Bergstädter locker in Runde drei

Die Fußballer des BSC Freiberg haben gestern im Sachsenpokal Landesligist BSC Rapid Chemnitz mit 2:0 (1:0) ausgeschaltet. Von einer Überraschung konnte man am Ende aber nicht sprechen.

Freiberg.

Am gestrigen Tag des offenen Denkmals haben sich die Fußballer des BSC selbst ein, zumindest klitzekleines, Denkmal gesetzt. In der 2. Runde des Sachsenpokals warfen die Freiberger mit dem BSC Rapid Chemnitz den zweiten Landesligisten aus dem Wettbewerb, und das ohne Gegentor: Mit 2:0 (1:0) besiegte der Vertreter der Landesklasse Mitte den aktuellen Neunten der Sachsenliga und ist damit seit Beginn der Vorbereitung im Juli weiterhin ungeschlagen.

"Die Mannschaft, die den Sieg mehr wollte, hat sich durchgesetzt - und zwar hundertprozentig verdient", lobte Spielertrainer Rico Thomas sein Team. Dabei musste der 28-Jährige unter anderem auf Kapitän Christopher Otto und Martial Tsobmo Dongmo verzichten, der beim 3:0 gegen Großenhain in Runde 1 mit zwei Treffern der Matchwinner war. Im Vergleich zur Vorwoche rückten Römmler, Berger und der zuletzt gesperrte Richter in die Startelf. Thomas hatte sich selbst zunächst auf die Bank beordert und betreute sein Team gemeinsam mit A-Jugend-Coach Ludwig Berndt, der gestern Co-Trainer Swen Hennig (Urlaub) vertrat.

Die Freiberger ließen die Gäste um den früheren Freiberger Steve Grube zunächst etwas kommen, ohne ihnen aber in der gefährlichen Zone Raum, geschweige denn Chancen zu gestatten. Im Gegenteil: Tommy Gommlich hatte die Gelegenheit zur Führung. Nach einer halben Stunde schied Patrice Göll verletzt aus. Der eingewechselte Tom Fischer lief zwei Minuten später allein auf Gästekeeper Wolf zu, legte aber den Ball quer anstatt abzuschließen. Wenig später stand es aber 1:0: Ein Freistoß von Sebastian Krause landete - an Freund und Feind vorbei - zur Freiberger Führung im langen Eck. Die einzige gefährliche Aktion der Chemnitzer resultierte aus einem langen Ball, der vor BSC-Torhüter Christopher Hauswald aufsetzte und ans Lattenkreuz sprang - ein Zufallsprodukt.

Die Gäste blieben fast fünf Minuten länger in der Kabine als der BSC und schienen anschließend das Blatt wenden zu wollen. Rapids Anfangsoffensive beschränkte sich aber auf zwei, drei hohe Bälle in den BSC-Strafraum und war ebenso schnell wieder verpufft. Die Freiberger Abwehr um die zweikampfstarken Richter und Löbel war stets Herr der Lage. Im Mittelfeld variierte der BSC klug das Tempo, lief den Gästen die Bälle ab (M. Krause, Mehner) und ließ den nominellen Favoriten immer wieder ins Leere laufen. "Es macht richtig Spaß, den Jungs zuzuschauen", so BSC-Chef Jörg Neuber.

Ein Klassenunterschied war ohnehin nicht erkennen. Im Gegenteil: Die Freiberger hatten Chancen, das Ergebnis deutlich auszubauen. Löbel per Kopf und Gommlich nach Flanke von Marcel Krause verpassten nur knapp. Das 2:0 war dann eine Koproduktion der beiden BSC-Spitzen, die unermüdlich rackerten: Tommy Gommlich störte den Chemnitzer Keeper nach einem Einwurf entscheidend, den Abpraller versenkte Paul Berger eiskalt. "Unser Sieg geht absolut in Ordnung", sagte der 25-Jährige, für den es nach einer Verletzung das erste Pflichtspiel der Saison war. Etwas mehr Gegenwehr habe man aber schon erwartet, so der Torschütze. Doch der BSC hatte die Partie voll im Griff und gestattete den lustlos wirkenden Chemnitzern bis zum Schluss keine einzige Chance mehr. "Wir haben ihnen die Lust am Fußball genommen", schmunzelte Sebastian Krause. Er hatte nach einer Gommlich-Flanke sogar noch das 3:0 auf dem Kopf.

Das Auslaufen durften die BSC-Spieler gestern Nachmittag dann ausnahmsweise weglassen. Dafür mussten sie den Platz abbauen. Den Siegern, die nun in Runde 3 auf ein großes Los hoffen dürfen, machte aber selbst das Spaß.

Statistik BSC Freiberg: Hauswald - Göll (28. Fischer), Richter, Löbel, Singer - Römmler, Mehner, S. Krause, M. Krause - Berger (71. Thomas), Gommlich

Tore: 1:0 S. Krause (36.), 2:0 Berger (63.) - SR: Eckardt (Döbeln) - Zu.: 101

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