Aufsteiger stoppt Spitzenreiter

Der TSV Langhennersdorf hat nach drei Siegen in Folge erstmals gepatzt. Beim 0:2 gegen den Hainichener FV kam der Überraschungstabellenführer der Mittelsachsenliga sogar noch glimpflich davon.

Langhennersdorf.

Ein bisschen müssen sich die Fußballer des TSV Langhennersdorf offenbar noch daran gewöhnen, in welchen Tabellenregionen sie gerade schweben. Am 4. Spieltag der Mittelsachsenliga durfte der Überraschungsspitzenreiter bei bestem Fußballwetter zwar mehr als 100 zahlende Zuschauer begrüßen, die aber überwiegend enttäuscht nach Hause gingen: Mit 0:2 (0:1) kassierten die Langhennersdorfer gegen Aufsteiger Hainichener FV die erste Saisonniederlage, die auch vollkommen in Ordnung ging.

"Hainichen hat absolut verdient gewonnen", erkannte auch der neue TSV-Trainer Rudi Lassen an. Seine Männer konnten die anfängliche Überlegenheit nicht in Tore ummünzen und gaben das Spiel dann aus der Hand. "Wir haben den Gegner aufgebaut", sagte Lassen. Dabei hätte das Team des Vorjahreszehnten, das der 59-jährige Schwabe, der seit 20 Jahren in Sachsen lebt, zu Saisonbeginn mit drei Siegen in Folge auf Platz 1 der Tabelle geführt hatte, genügend Selbstvertrauen haben müssen, um die Hausaufgabe gegen den Tabellenzehnten aus Hainichen zu lösen. Nach gutem Beginn und einigen verheißungsvollen Möglichkeiten bekamen die Männer um Kapitän Erik Pomp offenbar Angst vor der eigenen Courage und wurden immer unsicherer. Bei einem Freistoß war Keeper Patrick Kaulbars gerade noch mit dem Fuß zur Stelle, kurz darauf tauchte Kenny Fräßle nach einem Pass in die Schnittstelle der Langhennersdorfer Abwehr allein vor Kaulbars auf, verzog aber. Wenig später stoppte Michael Götze den erneut durchgebrochenen Fräßle, nach dem anschließenden Eckball rettete Toni Neumann auf der Linie. "Unser Problem war, dass die etatmäßige Innenverteidigung gefehlt hat", sagte TSV-Trainer Lassen.

Kurz darauf war es dann doch passiert: Als die TSV-Abwehr wieder nicht auf der Höhe war, zog Kevin Schulze trocken ab - der HFV führte 1:0. "Er hat unserem Angriff mehr Durchschlagskraft verliehen", lobte Hainichens Trainer Mirko Zaeske seinen Torschützen, der zuletzt verletzt fehlte. Er sei eine "echte Kante".

Nach dem Wechsel versuchte Langhennersdorf, das Spiel wieder in den Griff zu bekommen, es blieb aber beim Versuch. Den Gästen eröffneten sich nun mehr und mehr Konterräume, die sie auch nutzten. Erneut Schulze tauchte wieder frei vor Kaulbars auf und schloss eiskalt zum 2:0 für den HFV ab. Langhennersdorf fand kein Mittel, die Gästeabwehr unter Druck zu setzen, lief zudem ein ums andere Mal ins Abseits. Dagegen hätten die Hainichener das Resultat noch höher schrauben können: Robert Nobis jagte den Ball an die Latte (69.), dann vergab erneut Fräßle frei vor dem Kasten.

"Wir hätten sicher noch klarer gewinnen können", schmunzelte HFV-Coach Zaeske. "Aber ich bin auch mit dem 2:0 sehr zufrieden." Die gesamte Truppe habe "super diszipliniert" gespielt. Bei den Langhennersdorfern herrschte dagegen pure Enttäuschung. "Das war eine ganz schwache Leistung - und das vor dieser Kulisse", ärgerte sich Fußball-Abteilungsleiter Ulrich Butze. "Wir haben uns das Zepter aus der Hand nehmen lassen." Die Mannschaft sei jetzt wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Allerdings habe man ohnehin keine Ambitionen auf die Spitzenplätze - das gebe der Kader gar nicht her, so der Fußball-Chef. "Unser Ziel heißt weiter Klassenerhalt."

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