Bayer-Oldies auf dem Favoritenschild

Beim BSC Freiberg findet am Samstag die Endrunde des Deutschen Ü-40-Pokals statt. Das Turnier der besten vier Teams ist zwar kein DFB-Wettbewerb - dafür laufen aber einige bekannte Ex-Profis auf dem Platz der Einheit auf.

Freiberg.

Bevor am Sonnabend das DFB-Pokalfinale zwischen dem FC Bayern München und RB Leipzig viele Fußballfans in den Bann zieht, bekommen die Freiberger Fans einen zusätzlichen Leckerbissen serviert. Auf dem Platz der Einheit wird ab 12.30 Uhr das Endrundenturnier um den Deutschen Ü-40 Pokal ausgetragen. Mit von der Partie sind die Traditionsteams von Bayer 04 Leverkusen und Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn sowie der SG Hoechst und des VfB Hermsdorf, der als Titelverteidiger anreist.

Mit dafür gesorgt, dass die Freiberger allein bei den Leverkusenern Ex-Nationalspieler wie Jens Nowotny und Bernd Schneider sowie langjährige Profis wie Mike Rietpietsch, René Rydlewicz, Carsten Baumann und Marcus Feinbier zu sehen bekommen, hat unter anderem Bernd Heynemann. Der frühere Bundesliga- und Fifa-Schiedsrichter aus Magdeburg - der in Freiberg selbst pfeifen wird - hatte Helmut Wagner, den Chef der veranstaltenden Sportmarketingagentur aus Kriftel, bei der Wahl des Finalortes für die sächsische Berg- und Silberstadt erwärmt. Dort gebe es eine schmucke Sportanlage und die Leute seien sehr fußballbegeistert, erzählt Wagner.

Die Premiere des Wettbewerbs habe im Vorjahr in der Frankfurter Commerzbank-Arena quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden, so Wagner. Diesmal hofft der Organisator auf viele interessierte Fans. Der 65-jährige frühere Drittliga-Spieler rechnet mit mehr als 300 Zuschauern auf dem Platz der Einheit - ebenso wie Mit-Gastgeber BSC Freiberg. Prinzipiell sei der neue Wettbewerb ein Erfolgsmodell, ist Wagner überzeugt. Nicht zuletzt, weil auf Großfeld und bis zum Finale im K. o.-System gespielt wird.

Nachdem Bayer Leverkusen und die Oldies von Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn bereits Anfang Mai das Ticket nach Freiberg gelöst hatten, zogen Titelverteidiger VfB Hermsdorf und die SG Hoechst vorige Woche nach. Die Hermsdorfer setzten sich im Berliner Derby gegen den 1. Traber FC Mariendorf mit 2:0 durch, während die Frankfurter Vorstädter gegen Wormatia Worms kampflos weiterkamen.

Klarer Favorit ist aber die Traditionsmannschaft von Bayer 04, die mit ehemaligen Bundesliga-Spielern gespickt sind. In Runde 1 setzten sich die Leverkusener mit 6:1 beim SC Unterbach/Düsseldorf durch. Danach besiegten sie den mehrfachen westdeutschen Ü-40-Meister VfB Speldorf mit 3:2 und im Viertelfinale den Halleschen FC 3:1. Aber auch der nationale Ü-40 Meister von 2017 und Spitzenreiter der deutschen Alt-Herren-Rangliste, die SG Hoechst, rechnet sich gute Chancen auf den Pokalsieg aus. Mit dem Gewinn der Deutschen Ü-40-Meisterschaft in Berlin feierte sie vor zwei Jahren ihren größten Erfolg - vor Bayern München und Hannover 96, sagt Wagner, der die Traditionself der Rand-Frankfurter mitgründete. Mit Alexander Schur (251 Spiele für Eintracht Frankfurt) hat auch sie einen bekannten Bundesliga-Akteur in ihren Reihen. Auf dem Weg nach Freiberg schalteten die Hessen Vorjahres-Halbfinalist Leiselheim/Hofheim (3:0) und den Württemberger Ü-40-Meister TSG Hofherrnweiler-Unterrombach (2:0) aus.

Dritter Herausforderer des Titelverteidigers aus Berlin sind die Oldies des SC Paderborn um den früheren bulgarischen Nationalspieler und Ex-Aue-Trainer Pavel Dotchev. Ins Final Four zogen die Ostwest- falen mit Siegen über SV Attendorn (1:0) und Westfalia Herne (2:1 n. V.) ein. Gespielt wird in Freiberg je zweimal 25 Minuten. Das Finale ist für 17.20 Uhr geplant.

Der Deutsche Ü-40-Pokal ist kein offizieller Wettbewerb des Deutschen Fußball-Bundes, der seinen eigenen Ü-40-Cup ausrichtet. Aber einer mit "wohlwollender Duldung des DFB", sagt Agenturchef Wagner und schmunzelt. Und der offenbar ankommt - auch bei ehemaligen Profis. Roy Präger, 173-facher Bundesliga-Spieler, habe zum Beispiel seinen VfL Wolfsburg schon für nächstes Jahr wieder gemeldet. Auch Arminia Bielefeld war in dieser Saison dabei, schied aber in Runde 2 gegen Herne aus (1:3).

Dabei wird beim Wettbewerb keine der sonst üblichen Antrittsgagen für die Ex-Stars gezahlt. Im Gegenteil: Alle Teams müssen für eventuelle Übernachtungen selbst aufkommen und entrichten 390 Startgebühr, erklärt der Veranstalter. Auf die oft gestellte Frage der Profis, was man denn dafür bekomme, pflegt Helmut Wagner zu antworten: "Immer einen starken Gegner."

Deutscher Ü-40-Pokal 2018/19 Zeitplan: 12.30 Uhr Auslosung, 13.30 Uhr: Halbfinals, 16.15 Uhr: Spiel um Platz 3, 17.20 Uhr: Endspiel, anschließend Siegerehrung (Platz der Einheit in Freiberg); 20 Uhr: Public Viewing im Tivoli (Finale DFB-Pokal)

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