90-Trainer und spielt damit in erster Linie auf Steven Richter an. Auf dem 17-jährigen Gelenauer hatten im Vorfeld die größten Hoffnungen geruht - vor allem im Diskuswerfen, doch diesen Erwartungen wurde er in Neubrandenburg nicht gerecht. Gleich die ersten zwei Würfe landeten im Netz. Nach einem weiteren verpatzten Versuch nahm Richters Diskus im vierten Durchgang dann endlich die erhoffte Flugkurve. "Das hätte der Sieg sein können", so Lang. Allerdings zeigte der Kampfrichter an, dass der Gelenauer die Kante des Rings berührt hatte und auch dieser Wurf damit ungültig war. "Das war der Knackpunkt", meint Lang, der nur stiller Zuschauer war, während sein Trainerkollege Christian Sperling alles versuchte, um aufs Nervenkostüm von Steven Richter beruhigend einzuwirken. Vergeblich, denn das Wurfgerät des jungen Erzgebirgers landete noch zwei weitere Male im Netz - keine Weite und damit auch keine Medaille.

Obwohl der technische Ablauf an diesem Tag nie wirklich funktionierte, war es laut Lang eine Zentimeterangelegenheit, die Richters Medaillentraum platzen ließ. Den Fuß nur ein kleines Stück weiter hinten, und es hätte gepasst. So aber ging der 17-Jährige geknickt in den nur zwei Stunden später folgenden Kugelstoß-Wettbewerb. "Dass er in dieser kurzen Zeit seine Nerven wieder in den Griff bekommen hat, zeigt, dass Steven mit solchen Rückschlägen umgehen kann", lobt Lang. Erst zum zweiten Mal trat Richter mit der Sechs-Kilogramm-Kugel an, weil er unterm Hallendach zur U 20 gehört. Trotzdem kam er auf stolze 17,93 Meter. Bitter war nur, dass damit wieder lediglich wenige Zentimeter zum Podest fehlten. Genauer gesagt drei, denn dies war Richters Rückstand auf den Bronzerang.

Der heißeste Medaillenanwärter des LV 90 ging leer aus. Dafür hätte Sascha Schmidt fast für eine Überraschung gesorgt. Der Diskus-Experte brachte einmal alle zum Staunen. Doch ähnlich wie Richter berührte auch er bei diesem Versuch, der laut Lang fürs Treppchen gereicht hätte, die Ringkante. So blieb es letztlich bei Platz 7, den er mit persönlicher Bestweite (51,49 m) erreichte. Auch Florian Schmidt (5./53,28 m) und Rick Schlömilch (6./51,56 m) warfen in Neubrandenburg weiter als jemals zuvor. Kugelstoßer Marc-Aurel Loibl (6./17,69 m) und Diskus-Spezialistin Larissa Stiehler (7./41,57 m) kamen zumindest in die Nähe ihrer Bestwerte. Und Nela Herzog, die den Dreisprung mit 11,85 Metern auf Rang 8 beendete, egalisierte ihren persönlichen Rekord.

"Wenn fast alle Starter in den Bereich ihrer persönlichen Bestleistungen vordringen, gibt es wenig zu meckern", hielt Sven Lang bei seiner Bilanz fest. Auch die Viermal-200-Meter-Staffel, bestehend aus Axel Sven Gerlach, Elias Lämmel, Nico Heinzel und Tilman Reichel, war schnell unterwegs. Weil allerdings einmal die Wechselzone übertreten wurde, ging die Zeit nicht in die Wertung ein. Für Nela Herzog, Liv Zoe Strohbach, Paula Mannsfeld und Helena Zietzsch (1:46,81 min) stand Platz 18 zu Buche.


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