Zwei Vereine bündeln Kräfte am Netz

Die Zwönitzer und Zschopauer Tennisspieler wollen nach ihrem Aufstieg in der Bezirksliga bestehen. Im Gegensatz zu Aktiven anderer Sportarten dürfen sie unterm Hallendach trainieren - wenn auch mit Einschränkungen.

Zwönitz/Zschopau.

Die Corona-Zwangspause hat den Spielbetrieb sportartenübergreifend lahmgelegt. Die Bezirksliga-Tennisspieler des TuS Zwönitz machen dabei keine Ausnahme. Zumindest im November geht es nicht mehr Punkte - die Hallensaison, die eigentlich Anfang des Monats starten sollte, nimmt den Planungen nach nun erst im Dezember Fahrt auf. Doch etwas ist trotzdem anders. Denn das Team um Kapitän Nico Karapetow darf zumindest trainieren. Grund: Im Sinne der Corona-Bestimmungen gilt Tennis als Rückschlagspiel, das als Individualsportart angesehen werden kann - sofern maximal zwei Personen beteiligt sind. Heißt: Einzeltraining ist möglich, Doppel- oder Gruppentraining sind es nicht.

"Für uns war es ziemlich überraschend, dass das zugelassen wurde", sagt Karapetow. Zunächst sei die Halle im Sportpark Thalheim - zugleich Heimspielstätte der Zwönitzer - auch für die Tennisspieler geschlossen gewesen, so der Zahnarzt. "Insgesamt mussten wir nur eine Woche aufs Training verzichten", sagt der 32-Jährige, der trotzdem Bedenken hat. "Ich bin skeptisch, ob es wirklich im Dezember losgehen kann. Aber wenn, sind wir vorbereitet." Fest steht: Alle ausgefallen Partien sollen hinten an die Saison angehängt werden.

Im vergangenen Winter spielten Karapetow, Frank Füger sowie die beiden Zschopauer Torsten Irmisch und Sebastian Schubert noch in der Bezirksklasse. Fünf Siege aus sechs Partien reichten für den Aufstieg in die Bezirksliga, die die Mannschaft in derselben Besetzung angehen will. "Ziel ist ausschließlich der Klassenerhalt", sagt Karapetow, der zuletzt vor vier Jahren - damals für Lok Aue - auf diesem Niveau agiert hat. Da nur eine einfache Runde ohne Rückspiele ausgetragen wird, könnten schon zwei Siege reichen, um dieses Ziel zu erreichen. Allerdings sei die Liga ausgeglichen besetzt. "Einen ausgemachten Favoriten sehe ich nicht. Das Feld ist insgesamt stark, der Niveauunterschied zur Bezirksklasse deutlich sichtbar."

Zu Marathonveranstaltungen können sich die Hallen-Spieltage im Übrigen nicht entwickeln. Ist nach vier Stunden kein Sieger gefunden, so wird - egal, wie es steht - abgebrochen. "Hallenzeiten sind kostbar und nicht nur für den Wettkampfsport da", so Karapetow. In der Freiluftsaison, die der Verein im Freizeitcamp Brettmühle in Zwönitz bestreitet, gibt es eine vergleichbare Regelung nicht. Apropos: Die diesjährige Spielzeit unter freiem Himmel in der Bezirksklasse ging ohne die Erzgebirger über die Bühne. Anfang Juni - anderthalb Wochen vor dem Auftakt - machte Zwönitz als einziges Team seiner Liga von dem von Verbandsseite eingeräumten Rückzugsrecht Gebrauch. Laut Sächsischem Tennisverband trat jede sechste der 690 gemeldeten Mannschaften nicht an. Auf- und Abstieg waren von vornherein ausgesetzt worden.

Dass die Zwönitzer und Zschopauer seit einigen Jahren gemeinsam auflaufen, liegt im guten Kontakt zwischen Karapetow und Sebastian Schubert begründet. "Wir kennen uns schon lange. Irgendwann haben wir beschlossen, die Kräfte zu bündeln", sagt der Zwönitzer. Aber nicht als offizielle Spielgemeinschaft - dies sei nur unter bürokratischem und auch finanziellem Aufwand möglich. In den Statistiken firmiert das Gespann deshalb in dieser Saison unter dem Namen TuS Zwönitz.

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