Ex-Kapitän startet an Seitenlinie durch

Die Lichtenberger Fußballer melden sich in der Landesklasse zurück. Dabei geht ein langjähriger Leistungsträger mittlerweile in anderer Funktion voran.

Lichtenberg.

Manuel Kluge fackelt meist nicht lange. Als Michael Palm Anfang 2018 kurzfristig aus beruflichen Gründen von seinem Amt als Trainer der Lichtenberger Fußballer zurücktrat, fragte der Verein beim damals 28-Jährigen an. Und der musste nicht lange überlegen. "Die Entscheidung war relativ einfach", blickt Manuel Kluge zurück. "Ich wollte so nah wie möglich an der Truppe dran sein - und das war die ideale Lösung."

Denn auf dem Platz konnte der zentrale Mittelfeldspieler seinen Teamkollegen nach dem mittlerweile dritten Kreuzbandriss gerade nicht helfen. "Es war schade, aber realistisch gesehen, hätte das wenig Sinn gemacht", so Kluge über sein frühes Karriereende. Der Müdisdorfer, der bei den A- und B-Junioren mit dem BSC Freiberg in der Landesliga spielte, trug insgesamt neun Jahre das SVL-Trikot - allerdings immer wieder von Verletzungen unterbrochen.

Auf der Trainerbank startete der Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik sofort durch. Unterstützt von Vater Heiko Kluge und Steffen Teichert gelang 2017/18 auf Anhieb noch der Sprung von Platz 4 auf Rang 2 der Mittelsachsenliga. Dabei hatte der langjährige Kapitän zunächst sehr viel Respekt vor seiner neuen Aufgabe. "Die halbe Mannschaft ist ja älter als ich gewesen", erzählt Kluge und schmunzelt.

Auch in der Saison 2018/19 kamen die Lichtenberger als Vizemeister ein - und hätten damals sogar aufsteigen können, da Meister Flöha verzichtete. Dafür sei die Truppe jedoch noch nicht gerüstet gewesen, sagt Kluge. "Wir waren einfach nicht konstant genug." Der junge Trainer wollte noch etwas mehr Zeit, um die Mannschaft weiterzuentwickeln. In der abgelaufenen Saison lief es dann von Beginn an nach Plan. 21 Siege in 26 Spielen, drei Remis und nur zwei Niederlagen stehen zu Buche - bei einem Torverhältnis von 91:27. "Dabei waren zwei der besten Offensivspieler des Kreises über weiter Strecken der Saison gar nicht dabei", erinnert der SVL-Trainer. Sebastian Zahn hatte sich im Herbst ebenso das Kreuzband gerissen wie Maximilian Molnar zu Beginn der Rückrunde. "Aber wie die Mannschaft das weggesteckt hat und noch enger zusammengerückt ist - Hut ab", sagt Kluge.

Am Ende stand die souveräne Meisterschaft mit sechs Punkten Vorsprung vor Verfolger Großwaltersdorf/Eppendorf, der den Lichtenbergern lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferte. Aber letztlich gingen auch beide direkten Duelle mit 3:2 und 4:2 ( auswärts vor knapp 300 Zuschauern) an den SVL. Damit war der Titelkampf praktisch entschieden, am Ende feierten die Lichtenberger nach einem hart erkämpften 2:1 gegen Fortschritt Lunzenau im Pokalfinale sogar das Double.

Das erfolgreiche Team geht auch die Herausforderung Landesklasse, aus der der SVL 2015/16 abgestiegen war, gemeinsam an. Nur Felix Krause gehört nicht mehr zum Kader. Dafür kehrt Robert Miersch vom Ex-Landesligisten Olbernhau zurück und bringt mit Markus Scholz noch einen Teamkollegen mit. Dazu gesellen sich Daniel Bellmann (Postschänke Burkersdorf) und Max Eckardt, der von den Langenauer A-Junioren zurückkommt.

"Wir haben den Kader punktuell verstärkt und weiter verjüngt", sagt Kluge. Nach drei Jahren Abstinenz gehe es zunächst darum, wieder Fuß in der Landesklasse zu fassen, so der junge Lichtenberger Trainer. Als Aufsteiger lautet das Ziel natürlich zuerst Klassenerhalt - aber die Lichtenberger gehen die neuen Aufgaben durchaus selbstbewusst an.

Dabei können die Fans ihr Team bereits in der Vorbereitung ausgiebig begutachten: Alle drei Tests gegen den Meeraner SV und Grün-Weiß Klaffenbach (beide Landesklasse West) sowie Sachsenliga-Aufsteiger Motor Wilsdruff finden in Lichtenberg statt, "allerdings auf unserem B-Platz", so Kluge. In Runde 1 des Sachsenpokals hat der SVL ebenfalls Gäste - und zwar den langjährigen Regionalligisten Budissa Bautzen. "Das ist natürlich ein sehr schöner Abschluss der Vorbereitung und auch eine kleine Belohnung für die Jungs", freut sich der SVL-Coach auf die Partie gegen den Regionalliga-Absteiger, der in der Sachsenliga einen Neuanfang startet.

Und nicht zuletzt eröffnen die Erzgebirger auch in die neue Saison auf eigenem Platz. Am 18. August kommt zum Auftakt der SV Bannewitz. Der Vorjahressechste, der in der alten Saison gegen Meister BSC Freiberg für ein furioses Finale sorgte (4:5), ist gleich eine harte Nuss - aber man werde natürlich gerüstet sein, so Manuel Kluge.

Sommerfahrplan SV Lichtenberg Testspiele: Sa., 15 Uhr: Meeraner SV (H), 28. 7.: SV Grün-Weiß Klaffenbach (H), 3. 8.: SG Motor Wilsdruff (H); Sachsenpokal, 1. Runde: 10. 8.: FSV Budissa Bautzen (H); Landesklasse 1. Spieltag: 18. 8.: SV Bannewitz (H)

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