CFC-Talent packt seine Koffer

In den vergangenen sieben Jahren hat Florian Hansch in allen Nachwuchsteams des Chemnitzer FC gegen den Ball getreten. Ab heute zieht der Erdmannsdorfer die Shirts des SV Sandhausen über.

Erdmannsdorf.

Wenn es die Lebensplanung ergeben sollte, dass Florian Hansch einmal seinen Enkeln über seine Zeit als Fußball-Profi erzählen sollte - den Sommer 2018 dürfte er sicherlich etwas intensiver betrachten. Denn derzeit ändert sich im Leben des Sportlers praktisch alles, was sich ändern könnte.

Sicherlich hätten sich viele Fans und Personen im Umfeld des Chemnitzer FC gewünscht, dass die schnelle Offensivkraft dem Verein weiterhin die Treue hält. Schließlich hat der Erdmannsdorfer seit 2011 hier die gesamte Nachwuchsschule durchlaufen. Doch nach dem Abstieg im Mai hatte sein Vertrag bei den Himmelblauen keine Gültigkeit mehr, das Arbeitspapier war nur für die Dritte und Zweite Liga fixiert. Während der CFC nun kleinere Brötchen backen muss, steht Hansch die etwas größere Fußball-Bühne zur Verfügung. Er hat für die nächsten drei Jahre beim Zweitligisten SV Sandhausen unterschrieben. Doch nicht nur sportlich läuft bei dem 22-Jährigen jetzt vieles anders. Bisher wohnte Hansch zu Hause in Erdmannsdorf, brauchte mit dem Auto 15 Minuten bis zum Trainingsgelände im Sportforum. Und er konnte sich verschiedener Serviceleistungen seiner Mutter sicher sein. "Ich habe zum Beispiel leckeres Essen und die Sachen gewaschen bekommen. Das muss ich jetzt alles selbst machen", sagt Hansch.

Für einen jungen Mann, dessen Fingerabdrücke noch nie an einem Bedienungsknopf der häuslichen Waschmaschine festgestellt wurden, und dessen küchentechnischen Fähigkeiten bisher vor allem darauf beruhten, Brot abzuschneiden, ein Rührei herzustellen oder Nudeln zu kochen, stellt dies sicherlich eine Bewährungsprobe dar. Aber Hansch sieht die Situation nicht dramatisch. "Ich denke, das wird kein großes Problem, auch wenn es zunächst eine Umstellung ist. Früher oder später geht jeder diesen Schritt im Leben. Jetzt bin ich froh, dass dies nun bei mir passiert und ich dadurch selbstständiger werde", sagt Hansch, der seine erste Bekanntschaft mit dem Fußball bei Eintracht Erdmannsdorf/Augustusburg schloss. Zurzeit sucht der Ex-Chemnitzer in Sandhausen eine Wohnung, wird sich auch um den Kauf einer Waschmaschine und diverser Küchengeräte kümmern.

Den Schritt, nun die vertraute Umgebung zu verlassen, hat Hansch mit seinen Eltern, aber auch mit erfahrenen Spielern wie zum Beispiel Julius Reinhardt intensiv besprochen. "Sie haben mich bestärkt, die Chance zu nutzen. Sicherlich geht es für mich sportlich aufwärts. Allerdings werde ich auch einiges vermissen. Schließlich habe ich mich beim CFC wohlgefühlt und viele Freunde hier. Doch dass ich jetzt weggehe, ist sicherlich ein ganz normaler Werdegang."

Von seiner künftigen Mannschaft kennt er niemanden persönlich. Erst zum Trainingsauftakt heute kommt es zur ersten Begegnung mit seinen neuen Teamkollegen. Am 29. Juni wird Hansch gegen den Heidelberger Landesligisten ASC Neuenheim dann das erste Mal das Trikot des SV Sandhausen tragen. "Ich komme in ein neues Umfeld, das ist sicherlich eine große Herausforderung. Ich werde die Sache ruhig und bodenständig angehen, stecke aber voller Vorfreude und dürfte keine Probleme haben, die entsprechenden Kontakte aufzubauen", sagt der Kicker, der in der abgelaufenen Drittligasaison drei Tore für den CFC erzielt hat. Der Kontakt nach Sandhausen wurde über seine Spielerberater aus Hohenstein-Ernstthal hergestellt. Auch der Drittligist VfL Osnabrück soll Interesse an Hansch gezeigt haben.

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