Fachmann an der Lostrommel

Wenn am Sonntag die Drittrunden-Spiele im Fußball-Kreispokal angepfiffen werden, steht Staffelleiter Haiko Stäbler selbst an der Linie. Er rechnet auch diesmal mit einigen Überraschungen.

Rochlitz.

Aus dem Westfalenstadion an die Reichskrone: Am Mittwochabend hat Haiko Stäbler in Dortmund beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Argentinien gesessen, am Sonntag steht er in der 2. Runde des Kreispokals in Altmittweida an der Linie. "In Westfalen habe ich Bekannte besucht, am Sonntag bin ich Linienrichter beim Pokalspiel zwischen Altmittweida und dem TSV Flöha", sagt der 50-Jährige, der beim Kreisverband Fußball (KVF) für das Pokalgeschehen im Kreis zuständig ist. Außerdem ist er Fußball-Abteilungsleiter bei Motor Rochlitz und sitzt im Rochlitzer Stadtrat.

"Der Pokal hat nicht nur seine eigenen Gesetze, sondern auch für die Teams aus den unteren Ligen einen besonderen Reiz", sagt er. "Die Mittelsachsenligisten nutzen die ersten Runden meist als Testspiele und schauen, wie weit sie kommen." Auch in der Runde am Sonntag könnte es wieder Überraschungen geben, so der Funktionär. "In der Rochlitzer Region zieht das Ortsderby zwischen Rotation Göritzhain und Fortschritt Lunzenau sicherlich viele Zuschauer an. Zudem könnte die zweite Mannschaft von Flöha den TSV Falkenau ärgern."

Stäbler ist beim KVF der Mann für viele Aufgaben. Er ist nicht nur Staffelleiter für die Mittelsachsenliga und den Kreispokal bei den Männern, sondern auch Schiedsrichter und Vorsitzender des Spielausschusses. "Das ist viel Arbeit im Hintergrund", sagt der Rochlitzer. "Da muss ich oft prüfen, ob Formulare richtig ausgefüllt oder erstellt worden sind." Seit 32 Jahren ist er als Funktionär tätig. Beim KVF fehlt ihm nur noch der Posten des Präsidenten, der demnächst ja frei wird. Doch Stäbler wiegelt ab: "Auch wenn Andreas Schramm für eine weitere Wahlperiode nicht mehr kandidiert - ich werde mich dafür nicht bewerben."

Der Handelskaufmann, der in einem Unternehmen in Limbach-Oberfrohna arbeitet, war früher selbst aktiv. "Ich habe bei Motor Rochlitz und später beim VfA Rochlitzer Berg auf dem Kleinfeld gespielt." Zudem war er Trainer und betreute unter anderem die Kreisauswahl des damaligen Verbandes Rochlitz/Geithain. Durch die vielen Jahrzehnte im Fußball sieht er auch Veränderungen. "Ich finde, dass die Mittelsachsenliga im Vergleich zu anderen Kreisoberligen in Sachsen schwächer geworden ist", sagt Stäbler. Die nachlassende Qualität habe viele Gründe, unter anderem die Mentalität der Spieler, so der Funktionär, der mit dem 1. FC Köln und Carl-Zeiss Jena sympathisiert.

Der Kreispokal werde aber immer Bestandteil der Fußballsaison bleiben. "Einige Teams melden zwar seit Jahren nicht dafür, aber beliebt ist er allemal." Bis 2012 gab es über wenige Jahre sogar zwei Pokal-Wettbewerbe in Mittelsachsen. Neben dem Kreispokal spielten die Teams der Kreisklasse den Liga-Pokal aus.

Nach den Spielen am Sonntag will Stäbler zeitnah die 3. Runde auslosen. "Sie wird bereits Mitte November ausgespielt." Dann benötigt er nur noch eine seiner zwei Salatschüsseln, die als Lostrommeln dienen. "Bis zur 2. Runde haben wir regional gelost, für die dritte werfen wir alle Teams in eine Schüssel." Einzelne Kugeln hat Stäbler nicht für die Lose, sondern alte Filmdosen. "Die hat mir unser ehemaliger Kollege Joachim Eichler überlassen."

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