ATSV-Festung zweimal erstürmt

Sowohl die Herren in der 2. Kegel-Bundesliga als auch die Verbandsliga- Damen des ATSV Freiberg haben klare Heimnieder-lagen quittieren müssen. Damit geraten auch die Saisonziele in Gefahr.

Freiberg.

Das hatten sich Heidi Meyer und ihre Teamkolleginnen ganz anders vorgestellt. Eigentlich wollten die Keglerinnen des ATSV Freiberg im Gipfeltreffen der Verbandsliga Sachsen ihren Aufwärtstrend auch gegen den Spitzenreiter aus Bennewitz bestätigen "und mit einer couragierten Leistung sowie einem Heimsieg gleichziehen", sagt Heidi Meyer. Dagegen erlebten die Freibergerinnen jedoch ein Debakel: Mit 0:8 wurden die sonst so heimstarken ATSV-Damen auf der eigenen Bahn vom Tabellenzweiten überrollt und fielen mit 4:4 Punkten auf den 4.Platz zurück.

"Unsere Leistung war heute einer Spitzenmannschaft nicht würdig", macht Meyer keine Ausflüchte. Das Team habe überhaupt nicht an die geschlossene Leistung vom jüngsten 7:1 in Mehltheuer anknüpfen können. "Wir hatten uns viel mehr ausgerechnet und auch vorgenommen", so die ATSV-Kapitänin.

Vom Start weg gerieten die Freibergerinnen aber klar ins Hintertreffen. Sowohl Katrin Bohnefeld (2:2) als auch Celine Bitterling (1:3) mussten ihre Punkte abgeben - und büßten zudem viele Kegel ein. Die erhoffte Wende im zweiten Durchgang gelang nicht. Zwar trumpfte Spielführerin Heidi Meyer mit 555 Kegeln auf - wurde aber von Sara-Helen Wahrn, der Tagesbesten aus Bennewitz, gestoppt (564). Auch Stefanie Engelmann (518/2:2) musste sich ihrer Gegenspielerin geschlagen geben. Selbst Ergebniskosmetik wollte nicht gelingen: Virginie Heinitz und Sindy Thiel konnten ihre Kontrahentinnen nicht halten. "Die Bennewitzerinnen haben sich sehr stark präsentiert, wir dagegen viel zu schwach", sagt Heidi Meyer.

Nachdem die ATSV-Damen zuletzt Rang 3 abräumten, will die Mannschaft auch in dieser Saison aufs Podest, sagt Meyer. "Wir wollen die starke Rückrunde bestätigen", so die 37-jährige Kapitänin, die seit 2012 beim ATSV spielt. Eine Rückkehr in die 2. Bundesliga, wo die Mannschaft vier Jahre lang eine gute Rolle spielte, sei dagegen kein Thema. Das könnten die meisten Spielerinnen im Moment auch familiär nicht stemmen, so Heidi Meyer. 2018 musste das Team als Drittletzter aus der 2.Liga Nord/Ost unglücklich absteigen, da Vizemeister Elsterwerda in den Aufstiegsspielen zur Bundesliga scheiterte.

In der Verbandsliga soll nun auch ein Umbruch erfolgen. Mit Celine Bitterling hat eine Spielerin aus dem eigenen Nachwuchs bereits den Sprung in die höchste sächsische Spielklasse geschafft. Mit Celine- Michelle Kröner und Charlott Popielas stehen weitere A-Jugend-Spielerinnen in den Startlöchern und sollen nach und nach integriert werden, so die Teamchefin.

Auch für die Männer des ATSV gab es am Wochenende nichts zu gewinnen. Sie unterlagen dem SK Markranstädt 1:7 und bleiben mit 4:8 Punkten auf Rang 6 2. Bundesliga Ost/Mitte. Die Rand-Leipziger hätten die "Festung" Heinrich-Heine-Straße schon zum zweiten Mal erstürmt, ärgert sich ATSV-Kapitän Michael Hahn. "Das war unsere dritte Niederlage seit 2012 - aber schon die zweite gegen Markranstädt."

Dabei begann die Partie durchaus vielversprechend. Zwar gab Robert Mehlhorn sein Duell knapp ab, doch Ingolf Stein wies Gästekapitän Sebastian Hartmann in die Schranken. Andreas Göthling musste sich mit 590:595 Kegeln geschlagen geben, während Philipp Paulmann diesmal nicht in Schwung kam, sodass die Gäste mit 3:1 in Front zogen.

Alles hing nun vom Schlussduo Hahn/Zimmer ab. Für den Freiberger Kapitän war das Spiel aber schon vorbei, bevor es überhaupt begonnen hatte: Ein Muskelfaserriss im Oberschenkel machte einen Einsatz unmöglich. Für Hahn kam Heiko Wüstling auf die Bahn, der aber mit 1:3 den Kürzeren zog. Als Markranstädts Sebastian Becker mit 597 Kegeln Tagesbestwert erspielte und damit Michael Zimmer (583) den Schneid abkaufte, war die höchste Heimniederlage des ATSV besiegelt.

Damit liegen die Freiberger nun fünf Zähler hinter Rang 4, der in dieser Saison für den sicheren Klassenerhalt notwendig ist. "Jetzt müssen wir mindestens ein oder zwei Auswärtsspiele gewinnen", so Michael Hahn - und zuhause keine Federn mehr lassen. Nächster Gegner ist allerdings der TSV Zwickau, der ungeschlagene Spitzenreiter. (mit miha)

Statistik ATSV-Damen: Bohnefeld (496/ 2:2), Bitterling (501/1:3), Meyer (555/1:3), Engelmann (518/2:2), Heinitz (478/1:3), Thiel (500/2:2) - ATSV-Herren: Stein (596/2:2), Mehlhorn (556/1:3), Göthling (590/2:2), Paulmann (540/1:3), Wüstling (541/1:3), Zimmer (583/1:3)

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