Brander müssen Segel streichen

In der 1. Runde des Fußball-Kreispokals hat es einige Mittelsachsenligisten erwischt. Der Zuger SV ist nach zwei Erfolgen weiter mit einem Duo dabei.

Zug/Königshain-Wiederau.

Bei den Fußballern des Zuger SV ist am Sonntag ein kleiner Feiertag gewesen. Beide Mannschaften des Vereins erreichten gegen höherklassige Mannschaften die 2. Runde im Kreispokal. Nachdem die Zweitvertretung den BSC Freiberg II mit 2:1 aus dem Wettbewerb schoss, legte die Mittelsachsenklasse-Elf ebenfalls gegen einen Mittelsachsenligisten nach: Das Team von Trainer Andreas Kurzhals schlug den FSV Motor Brand-Erbisdorf mit 1:0 (0:0).

"Der Sieg unserer zweiten Mannschaft ist sicherlich die noch größere Überraschung", sagte Kurzhals. "Aber auch unser Erfolg gegen Brand-Erbisdorf war verdient." Das Tor des Nachmittags schoss Nick Waydera nach einem Konter in der 55.Minute. Kurz zuvor gab es auf der anderen Seite des Spielfelds eine Szene, die noch weiter für Diskussionen sorgen könnte: Nach einer Rettungstat mit dem Fuß blieb der Zuger Torwart Robin Fritzsche verletzt am Boden liegen. Die Gastgeber stellten daraufhin die Zweikampfführung ein - in der Hoffnung, dass die Brander den Ball fairerweise ins Aus schießen. Der Schiedsrichter unterbrach die Partie nicht, stattdessen flog der Ball ins verwaiste Zuger Tor. Erst dann ertönte der Pfiff. "Eigentlich wurde uns hier ein reguläres Tor aberkannt", sagt der Brander Trainer Steffen Teichert. "Ich muss ja für meine Mannschaft sprechen, darum werden wir wohl Protest einlegen." Dass es spielerisch keine Glanzleistung seiner Männer war, daran hatte auch er keinen Zweifel.

Etwas zurückgeworfen wurden am Sonntag auch die Mittelsachsenliga-Kicker von Barkas Frankenberg. Sie unterlagen bei Mittelsachsenklasse-Vertreter SV Marbach mit 4:5 (1:3). "Aber dieses Spiel dürfen wir nicht verlieren", sagt der Frankenberger Coach André Rother. "Vier Gegentore fallen nach dem gleichen Schema, und das müssen wir besser verteidigen." Vor allem den Marbacher Torjäger, Ronny Wiesner, bekamen die jungen Barkas-Kicker nicht in den Griff. Er erzielte vier der fünf Treffer für die Gastgeber. "Das war zu wenig für unsere Ansprüche."

Knapp war auch die Partie zwischen dem TSV Penig (Kreisliga) und der zweiten Mannschaft von Germania Mittweida (Mittelsachsenliga). Doch hier gewann das höherklassige Team mit 1:0. "Aber wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", sagt der Mittweidaer Mannschaftsleiter Chris Müller. "Die Peniger haben stark gekämpft und hatten auch die besseren Chancen." Ein von Nick Goeschel verwandelter Foulelfmeter brachte in der 63. Minute die Entscheidung. "Wir nehmen den Pokal definitiv ernst, da wir einen großen Kader haben und wir allen Jungs Spielzeit geben wollen", so Müller.

Fest steht nach der 1. Runde auch, dass zwei andere Vereine als im Sommer im Finale stehen werden. Denn der Vorjahresfinalist und Aufsteiger in die Mittelsachsenliga, Wacker Auerswalde, ist nach dem spektakulären 4:5 nach Verlängerung (2:2, 3:3) beim SSV Königshain-Wiederau aus der Mittelsachsenklasse draußen. Dabei sah es nach 22 Minuten nach einem normalen Pokalspiel aus, denn die Auerswalder führten mit 2:0. "Wir haben sie bei den beiden Gegentoren eingeladen", sagt der Wiederauer Co-Trainer Silvio Dost. Adrian Wild gelang der Anschluss. "Er hat wie zwei andere schon vormittags bei der A-Jugend gespielt", so Dost. Noch vor der Pause traf er zum 2:2 und ließ in der 72. Minute mit einem Solo die Führung für den Außenseiter folgen. "Dass wir dann in der 93. Minute den Ausgleich kriegen, ist natürlich bitter", sagt der Wiederauer Co-Trainer. Doch die Moral der Gastgeber war nicht gebrochen: Philipp Sacher (97.) und Conor Kirsten (110.) sorgten für die 5:3-Führung, Wacker gelang durch Tom Gerhardt noch der Anschluss. "Was die Mannschaft in puncto Moral und Kampfbereitschaft gezeigt hat, war sensationell", so Dost, der den Schwung mit in die Liga nehmen will.

Das einzige Pokalspiel, das erst im Elfmeterschießen entschieden wurde, ist die Partie zwischen Rotation Göritzhain und Einheit Claußnitz gewesen. Die Claußnitzer gewannen mit 4:2, obwohl sie vom Punkt selbst nur zweimal trafen. Da aber von Göritzhain keiner verwandelte, reichte das den Gästen. "Wir hätten es vorher klarmachen müssen", sagt Rotation-Trainer Ringo Gründel. "Vor allem ärgert mich, dass wir in Überzahl den Ausgleich kassieren." Claußnitz musste mit zehn Mann weiterspielen, da sie nach einer Verletzung nicht mehr wechseln konnten.

Der Großteil der Mittelsachsenligisten gab sich keine Blöße. Der TSV Flöha schenkte der zweiten Mannschaft des TSV Langhennersdorf 14 Tore ein, Oederan (7:0 gegen den TSV Dittersbach) und Langhennersdorf (7:1 in Sachsenburg) lösten ihre Aufgaben ähnlich souverän wie Rochlitz gegen Claußnitz II (6:0) und der SV Geringswalde/Schweikershain (4:1 in Taura).

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