Erst Dramatik, dann großer Jubel

Die HSG Freiberg II hat sich ins Halbfinale des Sachsenpokals gekämpft. Die Dachse lieferten beim 40:39-Sieg einen Krimi ab.

Freiberg.

Die Handballer der HSG Freiberg II sind in ihren beruflichen Leben unter anderem als Klimatechniker, Immobilienfachmann, Metallbauer oder Lehrer tätig. Doch jetzt haben sich die Männer kollektiv als Krimiautoren empfohlen. Denn das Szenario, dass sie sich für das Sachsenpokalspiel gegen Germania Zwenkau ausgedacht hatten, hätte jeden Spielfilm aus der "Tatort"- Reihe in den Schatten gestellt. Immer wieder fielen in letzter Sekunde wichtige Tore. Allerdings schienen die HSG-Recken beim Schreiben des Drehbuchs auch eine kleine Anleihe auf eine Rosamunde-Pilcher-Filme aufgenommen zu haben. Schließlich gab es für die Bergstädter ein glückliches Ende. Sie gewannen durch einen Treffer durch Alexander Matschos zwei Sekunden vor Ablauf der Verlängerung 40:39 (35:35, 16:17) und stehen nun im Halbfinale des Sachsenpokals.

Zunächst schien es, als würde die Begegnung, die vor knapp 50 Zuschauern in Weißenborn ausgetragen wurde, einen ruhigen Verlauf nehmen. Nach 12 Minuten traf Richard Wolowski, der insgesamt neun Tore markierte und mit einer starken Leistung überzeugen konnten, zum 10:4 für Freiberg. "Wir haben dann aber die Führung leichtfertig aus der Hand gegeben, da phasenweise die Körpersprache fehlte", schätzte HSG-Trainer Markus Lehmann ein. So glich Zwenkau aus (13:13/24. Minute) und legte nach dem Seitenwechsel auf 23:21 (39.) vor. Danach ging es weiter eng zu, bevor es in der Schlussminute der regulären Spielzeit das erste Mal spektakulär wurde. In den letzten 24Sekunden spielte Freiberg ohne Torwart, dafür mit einem zusätzlichen Feldspieler. Wolowski besorgte fünf Sekunden vor Ultimo das 35:35. Die Germanen zielten danach vom Anwurfpunkt auf den leeren Kasten der HSG. Doch das Spielgerät ging knapp über die Latte - die Verlängerung war perfekt. Auch in der Zugabe blieb es zwischen beiden Teams ein Kopf-an-Kopf-Rennen. "Dabei standen wir aber in der Abwehr immer besser, Zwenkau musste sich jeden Treffer hart erarbeiten", berichtete Lehmann. Dann kam wieder das Tatort-Gefühl auf. Fünf Sekunden vor Ablauf der Verlängerung glich Germania zum 39:39 aus. In diesem Moment hatten auch sie den Torwart für einen weiteren Feldspieler geopfert. Freiberg eilte zum Anwurfpunkt: Alexander Matschos zog ab und setzte die Kugel an den Innenpfosten des verwaisten Zwenkauer Tores. Von dort sprang der Ball zum Endstand in die Maschen. Somit sicherte der Freiberger seiner Truppe nicht nur das Weiterkommen, sondern beschenkte sich auch zu seinem 39. Geburtstag, den er am Sonntag feierte.

Der Siegtorschütze, der sonst als Spielertrainer der ersten HSG-Garnitur agiert, war nicht der einzige Akteur aus dem Freiberger Oberligateam, das in diesem Pokal-Kracher auf der Platte stand. "Wir haben in gemeinsamer Absprache sowie Anwendung der Spielordnung die Spieler aus der ersten Mannschaft aufgeboten, die zuletzt kaum zum Einsatz kamen. Sie sollten in der Partie weitere Spielpraxis sammeln. Zudem war diese Hilfe auch notwendig, weil vom turnusmäßigen Kader der zweiten Mannschaft nicht alle Akteure zur Verfügung standen", sagte Krimi-Co-Autor Lehmann.

StatistikHSG Freiberg II: Meinicke, Renzing; Morgenstern (3), Steinfeld (9), Jahn, Matschos (5), Harvan (1), Oehme, Lehnert (3), Jehmlich (5), Haufe (1), Hengst (3), Gelnar (1), Wolowski (9/3); Siebenmeter: HSG: 3/3, Zwenkau 4/1 ; Zeitstrafen: HSG 6 min, Zwenkau 6 min; SR: Kretzschmar/Zeiske

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