Eppendorfer hat die Chance auf drei Titelgewinne

Enduro-Pilot Oliver Otte fährt eine bislang starke Saison. In zwei Einzelklassen ist er Gesamtführender. Nun warten allerdings Premieren auf ihn.

Eppendorf.

Es ist schon eine gewisse Überraschung sowohl für sein Team KTM Sturm Zschopau als auch ihn selbst, dass der Eppendorfer Geländefahrer Oliver Otte nach vier Läufen zum Deutschen Endu-rocup (vorher Pokal) nunmehr sowohl in seiner Klasse E3B als auch in der Wertung aller Klassen (B-Championat) die Führung übernommen hat. Schließlich fand der Eppendorfer erst spät zum Endurosport und hat sich auch schon sehr schmerzhafte Verletzungen zugezogen.

Doch daran verschwendet der 27-Jährige momentan überhaupt keinen Gedanken. Auch nicht daran, dass er nach einem schweren Sturz mit einigen Tagen im Koma eigentlich aufhören wollte. Vielmehr ist er zwar ehrgeizig, aber sehr mit Köpfchen unterwegs. "Ich bin beim jüngsten Lauf in Waldkappel, als es bei einem Test so stark geregnet hat, bewusst sehr vorsichtig gewesen. Es bringt ja nichts, auf Angriff zu fahren und dann zu stürzen. Das sieht man auch an meiner Zeit in der Sonderprüfung, als ich nur Elfter im Championat war." Doch danach legte der Mittelsachse eine richtig große Schippe drauf und fuhr sein bislang bestes Resultat der Serie ein. Zweiter in der Gesamtwertung und Sieg in der E3B. So gab es auch Lob vom Teamchef Harald Sturm, der Otte eine "starke Leistung" attestierte. Die daraus resultierende Doppelführung will er jetzt natürlich auch nach Hause bringen. Dass dies gegen die starke Konkurrenz schwer wird, weiß er natürlich und begründet dies auch mit einem weiteren Aspekt: "Es gibt für mich in dieser Saison nur noch Premieren. Sowohl in Tucheim, Streitberg als auch Kempenich werde ich das erste Mal dabei sein", sagt der Vorjahressechste der E3B. Dabei hofft er, dass bei allen drei Veranstaltungen ein ähnlich anspruchsvolles Gelände und Top-Organisation wie in Waldkappel geboten wird. "Die Läufe in Burg gingen gar nicht. Das war teils lebensgefährlich", kritisiert Oliver Otte, der mit dieser Meinung bei weitem nicht allein dasteht.

Auf dem Weg zum möglichen Doppelgold als Solist, dem sogar noch ein dritter Titel als Team ADAC Sachsen gemeinsam mit Michael Domogalla (Zschopau) und René Tänzer (Cavertitz) folgen könnte (das Trio führt derzeit), wird der Mittelsachse wohl oder übel eine bittere Pille schlucken müssen. Es ist der Verzicht auf sein Heimspiel "Rund um Zschopau" am 22.Oktober. Unter den Geländefahrern ist der Enduroklassiker der unbestrittene Höhepunkt der Saison, wobei für viele allein das Ankommen schon ein riesiger Erfolg ist. "Zschopau ist natürlich die größte sportliche Herausforderung der Saison. Leider zählt der Lauf nicht zum Endurocup, sondern nur zur Meisterschaft. Da unser B-Finale aber nur einen Tag später, also am 23. Oktober in Kempenich stattfindet, werde ich wahrscheinlich bei uns im Erzgebirge nicht an den Start gehen."

Nicht nur er fragt sich deshalb, warum die Finalläufe für die A/I-Lizenz und die B-Lizenz zum wiederholten Mal terminlich nicht mal eine Woche auseinander liegen könnten. Weiter geht es im Endurosport in Tucheim am 17. September.

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