Flöhaer Quintett fährt zur WM

Mit vier Fahrern ist Enduro-Altmeister Markus Kehr am Wochenende beim WM-Lauf in Tschechien am Start. Die jungen Piloten des Teams stehen besonders im Fokus.

Flöha.

Auf die Flöhaer Enduropiloten wartet am Wochenende ein absoluter Höhepunkt der Saison. Im tschechischen Uhlírské Janovice, eine Autostunde südöstlich von Prag, wird der vorletzte Lauf der diesjährigen Enduro-Weltmeisterschaft ausgetragen. Das Team der Sherco-Academy aus Flöha wird dabei fast komplett an den Start gehen: Neben Routinier Nick Emmrich zählen auch die drei Junioren Luca Fischeder, Karl Weigelt und Bastian Streit zum Kader. "Leider fällt Louis Richter mit akuten Rückenproblemen aus", sagt Teamchef Marcus Kehr.

Der WM-Lauf sei eine besondere Herausforderung vor allem für die jungen Piloten, erklärt der frühere Serienmeister, weshalb auch ein besonderes Projekt ins Leben gerufen wurde. Der MSC "Rund um Zschopau", bei dem Kehr seit März im Vorstand sitzt, will sich verstärkt in der Nachwuchsarbeit engagieren und gleichzeitig die Werbetrommel für das WM-Finale im Oktober rühren. Daher wurde beschlossen, den sächsischen Junioren bei der Betreuung vor Ort zur Seite zu stehen und ihnen auch finanziell unter die Arme zu greifen. "Sprich, der Verein übernimmt das Startgeld sowie die Kosten für Verpflegung und Unterkunft", sagt Kehr.

Dass diese Maßnahme, von der insgesamt fünf Fahrer profitieren, auf große Gegenliebe stößt, ist natürlich klar. "Ich war im ersten Augenblick total überrascht. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas möglich ist", sagt Bastian Streit. "Das ist eine großartige Sache, die uns Fahrern ungemein hilft. Da kann man gar nicht oft genug danke sagen", strahlt der Erdmannsdorfer, der seinen ersten Wettbewerb im Ausland bestreiten wird. Die dortige Veranstaltung ist aber kein unbeschriebenes Blatt und bekannt für ihr kerniges Gelände. "Ich freue mich sehr darauf, obwohl es sicher schwierig und anstrengend wird", so der 20-Jährige.

Die beiden anderen Junioren des Sherco-Teams haben in Tschechien ein klares Ziel. "Unter die Top Ten wäre ein Traum, die Punkteränge sind realistisch", schätzt der Wolkensteiner Karl Weigelt seine Chancen in der Youth-Kategorie ein, während Luca Fischeder noch ambitionierter ist. "Ein Platz unter den besten Zehn ist das Minimalziel", gibt sich der Geringswalder selbstbewusst. Mit den Plätzen 7 und 8 hat der 20-Jährige beim WM-Lauf in Spanien schon bewiesen, was für ein Potenzial in ihm steckt. Nick Emmrich hingegen hat keine Vorstellung, was Platzierungen betrifft. "Da kann ich die Konkurrenten zu schlecht einschätzen", sagt der Borstendorfer, der im Open-Weltcup antreten wird. "Das ist für mich gut machbar", so der 30-Jährige. Denn bei dieser im WM-Rahmenprogramm ausgetragenen Kategorie müssen nur zwei der üblichen drei Runden pro Tag absolviert werden. "Für mich und meinen Fitnesszustand ist das die beste Lösung", schmunzelt der Familienvater, dessen Prioritäten mittlerweile breiter gefächert sind.

Teamchef Kehr hofft, dass seine Schützlinge beim WM-Lauf vor allem ihren Erfahrungsschatz deutlich erweitern "und wir als Team vielleicht den ein oder anderen Achtungserfolg erzielen können", so der ehemalige WM-Fahrer. Und nicht zuletzt hoffe er, "noch die eine oder andere Idee oder Anregung für unseren kommenden WM-Lauf in Zschopau mitzunehmen".

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...