Begeisterung im und am Wasser

Rund 170 Starter quälten sich am Sonntag beim Rochlitzer Bergtriathlon. Einen kleinen Makel gab es für die meisten Athleten allerdings.

Rochlitz.

Um einen der vorderen Plätze ist es zwar nicht mehr gegangen, doch auf den letzten Metern haben sich am Sonntag zwei Rochlitzer ein kleines Duell beim Bergtriathlon geliefert. Steve Heidner vom Karneval-Club der Stadt schnappte sich auf dem Markt noch Thorsten Hahn vom VfA Rochlitzer Berg.

"Ich wollte meinem ehemaligen Lehrer zeigen, dass ich noch etwas draufhabe. Als ich ihn am Schloss gesehen habe, wollte ich ihn unbedingt einholen", sagte Heidner mit einem Schmunzeln. Thorsten Hahn, der sonst bei den Rochlitzer Bergläufen eher für die Auswertung zuständig ist, sah es gelassen. "Ich war das erste Mal als Sportler dabei. Jetzt weiß ich wenigstens, wie sich die Athleten fühlen, wenn sie hier ankommen", berichtet der Lehrer für Sport, Biologie und Informatik.

Insgesamt gingen beim Bergtriathlon - es war der vierte seit der Neuauflage 2016 - rund 170 Athleten an den Start. "Wir sind rundum zufrieden", sagte der Rochlitzer Oberbürgermeister Frank Dehne, der den Teilnehmern in den Wechselzonen den Weg wies. Auch Gesamtleiter René Schmidt hatte nichts auszusetzen. "Die Verlegung des Schwimmstarts aus der Sandgrube Biesern an die Mulde im Sörnziger Weg war die richtige Entscheidung." In Biesern war das Schwimmen aufgrund des Bewuchses an Wasserpflanzen schon 2018 grenzwertig. "Und mehr Zuschauer hätten es diesmal beim Schwimmstart gar nicht sein dürfen, sonst hätten die Athleten keinen Platz gehabt."

Die Zeiten seien durch die Verlegung allerdings nur bedingt miteinander vergleichbar, sagt Katja Göbel von der Rochlitzer Wasserwacht. "In der Mulde schwimmt man nun erst mit und nach der Wendeboje gegen die Strömung. Außerdem ist die Radstrecke nun drei Kilometer länger und beinhaltet einen Anstieg mehr." Das war auch der Grund, warum die Zuschauer auf dem Markt etwas länger auf den Sieger der Olympischen Distanz (1 Kilometer Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen) warten mussten. Sven Kunath aus Kamenz bog als Erster auf den Markt ein und durfte sich als neuer Landesmeister feiern lassen. "Ich bin schon einmal Sachsenmeister geworden. Das war vor vielen Jahren bei den Junioren", erinnert sich der 40-jährige Allgemeinmediziner, der in den kommenden Wochen noch einen Ausdauerblock anhängt. "Im Oktober geht es nach Hawaii zum Ironman, dafür war Rochlitz ein schöner Wettkampf für die Vorbereitung." Über die Unterschiede beim Schwimmen zwischen der Sandgrube Biesern und der Zwickauer Mulde konnte er keine Auskunft geben. "Ich bin das erste Mal in Rochlitz und kenne die andere Schwimmstrecke nicht", sagte er. "Aber in der Mulde war das Wasser so flach, dass man beim Kraulen mit den Armen teilweise den Boden berührt hat."

Und einen weiteren kleinen Makel merkte man den Teilnehmern bereits beim Einstieg ins Wasser an. "Es war sehr kalt." Dieser Satz war am Sonntag sehr oft zu vernehmen. "Ich glaube, meine Uhr hat einmal 18 Grad angezeigt", sagte Ronald Bianchin vom TSV Freiberg. Er ging in Rochlitz mit seinem Vereinskollegen André Zeunert an den Start. Sie wurden 15. und 30.

Eine außergewöhnliche Leistung hat Heinz Baner vom LV Limbach vollbracht. Er war mit 75 Jahren der mit Abstand älteste Starter am Sonntag. "Meinen allerersten Triathlon habe ich 1995 in Rochlitz bestritten", erinnert er sich. Inzwischen hat er an 23 Ironmans auf der ganzen Welt teilgenommen. "Zwei davon auf Hawaii", sagt er stolz. "Und das vergangene Jahr war mein erfolgreichstes. Da stand ich bei der Duathlon-EM und bei der Triathlon-WM auf dem Podest." Besonders die Laufstrecke in Rochlitz sei für ihn anspruchsvoll gewesen. "Teilweise war es so steil, dass ich auf allen vieren hochklettern musste." Am Ende durfte er sich, wie jeder andere "Finisher" auch, über eine Trinkflasche und kostenloses Obst freuen.

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