Auf Tränen folgt großer Jubel

Die Dancing Sox aus Frankenberg haben beim Deutschland-Cup im DTB-Dance eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebt. Am Ende ertanzten sie den größten Erfolg ihrer Geschichte.

Frankenberg.

Tanztrainerin Martina Funke ist auch am Montag noch völlig von den Socken gewesen. Mit ihren beiden Tanzgruppen der Dancing Sox aus Frankenberg erlebte sie beim Deutschland-Cup im DTB-Dance in Mering, also der Deutschen Meisterschaft im Tanzen, eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle. Während die Frankenberger Juniorinnen am Samstag völlig überraschend frühzeitig die Segel streichen mussten und das Finale verpassten, zogen die Erwachsenen direkt in die Finaltänze am Sonntag ein. Und dort gelang ihnen mit Silber der größte Erfolg.

"Man hat ja schon ein Auge dafür, für was es am Ende reichen könnte", sagt Martina Funke. "Ich war mir sicher, dass es der 3. Platz wird." Als die Endplatzierungen dann in umgekehrter Reihenfolge angesagt wurden und die Frankenberger auf Platz3 immer noch nicht erwähnt wurden, habe der Jubel keine Grenzen mehr gekannt. Am Ende sprang für die Ü-18-Gruppe der 2. Platz heraus. "Wir haben silberne Medaillen bekommen und der Pokal hat als Trinkgefäß herhalten müssen", sagt Funke mit einem Schmunzeln.

Dabei passten die beiden Mottos der Frankenberger Gruppen - bei der älteren waren das die "Parallelwelten", bei der Jugendgruppe "Mensch ärgere dich nicht" - irgendwie ins Bild, so Funke. "Bei den Kleinen flossen am Samstag schon einige Tränen. Mir ist irgendwie auch noch gar nicht klar, woran es gelegen hat", sagt sie. "Dass wir bei den Kleinen technisch noch etwas zulegen müssen, wissen wir. Aber für mich war das eine starke Vorstellung." Die 55-jährige Trainerin will noch den Kontakt zu einigen Kampfrichtern aufnehmen, um die Fehler zu analysieren. Einige andere Gruppierungen seien kaum aus der Mitte des 16 mal 16Meter großen Quadrats herausgekommen. "Wir haben hingegen alle Ecken besetzt und sind dennoch ausgeschieden."

Auf die Ernüchterung folgte am Sonntag der große Jubel. "Und da haben sich die Kleinen gemeinsam mit den Großen gefreut", sagt Funke. "Teilweise lagen da 20 Mädels in einem Knäuel aufeinander, das waren sehr emotionale Bilder." Der Erfolg der größeren Tanzgruppe sei nicht groß genug einzuordnen, so Funke. Da ihre Tanz-Abteilung von Turbine Frankenberg dem Deutschen Turnerbund angeschlossen ist, sei es immer schwieriger, in der Spitze mitzumischen. "Weil immer mehr Elemente aus der Sportgymnastik in die Bewertungen mit einfließen. Wir sind größtenteils nur gegen Gymnastik-Gruppen angetreten." Diese haben in einigen Wochen dann bei einer weiteren DM noch eine Chance, einen nationalen Titel zu holen. "Doch da machen wir nicht mit, denn wir wollen tanzen."

Für Martina Funkes Gruppen geht es in zwei Wochen beim Jazzdance-Pokal in Dresden weiter. "Das ist dann ein neuer Wettbewerb, bei dem alle befreit antreten können", sagt die Trainerin. Im November geht es für die Frankenbergerinnen, die am Wochenende mit 22 Sportlerinnen und fünf Betreuern nach Bayern gereist waren, noch in Röbel an der Müritz an den Start. "Und dann versuche ich noch, unsere ältere Gruppe für das Tanzfest kurz darauf in Döbeln anzumelden", sagt Funke. Danach werden die neuen Choreografien für 2020 einstudiert. "Es könnte sein, dass die Gruppen etwas kleiner als in diesem Jahr werden." Speziell bei der Jugend werden zwei Tänzerinnen wohl nicht mehr zur Verfügung stehen. Verlassen kann sich Martina Funke auf ihre Mädels allemal. "Sie ziehen super mit und müssen für die Wettkämpfe viel zurückstecken."

Das große Fernziel haben die Frankenbergerinnen schon im Blick. "2021 steigt das Turnfest in Leipzig. Da wollen wir dabei sein."

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