Fehlende Sätze führen zu fehlenden Worten

Kegeln, 1. Bezirksklasse: 0:8 von Rochlitz II gegen Sachsenring annulliert

Rochlitz.

Ordnung muss sein. Sowohl auf der Kegelbahn, als auch im Amateursport. Und deshalb erst recht in der 1. Kegel-Bezirksklasse, die nun als Bühne für ein Stück dient, bei dem neutralen Betrachtern ein wenig die Worte fehlen. In den Hauptrollen finden sich - teils widerwillig - die Männermannschaften des KSV Sachsenring Hohenstein-Ernstthal, des BSC Motor Rochlitz II und des TSV Geyer wieder. Inhaltlich dreht sich das Schauspiel um eine Partie des 2. Spieltags vom 20. September.

Im ersten Akt schien alles eine klare Angelegenheit. Spannungsaufbau? Fehlanzeige. Zu souverän war der 8:0 (3136:2852)-Erfolg der Hohenstein-Ernstthaler auf den Bahnen des BSC Motor Rochlitz II gewesen. Dass es im Kegelcenter Rainbow zu technischen Problemen kam - geschenkt. Die Gaststätte wollte die Bahnen nach der Partie für den regulären Betrieb nutzen, und so einigten sich die Mannschaftsleiter Werner Hofmann (Rochlitz) und Marco Schubert (Hohenstein-Ernstthal) darauf, fehlende Satzergebnisse auf dem Spielbericht offen zu lassen und später nachzutragen. So weit, so nett für die wartenden Gäste des Kegelcenters. Doch so schlecht bezogen auf die eigenen Regelungen, wie beide Teams noch erfahren sollten.

Denn kurz darauf begann der zweite Akt. Auftritt TSV Geyer. Die Erzgebirger störten sich am schlechten Skript zum Spiel und legten Einspruch beim Bezirksrechtsausschuss des Chemnitzer Verbandes ein. "Uns wurde vor der Saison nochmals nahegelegt, dass die Spielberichtsbögen vollständig und ordentlich ausgefüllt werden müssen. Das war hier nicht der Fall, deswegen haben wir Einspruch erhoben", sagt TSV-Mannschaftsleiter Felix Nestler.

Übergang zum dritten Akt, der voll im Gange ist. Denn der Rechtsausschuss ließ sich nicht lange bitten, das Spielergebnis zu annullieren, "allerdings ohne uns vorher anzuhören", wie Marco Schubert erklärt. Die Sachlage ist laut dem Ausschuss-Vorsitzenden Thomas Jacobi eindeutig und führt zur unerwünschten Zugabe der Beteiligten. Annullierung des Spiels samt Wiederholung. Als Profiteur würde der Rochlitzer Mannschaftsleiter Werner Hofmann mit seinem Team nie gegen das Urteil vorgehen, beantwortet er eine ausdrückliche Anfrage von "Freie Presse". Doch seine persönliche Meinung ist eine sportliche, zumal er die Hauptschuld des formellen Vergehens bei sich sieht: "Es wäre kein Fair Play, wenn wir dadurch eine zweite Chance bekommen." Um das Ergebnis zu retten, wandten sich Hohenstein-Ernstthaler an eine höhere Instanz. Ein legitimes Mittel, wenn die ursprüngliche Szene im Verdacht steht, päpstlicher als der Papst zu sein. Göttliche Hilfe gibt es zwar nicht, aber der Vorstand des Kreisverbandes könnte das Urteil noch überdenken.

Stand jetzt müsste der KSV - Umweltschutz hin, Corona her - erneut in Rochlitz antreten. Nach den 2:6-Heimniederlagen gegen Brand-Erbisdorf und vom vergangenem Wochenende gegen Blau-Weiß Chemnitz steht Sachsenring noch ohne Zähler da. Die nächste Chance auf Punkte gibt es auswärts. Dann werden die Hohenstein-Ernstthaler sicher viel Wert auf einen korrekten Spielberichtsbogen legen. Und die Gastgeber sowieso. Denn als besondere Abschlusspointe hält der Spielplan für den KSV Sachsenring als nächstes eine Partie mit Zündstoff parat. Gegner am 18. Oktober ist nämlich niemand anderes als der TSV Geyer.

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