Abschiedsparty mit Feuerwerk

Die Handballer der HSG Freiberg haben den Fans zum Abschluss gegen den HC Einheit Plauen ein wahres Torefestival geboten. Anschließend flossen auch ein paar Tränen.

Freiberg.

Okay, 40 Tore sind es dann doch nicht geworden. Dennoch haben die Freiberger Oberliga-Handballer am Samstag im letzten Spiel der Saison ihr treues Publikum nochmals mit einer tempo- und torreichen Partie verwöhnt und sich mit einem 37:34 (21:17) gegen den Vorletzten HC Einheit Plauen verabschiedet. Mit 37:15 Punkten hat die HSG auch ihre Bilanz aus der Premierensaison in der Mitteldeutschen Oberliga wiederholt, als die Freiberger ebenfalls Dritte wurden.

"Das war ein absolut gelungener Abschluss", strahlte Kapitän Eric Neumann, der sich nach dem Abpfiff im Namen der Mannschaft bei den Fans für die Unterstützung während der Saison bedankte. Die Stimmung sei nochmals "megageil" gewesen. Bereits in den letzten zwei Spielminuten feierten die Fans in der mit 624 Zuschauern offiziell ausverkauften Ernst-Grube-Halle (ein paar mehr dürften es aber durchaus gewesen sein) und applaudierten stehend. Und auch eine ganze Weile nach Spielschluss hielt der Beifall an, als die HSG-Spieler zunächst die verdienten Bronzemedaillen erhielten, die Ronald Meier, der Geschäftsführer des Handballverbandes Sachsen, überreichte, und anschließend Trainer Jiri Tancos sowie Gerd Vogel, Benedikt Bayer und Jan Mojzis verabschiedet wurden.

"Danke für zwei tolle Jahre", sagte Zwei-Meter-Hüne Mojzis mit bewegter Stimme. Der 22-jährige Prager läuft künftig für den TV Emsdetten in der 2. Bundesliga auf. Benedikt Bayer, der die HSG in Richtung 3. Liga verlässt, konnte sogar ein paar Tränen nicht unterdrücken. "Ich habe einige Wechsel hinter mir, aber dieser fällt mir am schwersten", sagte der ehemalige Jugendnationalspieler, der die Schlussphase der Saison nach einem Kreuzbandriss verpasste. "Ich habe hier in kurzer Zeit 25 neue Freunde gefunden." Bei der SG Ahlen will der 21-jährige Linksaußen, der Mitte April operiert worden war, zumindest ab der Rückrunde eingreifen. Ein wenig Heimweh habe seine Entscheidung auch beeinflusst, gab der junge Pfälzer zu: "Von dort sind es nur drei Stunden bis nach Hause."

Für die letzte Hausaufgabe der HSG in dieser Saison bildeten die mehr als 600 Freiberger sowie die kleine Gruppe Plauener Fans einen würdigen Rahmen. Beide Teams kämpften von Beginn an mit offenem Visier, drückten aufs Tempo, obwohl es im Prinzip um nichts mehr ging. Felix Lehmann eröffnete den Torreigen bei der HSG, doch auch die Gäste hielten munter mit. Nach nicht einmal zehn Minuten waren 14 Tore gefallen (7:7/9.), beim 12:12 durch Nico Werner war noch keine Viertelstunde vorbei. Dabei spielten die Gäste keineswegs wie ein Absteiger, wobei sich die HSG-Dachse in der Abwehr auch nicht besonders bissig zeigten. Nachdem HCE-Keeper Jan Misar mit einigen spektakulären Paraden aufwartete, konnte sich der Tabellendritte kurz vor der Pause etwas absetzen (21:17).

In der 2. Halbzeit zog die HSG die Zügel an. Aber die Freiberger spielten auch für die Galerie, ein Treffer war schöner als der andere. Jan Mojzis, Matej Harvan, Miroslav Jahn und Benjamin Wolf sorgten innerhalb kurzer Zeit für ein Zehn-Tore-Polster (28:18). Am Ende hatten sich alle Feldspieler in die Torschützenliste eingetragen. Die tapfer kämpfenden Vogtländer steckten jedoch nie auf und zogen sich mehr als achtbar aus der Affäre.

Das 37:34 war der 16.Saisonsieg (davon acht Heimsiege) für die HSG, die mit 733 Toren den zweitbesten Angriff hinter Meister Elbflorenz II (751) stellte und insgesamt die beste Saison seit zehn Jahren spielte. Für Routinier Alexander Matschos, den künftigen Cheftrainer der HSG, liegt die Messlatte damit ziemlich hoch. "Das zu toppen wird natürlich nicht leicht", sagte der 38-Jährige lachend. "Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben." Der scheidende Coach Jiri Tancos machte seinem Team noch einmal ein Kompliment: "Die Jungs haben sich nochmals von ihrer besten Seite gezeigt. Das war ein sehr guter Abschluss", sagte er - "auch wenn sie in der Abwehr vielleicht nicht mehr ganz so fest zugepackt haben", so der 47-jährige Tscheche schmunzelnd.

Der Ex-Nationalspieler kehrt nach vielen Jahren in der Fremde in seine Heimat zurück, wo er die Frauen von Erstligist Banik Most übernimmt, die gerade tschechischer Pokalsieger wurden. Zuvor steigt aber noch sein großes Abschiedsspiel in der Grubehalle: Zu diesem werden am kommenden Sonnabend viele frühere HSG-Spieler, die mit Tancos gemeinsam auf dem Parkett standen, erwartet. Beginn ist 17 Uhr.

Statistik HSG Freiberg: Balin, Vogel, Hensel; Lehmann (3), Wolf (5), Neumann (4), Jahn (5), Richter (2), Matschos (1), Rabe (1), Harvan (5), Gelnar (5/2), Werner (3), Mojzis (3) Siebenmeter: HSG 3/2, HCE 3/3 - Zeitstrafen: HSG 4, HCE 10 min - SR: Große/Hornuff (Nordhausen/Stendal) - Zu: 624 (ausverk.)

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