Bergstädter strahlen in Kärnten

Die Freiberger Sportler haben bei den United-World-Games in Klagenfurt überzeugt. Die Schwimmer und Leichtathleten sammelten dabei fleißig Medaillen.

Freiberg.

Das "Experiment Klagenfurt", wie Katja Gorzolla, die Trainerin der Freiberger Leistungsgruppe im Schwimmen, den Ausflug nach Österreich zu den United-World-Games bezeichnet hat, war für Schwimmer, Leichtathleten und Tennisspieler aus der Bergstadt ein Erfolg. Denn nicht nur die Organisation des Großsportevents, das jährlich mehrere tausend Jugendliche anzieht, wusste zu überzeugen. Auch die Leistungen der Mittelsachsen sorgten für freudige Gesichter bei Trainern und Betreuern.

"Alles war wirklich auf die Sportler als Hauptakteure ausgerichtet und man fühlte sich vom ersten Moment an wohl", schildert Gorzolla ihre Eindrücke. Für die Schwimmer des SSV Freiberg war die Reise auch im Bezug auf die sportlichen Leistungen ein Experiment, denn erst vor drei Wochen starteten sie im dänischen Esbjerg beim 22. Internationalen Schwimmcup. "Das erforderte seitens der Sportler viel Disziplin, da die eigentlich gewohnte und auch nötige Regenerationspause ausfiel", so Gorzolla. Und trotz aller Bedenken schafften es die zehn Vertreter der Leistungsriege erneut, sich auf höchstem Niveau zu präsentieren. "Einige schraubten sogar ihre Bestzeiten noch einmal nach oben."

Die 15-jährige Bente Peuker erwies sich auch diesmal als sichere Bank. Die Sportlerin schwebte noch in Esbjerg-Laune von Medaille zu Medaille. Auch die gleichaltrige Judith Jaenicke-Rößler kam immer besser in Schwung und bewies besonders auf den Mittelstrecken ihre Stärken. In ebenfalls bestechender Form war auch Alexander Trommer, der sogar einen neuen Vereinsrekord über 200 Meter Freistil schwamm. "Dabei sah es anfangs so aus, als ob er zum tragischen Helden mutiert", sagt die Freiberger Trainerin über den 14-Jährigen. Denn trotz starker Leistungen landete er aufgrund einer "bärenstarken Konkurrenz" auf dem undankbaren 4. Platz. In der 4x100-Meter-Lagen-Staffel der Jungs kämpften die Mittelsachsen und wurden mit Bronze belohnt. Auch die Damen holten Bronze in der Lagenstaffel.

Der krönende Abschluss sollte am Sonntag die 8x50-Meter-Freistil-Staffel im Mixed werden. "Wir wollten unbedingt die Medaille", so die Freiberger Trainerin. Mit starken Einzelzeiten schafften die Freiberger eine kleine Sensation, als sie nach spannenden 3:33,03 Minuten zu Silber anschlugen. "Der Jubel kannte danach kaum Grenzen", so Gorzolla. Mit der Bilanz ist sie sehr zufrieden. "Insgesamt fischten wir 43 Medaillen aus dem Klagenfurter Becken - 9x Gold, 16x Silber, 18x Bronze." Ihre Schwimmer können nun in die verdiente Sommerpause gehen, wie sie ergänzt.

Auch die Leichtathleten haben am Wörthersee überzeugt. Insgesamt sammelten die zwölf Athleten des Freiberger PSV und des TVL Freiberg 16 Medaillen. Bereits am ersten Tag sorgten die älteren Sportler in ihren Einzeldisziplinen für Furore: Jule Bannach, Kasja Wolf und Laura Michelle Baldauf feierten einen Dreifacherfolg im Kugelstoßen. Es sollten nicht die letzten Medaillen sein: Bannach lief über 800m ebenfalls zu Gold und Wolf siegte im Weitsprung und im Speerwerfen. Nick Bellmann (U 16) gewann ebenfalls im Kugelstoßen Silber.

Am zweiten Tag absolvierten die jüngeren Sportler der U 14 ihren Mehrkampf, in dem auch die besten Einzelsportler geehrt wurden. Den größten Erfolg konnte dabei Noel Kaden verbuchen, er gewann über 60m Silber und im Weitsprung und Vortex-Wurf jeweils Bronze. Durch seine vierten Plätze in den anderen Disziplinen sicherte er sich in der Mehrkampfwertung ebenfalls die Bronzemedaille. Am erfolgreichsten in der weiblichen Konkurrenz war Anna Selcuktekin mit dem Gewinn der Bronzemedaille im Mehrkampf. Sie belohnte sich zusätzlich mit dem Gewinn der Silbermedaille im Weitsprung. Auch in der 4x400-Meter-Staffel der Mädchen gab es Grund zur Freude für die Freiberger, denn Frieda Schmitz, Anna Selcuktekin, Johanna Wersig und Lena Schröher sicherten sich mit einem taktisch klugen Lauf und viel Kampfgeist die Bronzemedaille. "Aber auch die anderen Athleten können stolz auf sich sein", wie Trainerin Susanne Scholze berichtet.

Nach einigen Jahren Pause traten auch wieder Tennisspieler des Freiberger HTC bei den United-World-Games an. Das Team um Marie Hubricht, Jacob Scheich, Lesie Oehme und Soufian Elharchani startete in der U 14, in der insgesamt neun Teams um das Edelmetall spielten. Gespielt wurde im Davis-Cup-Modus, jede Begegnung umfasste also vier Einzel und ein Doppel. In der Gruppenphase gelang es den Freibergern, drei ihrer vier Partien zu gewinnen. Der Höhepunkt war dabei die Begegnung gegen das sehr starke Team aus Graz, dass knapp 2:3 verloren ging. Damit erreichte das Team in der Gruppenwertung den 2. Platz, der zum Einzug in das kleine Finale berechtigte. Im Spiel um Bronze mussten sich die Freiberger einer Auswahl aus Kärnten geschlagen geben. "Eine starke Leistung. Der 4.Platz war vorher nicht zu erwarten", so Trainer Holger Scheich. (goja)

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