Fortuna auf dem Prüfstand

Die meisten Fußball-Mittelsachsenligisten haben die Generalprobe nicht verpatzt. Bei den Trainern herrscht vor dem Start am Wochenende aber keineswegs pure Zufriedenheit.

Brand-Erbisdorf/Flöha.

Der SV Fortuna Langenau ist eine Woche vor dem scharfen Start in der Fußball-Mittelsachsenliga auf Herz und Nieren geprüft worden. Als medizinische Fachkraft betätigte sich dabei der SV Blau-Weiß Deutschneudorf (Erzgebirgsliga), der den Fortunen bittere Medizin in Form von drei Gegentoren einschenkte. Dass Langenau mit 1:0 in Führung gegangen war, hatte nur geringen therapeutischen Wert. "Dieser Test war ein echter Gradmesser", sagte Fortuna-Trainer Matthias Zänker.

Teilweise sah er sein Team auf Augenhöhe mit dem Gegner, der ihn mit seiner Spielweise sehr beeindruckte. Allerdings waren die Gäste auch durch eine personelle Entscheidung geschwächt: Da der etatmäßige Torhüter Sebastian Siegel erkrankt war und der zweite Keeper Pierre Schulze im Urlaub weilte, steckte der Coach seinen Torjäger Patrick Thiele zwischen die Posten.

Trotz der Niederlage sieht Zänker seine Truppe gerüstet. Lockerheit holten sich seine Männer im Test gegen Kreisklasse-Vertreter Grün-Weiß Leubsdorf, der mit 14:0 vom Platz geschickt wurde. Mit Phil Reyer (Meniskus-OP) wird aber ein wichtiger Spieler nicht nur am kommenden Wochenende, sondern voraussichtlich in der gesamten Hinrunde ausfallen. "Für mich ist er der kompletteste Spieler der Liga", sagte Zänker. Man werde ihn auf dem Platz sehr vermissen.

Ortsrivale FSV Motor Brand-Erbisdorf ist kurz vor dem Anpfiff der neuen Saison noch nicht richtig in den Startlöchern. "Das war eine wenig berauschende Vorstellung von uns", sagte Trainer Steffen Teichert nach dem 1:1 gegen den Zuger SV. Der Aufsteiger in die Mittelsachsenklasse führte sogar bis kurz vor Schluss, ehe Pierre Schulz in letzter Minute zumindest der 1:1-Ausgleich gelang. "Spielerisch müssen wir deutlich zulegen", fordert Teichert.

In einem allerletzten Match am Dienstagabend, 18.30 Uhr, will Motor nun gegen die Handballer der HSG Freiberg nochmals Schwung holen. Allerdings muss der Brander Trainer am 1. Spieltag bei Aufsteiger Hainichen auf mehr als eine halbe Mannschaft verzichten: Neben den verletzten Linthe, Hengst, Weihs, Auerswald und Johannes werden auch Kapitän Schulz und Handrik (Urlaub) sowie Lehmann und Hühnel (beruflich) fehlen.

Ebenfalls 1:1 trennte sich der BSC Freiberg II vom Kreisoberligisten Post SV Dresden. Gegen den Achten der Sparkassenoberliga hatte Lennard Schindler mit dem Pausenpfiff die Führung der Gäste ausgeglichen. Die Männer des SV Mulda stellten zumindest unter Beweis, dass sie schon über genügend Luft verfügen: Gegen Kreisligist SV Oberschöna lagen die Schützlinge des neuen Trainers Karsten Stehr bis in die Schlussphase 1:2 zurück, ehe sie das Spiel in die andere Richtung drehten. Florian Buchau gelang dabei innerhalb von nur neun Minuten ein lupenreiner Hattrick (70., 75., 78.), Lukas Erler und Luis Schlesier schraubten das Resultat auf 6:2.

Sogar einem 0:2-Rückstand lief der TSV Langhennersdorf gegen den TSV Cossebaude hinterher. Andy Schubert, Toni Neumann und Julian Kindler machten in der Schlussviertelstunde aber noch ein 3:2 daraus. Die Gäste kamen im Vorjahr in der spielstarken Sparkassenoberliga Dresden auf Platz 7 ein.

Mirko Schwoy, der Trainer des TSV Flöha, musste mit seinem Team eine 2:3-Niederlage gegen Eiche Reichenbrand quittieren und sprach von einem "richtigen und erwartet schweren Test". Gespielt wurde nicht auf dem grünen Teppich des Auenstadions, sondern auf dem etwas anspruchsvolleren Geläuf der Jahnhöhe in Flöha-Plaue. "Bis Mitte der ersten Hälfte hätten wir 0:5 hinten liegen können", so Schwoy. Dass der Rückstand nicht höher als 0:2 ausfiel, war TSV-Torhüter Pascal Clauß zu verdanken, der mehrmals hervorragend hielt. "Spielerisch sind noch einige Wünsche offen. Athletisch sieht es aber gut aus", sagte der TSV-Trainer.

Beim Spiel des Oederaner SC gegen den SV Mülsen St. Niclas (6:3) hatten beide Vertretungen zum Tag der offenen Tür eingeladen. "Wir hatten das Geschehen im Griff, auch wenn der Gegner bei unseren Toren tatkräftig mitgeholfen hat", sagte OSC-Trainer Nils Hähner. Die Gegentreffer waren ebenfalls großzügige Geschenke seiner Schützlinge. Kurz vor dem Start sieht Hähner seine Elf noch nicht bei 100 Prozent, blickte dem kommenden Wochenende aber positiv entgegen.

Der TSV Großwaltersdorf/Eppendorf gewann beim TSV Falkenau 8:1und war dabei kaum gefordert. "Es war ein lockeres Spiel und kein Gradmesser", sagte Robert Hohlfeld. Seine Mannschaft müsse noch zulegen, so der Coach des Vizemeisters der Vorsaison.

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