Außenseiter verkauft sich teuer

Die Fußballer des SV Geringswalde haben im Kreispokal-Halbfinale den SV Lichtenberg in die Verlängerung gezwungen. Dort wurde ihr Torwart dann zur tragischen Figur.

Geringswalde.

Am Ende haben am Dienstag auf dem Geringswalder Waldsportplatz die Gäste mit ihren zahlreichen Anhängern gejubelt und gleich den Endspiel-Sekt geköpft: Mit einem 2:0 (0:0, 0:0)-Auswärtssieg nach Verlängerung zogen die Mittelsachsenliga-Fußballer des SV Lichtenberg ins Endspiel des Kreispokals ein. Allerdings war es für die Erzgebirger ein hartes Stück Arbeit - auch, weil sie zuvor selbst mit den Chancen schluderten und in der Nachspielzeit der regulären 90 Minuten noch Glück hatten.

Gegen eine junge Geringswalder Mannschaft, die alles in die Waagschale warf, hatten die SVL-Kicker besonders in der ersten Halbzeit so ihre Probleme. "Mit den ersten 45Minuten war ich überhaupt nicht einverstanden", sagte Lichtenbergs Trainer Manuel Kluge nach dem Abpfiff. Vor allem die Konteranfälligkeit seiner Mannschaft trieb ihn immer wieder zur Verzweiflung. "In den ersten zehn Minuten habe ich gemerkt, dass die Jungs noch müde vom Sonntag waren", sagte er über das Liga-Spiel in Flöha (2:0). Zweimal wurde es zunächst nach Kontern gefährlich: Der Geringswalder Oliver Otto verzog einen Linksschuss, danach war SVL-Torwart Simon Esser in höchster Not einen Schritt eher am Ball als Oliver Thieme. Das Rezept der Hausherren, die Lichtenberger in der eigenen Hälfte dicht gestaffelt zu empfangen und teilweise gar zu doppeln, ging zunächst auf. Lediglich ein Freistoß von Sebastian Schneider landete am Außenpfosten. Kurz vor der Pause hatten die Gastgeber noch die Chance zur Führung, doch der 30-Meter-Knaller von Alex Boden flog knapp am Tor vorbei.

In den zweiten 45 Minuten wurden die Lichtenberger ihrer Favoritenrolle mehr und mehr gerecht. Schon früh liefen sie die Geringswalder an und eroberten sich so einige Bälle, doch bei der Chancenverwertung schluderte der SVL sehr, da die Abschlüsse meist über das Tor flogen. Dazu kam Pech, als Swen Häuser per Kopf nur den Pfosten traf. Zudem entschärfte der Geringswalder Torwart Jonas Klotsche einen Freistoß von Schneider mit einer tollen Parade. In der Nachspielzeit hätten die Lichtenberger sogar fast den Traum vom Finale begraben können. Paul Köhler startete auf der linken Seite ein Solo und zog in die Mitte. Doch sein Schuss flog über das Lichtenberger Tor, sodass es in die Verlängerung ging. "Wenn der Schuss ins Tor geht, haben die Lichtenberger fast gar keine Zeit mehr um zu reagieren", sagte der Geringswalder Trainer Dirk Vogel, der seine Startelf über die gesamten 120 Minuten durchspielen ließ und trotz der Niederlage stolz war. "Wir haben einen tollen Kampf abgeliefert. Ich hatte befürchtet, dass das Ergebnis klarer ausfällt."

In der Verlängerung wurde der Geringswalder Torwart Jonas Klotsche, der seine Mannschaft zuvor im Spiel hielt, zur tragischen Figur. In der 106. Minute rutschte ihm ein scheinbar harmloser Schuss von Schneider durch die Hände und ins Tor. Als die Geringswalder in der Schlussphase die Abwehr auflösten, gelang Swen Häuser kurz vor Abpfiff mit dem 2:0 die Entscheidung. "Der Lichtenberger Sieg ist sicher nicht unverdient, für uns aber bitter", so Vogel.

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