Absage wirbelt viel Staub auf

Viele Enduro-Piloten sind am Wochenende umsonst zur DM nach Burg gereist.Die dort geplante Geländefahrt war kurzfristig gestrichen worden.

Penig/Geringswalde.

Zum zweiten Mal in Folge musste die ADAC-Geländefahrt in Burg abgesagt werden. Wie bereits im vergangenen Jahr machte die hohe Waldbrandgefahr dem Veranstalter einen Strich durch die Rechnung. Bis zuletzt hofften die Veranstalter auf Regen, der jedoch entgegen aller Wetterprognosen ausblieb. Die Absage durch den ausrichtenden ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt stieß im Fahrerfeld durchweg auf Verständnis. Die Art und Weise, wie diese letztlich erfolgt ist, wurde allerdings teils heftig kritisiert.

"Zunächst war es ja nur ein Gerücht", blickt Derrick Görner auf den Donnerstag zurück. Der 33-Jährige ist seit 2015 offizieller Fahrersprecher und somit Schnittstelle zwischen Veranstalter und Aktiven. "Ich war selbst schon auf der Autobahn nach Burg unterwegs, als ich am Nachmittag einen Anruf von einem Fahrerkollegen erhielt, der mir davon berichtete." Was folgte, war ein Anruf beim Veranstalter. "Doch von offizieller Seite konnte mir das noch keiner bestätigen", so Derrick. Erst am Abend erfolgte die offizielle Absage - zu einem Zeitpunkt, als ein Großteil der Fahrer schon vor Ort war. "Die Entscheidung kann ich voll und ganz nachvollziehen, zumal wenn wirklich etwas Ernsthafteres passieren sollte. Es ist ja nicht nur die Waldbrandgefahr, sondern auch die zu erwartende enorme Staubentwicklung, welche für alle Aktiven ebenfalls ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellt. Dennoch ist es extrem schade", sagt der Fahrersprecher.

Auch Edward Hübner zeigt Verständnis für die Absage, ist aber dennoch angesäuert. "Klar, jeder möchte gern fahren. Wenn ein Rennen ausfällt, ist das immer sehr enttäuschend. Was mich aber vielmehr ärgert, ist, wie die Absage erfolgte", stellt der Peniger klar. "Die Wetterlage war bekannt. Es herrschte bereits die Gefahrenstufe vier, was schon grenzwertig ist. Also warum nicht einen Tag eher die Entscheidung treffen und den Fahrern die Anfahrtswege ersparen", kritisiert der Pilot, der rund 220Kilometer zum Austragungsort zurückgelegt hatte. "Da war ich noch gut bedient. Aber es sind auch Fahrer dabei, die 500 oder 600 Kilometer umsonst gefahren sind. Dass die verstimmt waren, kann jeder nachvollziehen."

Der Flöhaer Marcus Kehr geht mit seiner Kritik noch einen Schritt weiter: "Was hier gemacht wurde, ist reines Pokern auf Kosten der Fahrer", so der Chef des Flöhaer Sherco-Teams, der vor Derrick Görner jahrelang die Rolle des Fahrersprechers innehatte. "Natürlich kann ich die Absage nachvollziehen, gerade weil die Waldbrandgefahr ein sehr sensibles Thema ist." Allerdings sei die allgemeine Situation bekannt und gravierende Wetteränderungen nicht zu erwarten gewesen, so Kehr. "Unter diesen Umständen hätte die Absage mindestens zu Beginn der Woche erfolgen müssen. So ein Rennen ist für Fahrer und Teams mit großem logistischen und finanziellen Aufwand verbunden. Davon hätte man sich einiges ersparen können."

Als Ersatz für die gestrichene DEM-Veranstaltung in Burg ist die Geländefahrt im mecklenburgischen Rehna im Gespräch, zumal dort im September ohnehin ein Lauf des Deutschen Enduro-Cups ausgetragen wird. Der Enduro-Fachausschuss würde dies begrüßen und unterstützen, die finale Entscheidung liegt jedoch beim dortigen Motorsportverein. Vorerst wird die DEM am letzten Augustwochenende mit der Waldkappeler ADAC-Geländefahrt in Hessen fortgesetzt.

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