Erdmannsdorfer fühlt sich wohl in Liga 2

Florian Hansch hat nach dem Abstieg seines Ex-Vereins eine neue Heimat gefunden. Dabei meistert der Fußballer neue Herausforderungen nicht nur auf dem Rasen.

Sandhausen/Erdmannsdorf.

Jahrelang brauchte Florian Hansch nur aus dem Fenster des elterlichen Wohnzimmers schauen, um die Augustusburg zu sehen. Auch seit diesem Sommer muss sich der Erdmannsdorfer nur ein wenig strecken, um ein Schloss zu sehen, konkret das Wahrzeichen der Stadt Heidelberg. Schließlich befindet sich das Sportzentrum des Fußball-Zweitligisten SV Sandhausen, bei dem Hansch seit dieser Saison für drei Jahre unter Vertrag steht, nur einige Kilometer davon entfernt.

Bisher kannte der schnelle Offensivspieler praktisch nur den Chemnitzer FC, von einer einjährigen Leihe nach Bautzen abgesehen. Doch nach dem Drittligaabstieg des CFC entschloss er sich zu einem Tapetenwechsel "Ich habe mich hier gut eingelebt, fühle mich wohl und komme klar", sagt Hansch. Allerdings sind es bis nach Hause fast 500 Kilometer. Heimfahrten fanden bisher noch nicht statt. "Vielleicht schaffe ich es mal an diesem Wochenende, da wir schon am Freitag spielen", sagt der Kicker. Gleich im ersten Punktspiel der Saison erlebte Hansch seine Zweitligapremiere, auch wenn er bei der 1:2 Niederlage gegen Greuther Fürth nur die letzten fünf Minuten mitmischen durfte: "Im Moment der Einwechslung war ich voll auf die Sache fokussiert. Doch auf der Heimfahrt im Mannschaftsbus wurde mir erst einmal richtig bewusst, dass ich gerade meinen ersten Einsatz in der 2. Liga hatte."

Gegen den Hamburger SV (0:3) stand der Erdmannsdorfer im Kader, bekam aber keine Einsatzzeit. Beim 6:0-Pokalsieg über Rot-Weiß Oberhausen durfte Hansch eine Viertelstunde ran. Um künftig länger zu spielen, muss er sich im Training immer wieder anbieten. "Die Einheiten gehen gegenüber dem, was ich gewohnt bin, länger und sind aus meiner Sicht auch intensiver", sagt die Offensivkraft. Dabei habe er aber keine Schwierigkeiten, den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden: "In Sachen Fitness und Laufintensität war ich schon immer fit, da habe ich keine Probleme."

Mittlerweile hat sich Hansch, der am Mittwoch seinen 23. Geburtstag feierte, häuslich eingerichtet. Er wohnt fünf Autominuten vom Sportzentrum entfernt in einer 58Quadratmeter großen Wohnung in Walldorf. In der rund 15.000 Einwohner zählenden Stadt nutzt Hansch die freie Zeit auch dazu, in der Fußgängerzone zu relaxen. "Ich gehe aber nicht jeden Tag essen, sondern habe in der Küche schon beachtliche Fortschritte erzielt und sehe in der Zubereitung von Fisch oder Bratgemüse keine Hürde mehr", sagt der Spieler grinsend. Dennoch steht er hin und wieder vor einem Problem. "Ich habe in der Wohnung keine Spülmaschine, deshalb muss ich mit der Hand aufwaschen - das ist immer wieder eine Herausforderung", so der schmunzelnde Hansch. Heute bleibt sowieso alles liegen. Denn bereits gestern reiste der SVSandhausen nach Bochum, um heute Abend das fällige Punktspiel zu absolvieren. Und vielleicht darf Hansch dann wieder mitmischen.

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