"Zwei von vier Vierteln" reichen nicht

Lange Reise, gutes Spiel, schlechtes Resultat. Die Handballer des EHV Aue dürfen aber trotz eines 25:28 beim ASV Hamm-Westfalen zuversichtlich auf Kommendes schauen.

Aue.

"Am Ende haben uns auch die Alternativen gefehlt. Deshalb lässt sich diese Niederlage bei einem Aufstiegsfavoriten auch anders einordnen als andere Niederlagen", sagt Aues Trainer Stephan Swat. Er kann offenbar damit leben, ohne Punkte aus Westfalen heimgekehrt zu sein. Seinen Jungs zollt er Respekt, denn "zwei der vier Viertel" gingen klar an sie, auch wenn sie am Ende beim 25:28 (10:12) nach der Begegnung in der 2. Handball-Bundesliga beim ASV Hamm-Westfalen mit leeren Händen dastanden.

Reingekommen in die Partie sind die Erzgebirger zunächst gar nicht: 1:5 hieß es nach zwölf Minuten, in denen nur Kevin Lux einmal für Jubel in den Auer Reihen sorgte. Doch dann bissen sich die Swat-Männer in die Partie, kämpften, holten auf, rackerten sich bis zur Pause auf ein 10:12 heran. "Eine starke Ausgangsposition für die zweite Hälfte, habe ich unseren Männern klargemacht", so Swat, der allerdings kurz vor dem Kabinengang Julius Schröder durch die dritte Zeitstrafe für den Rest der Partie verlor. Doch selbst davon ließen sich die Auer zunächst nicht schocken, starteten super in die zweite Hälfte und lagen nach knapp 40 Minuten 17:15 in Führung. Es bahnte sich eine Überraschung an. "In dieser Situation gab es für uns die große Chance, auf drei Tore wegzuziehen, nachdem Erik Töpfer einen Wurf der Gastgeber entschärft hatte. Doch im Gegenzug scheitern wir am gegnerischen Torhüter", schildert Swat, dessen EHV in der gleichen Phase kurz hintereinander Zeitstrafen für Benas Petreikis und Ladislav Brykner aufgebrummt bekam. "Wahrscheinlich der Knackpunkt der Partie", analysiert der Trainer des EHV. Denn anstatt mit drei Treffern davonzuziehen, schlug das Pendel wieder zugunsten der Westfalen aus. Gleich recht, als Kevin Lux zehn Minuten vor Ultimo disqualifiziert wurde. Abschließend spulten die Gastgeber, von denen mit Jan Brosch ebenfalls ein Akteur Rot sah, ihren Vorsprung herunter, der EHV fand gegen die Kreisläufer immer weniger Zugriff, doch das Resultat blieb im Rahmen. "Hintenraus war dann schon zu sehen, dass Hamm um den Aufstieg kämpft und über eine dickere Personaldecke verfügt."

Was blieb, war eine rund 400 Kilometer lange Heimfahrt, die im Morgengrauen des Sonntags endete. "Unterwegs ist jeder allein mit sich. Der eine schläft, der nächste liest, der andere hört Musik", so Swat. Einige gucken im Bus, der mit Satellitenantenne ausgestattet ist, auch Sportstudio, obwohl da ja nur Fußball kommt. Zumindest macht sich jeder seine eigenen Gedanken, lässt das Geschehene sacken. Auch Trainer Swat. Die Aufarbeitung beginnt für ihn jetzt, ab Dienstag liegt der Fokus auf dem Heimspiel gegen den HSV Hamburg. "Da wollen wir am Sonnabend ab 17 Uhr gewinnen", stimmt Swat schon jetzt die Fans auf heiße 60 Minuten ein.

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