BSC: Kein Sieg - und auch kein Aufstieg

Die Freiberger Fußballer haben den Staffelsieg in der Landesklasse Mitte nach dem 1:1 in Hartmannsdorf immer noch nicht sicher. Doch es gab noch einen größeren Wermutstropfen.

Freiberg.

Jörg Neuber konnte sich am Ende - wie alle Freiberger - nicht so richtig freuen. "Die Mannschaft hätte den Sieg verdient gehabt", sagte der Vorsitzende des BSC Freiberg am Sonntag nach dem vorletzten Saisonspiel in der Fußball-Landesklasse Mitte. Durch das 1:1 (0:1) beim Hartmannsdorfer SV Empor hat der BSC (54) zwar noch drei Punkte Vorsprung auf Verfolger Motor Wilsdruff (51/1:0 gegen Meißen) sowie das um elf Treffer bessere Torverhältnis. Doch rechnerisch ist der BSC damit noch nicht durch - weshalb auch die zur möglichen Meisterehrung gekommenen Vertreter des Sächsischen Fußballverbandes am Ende unverrichteter Dinge wieder abreisen mussten.

"Für die Jungs ist es schade. Sie wollten den Sack unbedingt zumachen und hätten eigentlich auch gewinnen müssen", sagte Neuber nach der Partie auf dem Waldsportplatz in Hartmannsdorf, die mehr als 300 Zuschauer sahen. Im Prinzip war es 90Minuten lang ein Spiel auf ein Tor (auf das der Gastgeber), in dem die Freiberger aber bei ihren Chancen sündigten. In der 1. Halbzeit retteten Pfosten und Latte für Empor, nach der Pause vergab der BSC unter anderem einen Foulelfmeter (75.).

Empor hatte einen seiner wenigen Konter zur frühen Führung (12.) genutzt. Das 1:1 besorgte dann der gerade eingewechselte Thomas Zaharanski, der einen schönen Angriff über Tommy Gommlich und Tom Fischer aus Nahdistanz eiskalt abschloss. Wenig später wurde Zaharanski im Strafraum gefoult, doch Stefan Richter scheiterte vom Punkt. "Ausgerechnet unser sicherster Schütze", raufte sich Swen Hennig, der Co-Trainer des BSC, die Haare. Das sei aber symptomatisch für das Spiel gewesen: "Wir waren haushoch überlegen, haben spielerisch überzeugt, doch im Abschluss haperte es an allen Ecken und Enden."

Mindestens 14-mal habe man den Siegtreffer auf dem Fuß gehabt, stöhnte Spielertrainer Rico Thomas. Zwar blieb seine Elf zum 22. Mal ungeschlagen und hat den Staffelsieg aufgrund des guten Torverhältnisses trotzdem fast sicher. Dennoch überwiege die Enttäuschung. "Wir wollten heute feiern, haben es aber erneut nicht geschafft, das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden", sagte Thomas. Die überraschende Entscheidung des Vereins, im Falle der Meisterschaft nun doch nicht aufsteigen zu wollen, habe die Mannschaft dabei nicht gehemmt, betonte der Spielertrainer. "Die haben wir alle gemeinsam getroffen."

Am Donnerstagabend hatte der BSC nach einer Beratung zwischen der sportlichen Leitung des Teams und dem Vorstand bekannt gegeben, auch in der kommenden Saison in der Landesklasse zu spielen. "Leider ist es uns bis jetzt nicht gelungen, die Mannschaft vor allem in der Breite so zu verstärken, dass ein Aufstieg in die Landesliga sinnvoll wäre", sagte BSC-Chef Neuber. Man habe immer betont, dass auf dem Weg nach oben noch einige Hürden zu nehmen sind und Hausaufgaben gemacht werden müssen. Das habe man leider nicht geschafft, so der 46-jährige Rechtsanwalt.

Deshalb sei man überein gekommen, nicht mit einem zu kleinen Kader ein sportliches und finanzielles Abenteuer suchen wollen. "Wir haben nochmals Bilanz gezogen und uns ehrlich gefragt, ob wir mit diesem Potenzial den Aufstieg wagen können", sagte Neuber. Die Antwort sei "nein" gewesen. "Das macht so keinen Sinn."

Statistik BSC Freiberg: Hauswald - Göll, Löbel, Richter, Singer - Römmler, Thomas, Fischer, M. Krause - Gommlich, Rudolph (65. Zaharanski) Tore: 1:0 Bendix (12.9, 1:1 Zaharanski (67.) - SR: Evler (Dresden) - Zu.: 320

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