Erzgebirgerin in den Rockys vorn dabei

Julia Richter vom SSV Sayda hat zum Auftakt der US-College-Liga aufhorchen lassen. Auch für eine Neuhausenerin ist die Saison gut angelaufen.

Sayda/Neuhausen.

Während die Skilangläufer hierzulande zumindest noch auf eine stark verkürzte Saison hoffen, sind zwei junge Erzgebirgerinnen auf der anderen Seite des Atlantiks schon voll in der Spur. Julia Richter vom SSV Sayda und Anna-Maria Dietze von Pulsschlag Neuhausen kehrten gerade vom ersten Wettkampfwochenende der US-amerikanischen College-Liga NCAA zurück, dem sie sogar ihren Stempel aufdrücken können. Allen voran Julia Richter: Die 21-Jährige, die seit 2018 an der Universität Utah studiert, lief bei den drei Rennen in Soldier Hollow auf die Plätze 2, 3 und 4 und unterstrich damit auch die dominierende Rolle ihres Ski-Teams in der Rocky Mountain College Ski Organisation. "Utah ist im Westen das stärkste Team. Wir fünf Mädels waren immer unter den besten zehn Sportlerinnen", freut sich die Erzgebirgerin.

Richter war mit einem 3. Platz im Klassiksprint über 1,5 Kilometer gestartet. Sie musste sich nach 3:55 Minuten nur ihrer Teamkollegin Syd Palmer-Leger (3:53) sowie einer weiteren Amerikanerin, Mariel Pulles (3:48) vom Team Fairbanks, geschlagen geben. Über 5 Kilometer Freistil wurde die Saydaerin in 12:38 Minuten Zweite. Mit Novie McCabe (12:14) war nur eine Teamkameradin schneller. Insgesamt starteten in beiden Rennen jeweils 180 Athletinnen. Platz 4 über 15 Kilometer klassisch nach 41:32 Minuten rundeten das gelungene Rennwochenende ab. "Das war ein richtig guter Auftakt, und die Stimmung im Team ist super", so Julia Richter, die ihre dritte College-Saison bestreitet.

Die zweite Erzgebirgerin, Anna-Marie Dietze, lief in Soldier Hollow zweimal in die Top Ten. Die 21-Jährige aus Seiffen, die für das Team der Uni Colorado startet, hatte auf den Olympia-Strecken von 2002 als bestes Resultat Platz 7 über 5 Kilometer zu Buche stehen, dazu kam Platz 8 im Sprint sowie Rang 19 über 15 Kilometer klassisch. Sie gehörte damit zu den besten Starterinnen ihres Teams. Am Mittwoch reisten die beiden deutschen Kadersportlerinnen bereits zu den nächsten Rennen nach Colorado. Insgesamt gibt es sechs Wettkampfwochenenden. Höhepunkt sind die NCAA-Meisterschaften Ende März, für die sich jeweils die besten vier Sportlerinnen jedes Teams qualifizieren.

Die Hygienevorschriften an der Uni und im Team seien streng, berichtet Julia Richter. "Wir werden mindestens einmal pro Woche getestet und zudem vor jedem Wettkampf." Der Unterricht laufe vorrangig online, so könne sie auch von den jeweiligen Wettkampforten aus teilnehmen, sagt die Studentin der Internationalen Beziehungen.

Merle Richter, die für die "Wildcats" der Northern Michigan University in Marquette startet, muss dagegen auf ihr Saisondebüt warten. Die 19-Jährige, die Sozialwesen studiert, konnte durch Covid-19 erst Mitte Dezember anreisen. Nach vier Wochen Vorbereitungstraining mit Schwester Julia in Utah warf sie eine Blinddarm-OP zurück. "Seit ein paar Tagen darf ich zumindest leicht trainieren", so Merle Richter. Sie hofft, in 14 Tagen ihren ersten Wettkampf absolvieren zu können - und am Ende vielleicht auch auf ein Ticket für NCAA-Meisterschaften. (mit tori)

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