Ein Erzgebirger am Erzberg

Lucas Müller aus Erdmannsdorf ist beim Erzberg-Rodeo in Eisenerz dabei gewesen - mit der Crème de la Crème des Endurosports.

Erdmannsdorf.

Wie 1700 andere Motorradgeländefahrer ist auch Lucas Müller dem Ruf des Berges gefolgt. Der Erdmannsdorfer ist beim Erzberg-Rodeo in Österreich gestartet. Das zu den härtesten Extrem-Enduro-Rennen der Welt zählende Spektakel hielt auch bei seiner 25.Auflage, was es versprach: Nur 16Fahrer sahen die Zielflagge. Lucas Müller schaffte es bei seiner Premiere am Berg aus Eisen auf Rang 183. "Damit bin ich zufrieden. Aber wenn alles gepasst hätte, wäre mehr drin gewesen", sagt der 19-Jährige.

Los ging das mehrtägige Kräftemessen im größten Eisenerztagbau Mitteleuropas mit einem Einzelzeitfahren. Beim sogenannten Iron- Road-Prolog galt es, eine etwa 15 Kilometer lange Schotterpiste, die sich - mit allerhand Hindernissen gespickt - bis auf den Gipfel schlängelte, so schnell wie möglich hinaufzubrettern. Denn nur die 500 Schnellsten der knapp 1700 Starter qualifizierten sich für das Hauptrennen. Ein spanischer KTM-Werksfahrer meisterte den Gipfelsturm in 9:26Minuten. Der Neuling aus dem Zschopautal benötigte 10:52 (288.). Das bedeutete, dass Lucas Müller beim "Erzbergrodeo Red Bull Hare Scramble" mit einem Platz in der sechsten Startreihe vorliebnehmen musste - und so erst 23 Minuten nach den 50 Prolog-Schnellsten das Rennen aufnehmen konnte.

In der ersten Startreihe stand mit den Briten Graham Jarvis, Billy Bolt, und Jonny Walker, Mario Roman und Alfredo Gomez aus Spanien, dem Südafrikaner Wade Young und Taddy Blazusiak aus Polen sowie dem Deutschen Manuel Lettenbichler die Crème de la Crème des internationalen Extrem-Enduro-Sports. Doch der angehende Kfz-Mechatroniker aus Erdmannsdorf zeigte sich unbeeindruckt von großen Namen und Rückstand. "Ich hatte eine tolle Fahrt durch die ersten Kontrollpunkte und innerhalb weniger Minuten bereits 130 Fahrer überholt", berichtet Müller. Aber dann hörte der Spaß auf. "Ich steckte im Verkehr und dem schlammigen Boden auf den Waldabschnitten fest", schildert der Motorsportler die kräfteraubende Schinderei auf der aus 26 Sektionen bestehenden, 35 Kilometer langen Strecke. Zeitlimit: vier Stunden.

Im Wissen, dass er nicht aufgeben würde, kämpfte Müller weiter und schaffte es in den Abschnitt 11. "Da lag ich auf Rang 152 und hatte noch eine Stunde Zeit, freie Bahn und viele Reserven", so der Erzgebirger am Erzberg. Doch nur fünf Minuten später war die Hatz beendet. "Kurz vor Kontrollpunkt 12 zerstörte ein Stein den rechten Kühler meines Motorrades", ärgert sich Müller.

Ein Jahr lang habe er sich auf den Härtetest am Erzberg vorbereitet, berichtet der Hobbyfahrer, der erst vor drei Jahren mit dem Geländesport begann. "Silvester 2016 saß ich das erste Mal auf einer Geländemaschine", so Müller, der sich seitdem bereits einen Namen in der Szene gemacht hat. "Es soll in erster Linie Spaß machen. Ich setze mich nicht unter Druck, mache das, was zeitlich und finanziell möglich ist." Ohne die Unterstützung seines Chefs, seiner Eltern, denen in Erdmannsdorf das Blockhaus-Café gehört, und anderer Sponsoren könnte er sein Hobby nicht so ausüben.

Das nächste Kräftemessen steht am 15. Juni beim "Knorpelschänken-Enduro" vor den Toren Dresdens an. Im November möchte Lucas Müller beim "Getzenrodeo" in Grießbach starten, dem Finale der World-Enduro-Super-Series.

Ergebnisse Erzbergrodeo: 1. Jarvis (Großbritannien/Husqvarna), 2. Lettenbichler (Kiefersfelden/KTM), 3. Roman (Sherco), 4.Gomez (beide Spanien/Husqvarna), 5.Young (Südafrika/Sherco), 6. Blazusiak (Polen/KTM), ... 97. Nick Emmrich (Borstendorf/Sherco), 120. Maik Schubert (Hopfgarten), 183. Lucas Müller (Erdmannsdorf), 233. Bert Meyer (Schönbrunn/alle KTM)

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