Ex-Profis zaubern auf Platz der Einheit

Der VfB Hermsdorf hat zum zweiten Mal den Deutschen Ü-40-Pokal geholt. Die Endrunde in Freiberg brachte ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern des Profifußballs.

Freiberg.

Bauch hat es bei der Endrunde des Deutschen Ü-40-Pokal in Freiberg kaum zu sehen gegeben. Und selbst wenn, bewiesen die älteren Fußball-Herren von Bayer 04 Leverkusen, VfB Hermsdorf, SC Paderborn und SG Hoechst, dass sie die schwindenden läuferischen Qualitäten durch nicht verlernte Technik wettmachen können. "Das ist noch ein sehr hohes Niveau, was uns hier geboten wird", schwärmt BSC-Geschäftsführer Maik Uhlig von der Endrunde des zum zweiten ausgetragenen nationalen Wettbewerbs für Kicker der Altersklasse Ü 40.

Dass viele bekannte Namen aus vergangenen Bundesliga-Zeiten in Freiberg auftauchten, kam durch den früheren Bundesliga-Schiedsrichter Bernd Heynemann und den Neurologen Peter Themann zustande. "Wir haben uns bei einem Benefizspiel in Berlin kennengelernt und ich habe vorgeschlagen, dass Freiberg ein idealer Platz für die Austragung eines solchen Turnieres ist", erklärt Themann, der Ärztlicher Direktor der Hetzdorfer Rehaklinik ist und in Freiberg sesshaft wurde.

Auch Wolfsburg und Leverkusen waren als Austragungsorte im Gespräch, aber Freiberg hatte den Turnierveranstalter Helmut Wagner am Ende überzeugt. "Wir planen außerdem, im kommenden Jahr ein nationales Turnier für die Nationalmannschaften der Berufe in Freiberg zu organisieren", verrät Wagner. Dann sollen Winzer, Köche, Ärzte, Autoren und auch die Neurologen um Peter Themann dort die Fußballschuhe schnüren.

Vorerst spielten aber die Ex-Profis in Freiberg ihren Pokalsieger aus. "Diskutieren und Meckern können sie auch im höheren Alter noch", sagt Heynemann, der das erste Halbfinale und das Finale pfiff. Aber das zeige, "dass es den Spielern um etwas geht und kein Team nur zum Rumgurken angereist ist." Das erste Halbfinale gewann Titelverteidiger VfB Hermsdorf mit 3:0 gegen die SG Hoechst. Im zweiten Spiel setzten sich die Leverkusener um Bernd Schneider gegen Paderborn mit 1:0 durch. Der 81-fache Nationalspieler agierte bei Bayer als "falsche Neun", "wobei es früher einfach offensives Mittelfeld genannt worden wäre", so Schneider schmunzelnd. Egal auf welcher Position -- er weiß wo das Tor steht und mutierte sogar noch zum Kopfballungeheuer. "Solche Tore sind schon etwas Besonderes für mich, da ich in meiner ganzen Karriere erst drei Kopfballtore erzielt habe", so der gebürtige Jenaer.

Auch wenn, der Spaß im Vordergrund steht, nimmt der 45-Jährige solche Turniere ernst. "Als aktiver Sportler hat man immer den Ehrgeiz zu gewinnen, egal wo man spielt. Auch wenn die Spritzigkeit im Alter etwas verloren geht, will man das Beste rausholen."

Dies bewies auch der frühere Bundesliga-Spieler René Rydlewicz, der nach einem 30-m-Sprint an der Außenlinie für Schneider auflegte. "So einen Lauf kann ich aber nur einmal im Spiel abrufen", zeigte sich der 45-jährige erleichtert darüber, nur zweimal 25 Minuten gespielt wurden. Aktuell hält sich Rydlewicz beim Alt-Herren-Team des SG Sielow fit und geht zwei- bis dreimal die Woche laufen. In Freiberg war er noch nie, "aber ich weiß, dass es eine bekannte Universitätsstadt ist".

Im Finale reichte die Puste aber nicht mehr. Der VfB Hermsdorf aus Berlin bezwang das Bayer-Traditionsteam 2:0. Platz 3 sicherte sich Paderborn gegen die SG Hoechst (2:1). "Wir haben in Zusammenarbeit mit der Stadt Freiberg ein schönes Event auf die Beine gestellt", resümiert Uhlig. Der BSC werde sich bemühen, die Endrunde im nächsten Jahr wieder nach Freiberg zu holen. "Dann haben wir auch mehr Zeit, um für die Veranstaltung zu werben." Und er habe die Chance, sein diesmal vergessenes Panini-Album noch unterschreiben zu lassen.


"Eine kleine Sensation"

Maik Uhlig ist Geschäftsführer des BSC Freiberg und war am Finaltag des Deutschen Ü-40- Pokals als Mitveranstalter auf dem Platz der Einheit.

Freie Presse: Welche Aufgaben hatte der BSC Freiberg bei dieser Veranstaltung?

Maik Uhlig: Im Vordergrund steht natürlich, dass die Aktiven ein schönes Turnier spielen können. Wir sorgen für Catering, Ordner, die Versorgung der Mannschaften und die Betreuung der Schiedsrichter.

Können Sie mit der Zuschauerresonanz zufrieden sein?

Natürlich nicht. Die, die da sind, haben einen tollen Tag erlebt. Leider sind es nur knapp 50 Zuschauer. Wir haben erst vor eineinhalb Wochen mitgeteilt bekommen, dass das Turnier in Freiberg stattfindet, und so blieb nicht mehr viel Zeit, die Werbetrommel zu rühren.

Werden Sie nach dem Finale selbst noch zum Autogrammjäger?

Das weiß ich noch nicht, aber es ist definitiv eine , dass so große Namen des Fußballs in Freiberg auflaufen. Mit Bernd Heynemann und Bernd Schneider werde ich bestimmt noch etwas quatschen.

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