Außenseiter schlägt sich wacker bei Hallencup

BSC-Flüchtlingsteam mit Minimalerfolg gegen höherklassige Gegner

Freiberg.

Bei der ersten Vorrunde des Mittelsachsencups in Flöha stand schnell fest, dass den den Fußballern der Fortuna aus Langenau an diesem Tag keiner den Turniersieg nehmen konnte. Der Mittelsachsenligist wurde seiner Favoritenrolle gerecht und gewann souverän mit 13von 15 möglichen Punkten sowie einem Torverhältnis von 21:2.

Um die restlichen Plätze tobte ein harter Kampf. Mittendrin waren der 1. FC Postschänke Burkersdorf (Mittelsachsenklasse), der Rossauer FC und der Zuger SV (beide Kreisliga), der SV Linda sowie die dritte Mannschaft des BSC Freiberg aus der Kreisklasse. Das vor knapp zwei Jahren gegründete Flüchtlingsteam des BSC hatte es somit fast ausschließlich mit höherklassigen Gegnern zu tun. Milud Rajab, dem Co-Trainer des BSC III, gefiel diese Herausforderung: "Wir können uns nur verbessern, wenn wir auch gegen bessere Gegner spielen." Die Mannschaft sei dabei aber keineswegs als Punktelieferant angereist.

Das wurde im zunehmenden Turnierverlauf auch sichtbar. In fünf Spielen ging der BSC dreimal in Führung und spielte teilweise sehr ansehnlichen Fußball. Die Spiele gegen den Zuger SV und Burkersdorf endeten unentschieden und gegen den Rossauer FC musste das Team von Cheftrainer Issam Jabbar erst nach durch ein spätes Gegentor mit 1:2 als Verlierer vom Feld. Dem SV Linda mussten sich die internationalen Kicker 0:2 geschlagen geben, und gegen die Fortuna hagelte es dann noch eine deutliche 0:7-Niederlage. Bis auf das Spiel gegen Langenau war Rajab aber zufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge. "Auch wenn wir am Ende nur Sechster wurden, haben wir gezeigt, dass wir mithalten können."

Eine unschöne Szene gab es dann aber doch noch. Nach rassistischen Anfeindungen einiger Fans im Spiel gegen den Zuger SV brannten bei einem Spieler des BSC die Sicherungen durch. Er warf den Spielball in Richtung der Fans auf der Tribüne und lieferte sich anschließend ein Wortgefecht mit diesen. Kurz darauf sah er dafür die Rote Karte. "Ich kann verstehen, dass er bei solchen Äußerungen wütend wird. Andererseits darf er in dieser Situation nicht die Fassung verlieren und so reagieren", sagte Rajab. Rassistische Äußerungen kommen leider ab und zu vor. Er wisse aber, dass nicht alle Menschen so denken, so der 52-Jährige.

Das Turnier war für ihn und sein Team trotzdem eine gute Erfahrung. In Leipzig und Chemnitz nimmt das Flüchtlingsteam an weiteren Hallenturnieren teil und will dort das Teilnehmerfeld zumindest ärgern - sportlich. ( erba)

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