"Etwas Vergleichbares gibt es nicht"

Der KSB Mittelsachsen erwartet mehr als 5500 junge Sportler zu den Kreis-Kinder- und Jugendspielen - Wettkämpfe in 27 Sportarten

Freiberg/Mittweida.

Im Mittweidaer Stadion am Schwanenteich werden am Sonnabend die Kreis-Kinder- und Jugendspiele 2019 eröffnet, die elften unter der Regie des Kreissportbundes Mittelsachsen. KSB-Geschäftsführer Benjamin Kahlert erwartet erneut mehr als 5500 Starter. Mit dem 35-jährigen Diplom-Soziologen, der seit 2017 die KSB-Geschäftsstelle in Freiberg leitet, hat sich Steffen Bauer unterhalten.

Freie Presse: Sind Sie gerüstet für den Ansturm von Tausenden von jungen Sportlern?

Benjamin Kahlert: Wir sind sehr gut gerüstet. Seit Mai hat es ja schon einige Wettkämpfe in den Sommersportarten gegeben, wie Kanu und Radsport, und gerade haben wir die Vorrunden im Grundschulvergleich der Leichtathletik gemeistert. Allein da waren rund 1000 Kinder dabei. Wir hoffen insgesamt auf einen ähnlichen Zuspruch wie im vorigen Jahr, als wir 5544 Sportler bei den Spielen begrüßen durften.

Mit welcher Mannschaftsstärke gehen die Organisatoren dabei ins Rennen?

Wir werden 540 Kampfrichter im Einsatz haben, die in erster Linie von den ausrichtenden Vereinen kommen. Aber auch die Mitarbeiter der Geschäftsstelle und einige Mitglieder des ehrenamtlichen Präsidiums sind im Einsatz. Für uns sind das wirklich Hauptkampftage.

Seit wann laufen die Vorbereitungen auf den sportlichen Höhepunkt des KSB?

Zum Teil gleich nach dem Ende der Vorjahreswettkämpfe. Richtig ernst ist es spätestens nach dem Landkreislauf im April geworden.

Wie haben sich die Teilnehmerzahlen in den vergangenen Jahren entwickelt?

In der Kernsportart Leichtathletik sind sie leider leicht nach unten gegangen. 2011 hatten wir noch weit über 500 Starter, in diesem Jahr werden es etwa 360. Andere Sportarten wie Turnen sowie Hand- und Fußball haben dagegen klar steigende Tendenz. Fußball war einige Jahre gar nicht im Programm und läuft jetzt sehr gut. Insgesamt sind die Teilnehmerzahlen in etwa konstant geblieben - aber auf einem wirklich hohen Niveau. Etwas Vergleichbares gibt es auf sportlicher Ebene in der Region nicht.

Von B bis V, von Badminton bis Voltigieren, reicht das Angebot, das fast identisch mit dem Vorjahr ist. Wer legt die Sportarten fest und wer entscheidet letztlich über das Programm?

Wir sprechen mit den Vereinen, ob sie sich beteiligen wollen und entscheiden dann in der Geschäftsstelle, was ins Programm kommt. Letztlich muss aber der Landessportbund sein Okay geben. Insgesamt kämpfen Nachwuchssportler aller Altersklassen in 27 Sportarten um Urkunden und Medaillen. Basketball ist im Vergleich zum Vorjahr wieder dabei, und nächstes Jahr möchte ich gern auch ein A in der Palette haben - wie American Football.

Wo erwarten Sie die meisten Starter, und wie sah es zuletzt mit der Zuschauerresonanz aus?

700 Sportler werden beim Handball auf Torejagd gehen, 650 beim Fußball. Aber auch die Drachenbootrennen mit 450 Startern ziehen richtig, und beim Turnen werden 250 Aktive an die Geräte gehen. Was die Zuschauer betrifft, gab es vor allem bei der Leichtathletik in Mittweida volle Ränge, während andere Wettkämpfe leider fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden.

Wie läuft die große Eröffnungsveranstaltung ab?

Nach dem feierlichen Einlaufen in das Stadion "Am Schwanenteich" in Mittweida wird die Flamme entzündet, anschließend der Eid der Athleten verlesen. Mit Sebastian Grummt und Arvid Wolf wurden in diesem Jahr zwei Leichtathleten des Freiberger PSV ausgewählt. Für die Kampfrichter spricht Wilfried Baumgart, der seit 49 Jahren Leichtathletik-Kampfrichter ist.

Was sind die sportlichen Höhepunktes des kommenden Wochenendes, und worauf freuen Sie sich am meisten?

Die Leichtathletikwettkämpfe und die Endrunden im Handball werden sicher sehr interessant. Als ehemaliger Kampfsportler freue ich mich besonders auf die Karatewettbewerbe in Rochlitz. Zudem werde ich unter anderem beim Rollkunstlauf in Waldheim, beim Badminton in Freiberg und beim Schach in Niederwiesa dabei sein.

Den Kinder- und Jugendspielen haftet immer noch ein wenig der Charme der ehemaligen DDR-Spartakiade an. Wurden Sie damit auch konfrontiert?

Die Spiele sind eine absolut tolle Geschichte und keineswegs eine Altlast. Das zeigt sich nicht zuletzt an der Begeisterung, mit der die jungen Sportler bei diesen Wettbewerben dabei sind. Und es ist ein idealer Einstieg für Kinder- und Jugendliche in den aktiven Wettkampfsport.

Im Zusammenwachsen der Regionen hat es nach der Kreisreform auch sportlich einige Probleme gegeben, nicht zuletzt, was den Raum Döbeln betrifft. Sind diese mehr als zehn Jahre nach Gründung des KSB Mittelsachsen inzwischen gelöst?

Wir versuchen alle mit ins Boot zu holen und sollten das mittlerweile auch geschafft haben. So werden in Döbeln die besten Boxer, Judoka und Tischtennisspieler gesucht. Insgesamt sind an drei Wochenenden 19 Städte und Gemeinden des Landkreises Gastgeber für Wettkämpfe.

Die Kinder- und Jugendspiele sind nicht zuletzt auch finanziell ein Kraftakt für den Kreissportbund. Wie stemmen Sie diesen Jahr für Jahr?

Wir haben dafür jährlich mehr als 30.000 Euro in unserem Haushalt eingeplant. Das Geld wird über die Sportförderrichtlinie des Landeskreises und Freistaates Sachsen bereit gestellt. Dazu kommen regionale Sponsoren wie die Sparkassen, die seit vorigem Jahr auch Namensgeber der Spiele sind.

Kreis-kinder- und Jugendspiele 2019 Zentrale Eröffnung: Sa., 9.30 Uhr, Stadion Am Schwanenteich Mittweida; Badminton, Aktive: So., 9 Uhr, Heubner-Sporthalle Freiberg; Nichtaktive: Sa., 8.30 Uhr Sportforum Pflaumenallee Hainichen; Bogensport: So., 10 Uhr Stadion Mittweida; Fechten : Sa., 10 Uhr Sporthalle Frankenberger Straße Oederan; Gerätturnen: Sa., 8.30 Uhr Pflicht, So., 9 Uhr, Kür, Sporthalle Pufendorfgymnasium Flöha; Handball, Endrunden: Jugend B - So., 13.15 Uhr in Burgstädt, Minis - So., 10.15 Uhr in Weißenborn; Karate: Sa., 10 Uhr Regenbogenhalle Rochlitz; Kegeln: Sa., 9 Uhr, Kegelbahn Heinrich-Heine-Straße Freiberg; Leichtathletik: Sa. 10.30 Uhr/So., 10 Uhr Stadion am Schwanenteich Mittweida; Rollkunstlauf: Sa., 13.30 Uhr Stadtsporthalle Waldheim; Schach: So., 9 Uhr Grundschule Niederwiesa; Tennis: Sa., 9 Uhr, Tennispark Hainichener Straße Freiberg

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