Dachse beißen sich oben fest

Die Oberliga-Handballer der HSG haben ihre Siegesserie in Apolda fortgesetzt. Beim Rückrundenstart traten die Freiberger wie ein Spitzenteam auf.

Freiberg.

Vielleicht waren es auch die Socken. Björn Richter lief am Sonnabend im Oberliga-Duell der HSG Freiberg beim HSV Apolda mit einer überaus farbenfrohen Fußbekleidung auf - als Glücksbringer, wie der Rechtsaußen versicherte. Am Nikolaustag habe er sie bekommen, "und es hat funktioniert", erklärte der 22-Jährige schmunzelnd. Und zwar in doppelter Hinsicht: Die HSG gewann bei den unbequemen Thüringern sicher mit 30:25 (10:14), wobei Richter ein starkes Spiel machte. Vier Tore, einen Siebenmeter herausgeholt und mehrere zweite Bälle erkämpft - "seine bislang beste Vorstellung in dieser Saison", lobte Co-Trainer Andreas Tietze den jungen Linkshänder.

Nur knapp 200 Fans verloren sich Samstagabend in der neuen Apol-daer Sporthalle, die immerhin 1500 Zuschauer fasst. Und je länger das Spiel dauerte, um so mehr waren vor allem die 25 mitgereisten HSG-Fans zu hören. Denn die Gäste, die überraschend mit Oldie Gerd Vogel im Tor begannen (Dominik Balin fiel erneut erkrankt aus), bestimmten von der 1.Minute an das Geschehen. Zwar warf der Ungar Norbert Bán Apolda 1:0 in Front, es sollte aber die einzige Führung für die Gastgeber bleiben. Bereits nach einer Viertelstunde hatten der starke Richter sowie Eric Neumann, Benedikt Bayer und Nico Werner die HSG mit vier Toren nach vorn gebracht.

Die ersten 30 Minuten gehörten zu den bislang besten in dieser Saison, sagte HSG-Trainer Jiri Tancos zur fast lehrbuchreifen Vorstellung seines Teams. Es habe alles geklappt, was man sich vorgenommen habe - schnelle Mitte, Positionsangriff und Konter. Und die Abwehr funktioniert bei der HSG ohnehin bestens. Keeper Vogel brauchte minutenlang gar nicht einzugreifen. Dann zeigte der 36-Jährige jedoch mit vier Paraden in Folge, dass er nach wie vor ein starker Rückhalt ist. Es sei wichtig gewesen, den HSV auf Distanz zu halten, sagte Vogel. "Und wir haben ihre Fehler sehr gut genutzt."

Ruhig, konzentriert und abgeklärt - die Freiberger agierten wie ein Spitzenteam. Nur kurz vor der Halbzeit, beim 13:6, gab es einen kleinen Knick: Der HSV kam auf 10:13 heran, ehe Alexander Matschos die Aufholjagd mit einem wuchtigen Wurf zum 14:10 stoppte.

Nach der Pause hatte die HSG etwas Mühe, den Spielfaden aufzunehmen. Jan Mojzis, Miroslav Jahn per Kempa-Trick und einmal mehr Matschos hielten den Vorsprung der Gäste aber konstant. Nur einmal konnte der HSV auf drei Tore verkürzen (16:19/45.). Mojzis und der wurfgewaltige Matschos sorgten jedoch postwendend wieder für klare Fronten. "Wir haben heute vorn genau die richtigen Entscheidungen getroffen", sagte der 37-Jährige. Und jeder habe erneut seinen Anteil zum Sieg geleistet, so der mitspielende Co-Trainer, der mit acht Toren bester HSG-Werfer war - und vor allem immer dann zur Stelle, wenn es einmal brenzlig zu werden drohte.

In der Schlussphase setzten Mirilo (7 Tore) und Veselinovic (4) beim HSV zwar einige Akzente aus dem Rückraum. Doch die HSG hatte stets eine Antwort parat. Neumann, Werner, Matschos, Richter und Bayer ließen zu keiner Phase etwas anbrennen. "Heute hat man unser neues Selbstvertrauen gesehen", sagte Benedikt Bayer. Zudem seien alle Positionen sehr gut eingesetzt worden, so der Linksaußen, der sieben Tore beisteuerte und dabei auch am Siebenmeterpunkt cool blieb.

Für Stefan Lange war es ein perfekter Auftritt: "Ich hatte großen Respekt vor diesem Spiel. Aber die Mannschaft hat das souverän gelöst - Hut ab", erklärte der HSG-Geschäftsführer. Mit 17:11 Punkten rückte die HSG auf Platz 4 vor. Gegen Zwickau soll nun im letzten Spiel des Jahres der fünfte Sieg in Folge her. "Dann können wir Weihnachten ein Stück Gans mehr essen", grinste der verletzte Hannes Rabe. Und bei Björn Richter werden unter dem Tannenbaum noch zehn Paar "Happy Socks" liegen, versprach Geschäftsführer Lange. "In allen erdenklichen Farben."

Statistik HSG Freiberg: Vogel, Hensel; Bayer (7/4), Lehmann, Neumann (4), Jahn (1), Richter (4), Matschos (8), Werner (4), Mojzis (2), Wolf (n.e.), Harvan (n.e.), Gelnar (n.e.)

Siebenmeter: HSG 5/4, HSV 2/2 - Zeitstrafen: HSG 4, HSV 8 min - SR: Franke/Perll (Bernburg/Thale) - Zuschauer: 198

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