Abschluss- statt Abschiedsparty

Bei den Handballern der HSG wird am Sonnabend erneut gefeiert. Sein Abschiedsspiel gegen ehemalige Weggefährten will der scheidende Trainer Jiri Tancos aber nicht als solches verstanden wissen.

Freiberg.

Die Freiberger Handballer sind wie eine Familie. Das hatte Nico Werner gerade erst wieder anlässlich des Saisonfinales in der Mitteldeutschen Oberliga gegen Einheit Plauen betont, als die HSG die beste Saison seit zehn Jahren feiern konnte. "Vor allem durch unseren Teamgeist haben wir das geschafft", sagt Werner. "Der Zusammenhalt in dieser Saison war unglaublich", so der torgefährliche Rückraumspieler. Und deshalb sind am Sonnabend - wie es sich in einer Familie gehört - alle da, wenn Trainer Jiri Tancos "Na shledanou!" (Auf Wiedersehen!) sagt - diesmal endgültig.

Der 47-jährige Tscheche, der vom Vorstand der HSG nach dem 37:34 gegen Plauen offiziell verabschiedet worden war, hat viele ehemalige Mitglieder der HSG-Handballfamilie in die Ernst-Grube-Halle eingeladen. Allein sechs Landsleute: "Karel Vit, Martin Kovar, Lukas Weigner, Stanislav Kotulan, Jan Brabec und Jan Holbein haben zugesagt", zählt Tancos auf. Aber die Freiberger Fans können sich auf viele weitere bekannte Gesichter aus früheren Zeiten freuen. So streifen unter anderem David Dehn, Felix Randt, Eric Schönberg, Christian Neubert, Michael Weise, Jakob Dietzmann, Thomas Hruschka und Arne Einenkel nochmals das HSG-Trikot über. Knapp 20 Spieler werden im "Jiri-Tancos-Traditionsteam" erwartet.

Und der 90-fache tschechische Nationalspieler, der bei zwei Weltmeisterschaften dabei war, hat auch schon auf dem Parkett getestet: Am letzten Spieltag der Verbandsliga feierte Tancos mit der HSG II einen 35:26-Sieg gegen Hartha. Dabei packte er so ordentlich zu, dass er sogar auf die Strafbank musste. Es sei seine beste Entscheidung gewesen, 2006 nach Freiberg zu kommen, sagt Jiri Tancos und lacht. "Zumindest sportlich." Zuvor war der wurfgewaltige Rückraumspieler immerhin fünf Jahre beim US Nancy in der ersten französischen Liga sowie in Kroatien (Dinamo Zagreb), Italien und Österreich aktiv. Aber Freiberg sei schnell eine Herzensangelegenheit für ihn geworden, sagt Andreas Tietze. Der 51-Jährige war sieben Jahre als Co-Trainer an der Seite von Tancos. "Und auch privat haben wir uns sehr gut verstanden."

Doch es sei kein Abschied für immer, betont Jiri Tancos - der deshalb den Begriff Abschiedsspiel nicht verwenden mag. "Es ist ein Abschlussspiel", sagt der 47-Jährige schmunzelnd. Denn für einen Abschied fühle er sich dem Verein viel zu sehr verbunden.

Und auch die Verantwortlichen der HSG hoffen, dass der Erfolgstrainer, der künftig die Frauen des tschechischen Erstligisten Banik Most betreut, weiterhin mit Rat und Tat zur Seite steht. "Wir haben uns auch in der Zeit, als Jiri in Zwickau war, regelmäßig getroffen", erzählt HSG-Geschäftsführer Stefan Lange. Beim Wechsel des jungen tschechischen Kreisläufers Martin Rom aus Pilsen, der vorige Woche bei der HSG unterschrieb, half Tancos mit. Und auch die jungen tschechischen Spieler im HSG-Trikot wie Dominik Balin und Matej Harvan werde er sicher weiter genau beobachten, so Lange.

Die Freiberger Verantwortlichen planen mit 300 bis 400 Zuschauern. "Wir hatten unheimlich viele Anfragen", so der HSG-Manager. Ausklingen soll der Abend dann gemeinsam mit allen Gästen in der Lounge der Grubehalle. Der Eintritt sei freiwillig, so Lange, esgibt aber eine Spendenbox für den aufstrebenden Nachwuchs der HSG - was sicher auch ganz im Sinne von Jiri Tancos ist.

Saisonabschluss Sa., 18 Uhr: HSG Freiberg - Jiri-Tancos-Traditionsteam; die Ernst-Grube-Halle ist ab 17 Uhr geöffnet.

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