Freiberger entzaubern den Spitzenreiter

Die Kegler der ATSV haben den SV Wernburg mit 7:1 von der Bahn gefegt und den Titelkampf der 2.Bundesliga wieder spannend gemacht. Vor allem aber war es ein großer Schritt zum Klassenerhalt.

Freiberg.

Michael Hahn (Foto) ist zwar ein gestandener Bundesliga-Spieler - gegen Überraschungen jedoch durchaus nicht gefeit: "Das hätte ich wirklich nicht erwartet", gibt der Kapitän der Freiberger Kegler zu. Immerhin hatte sein ATSV-Team am 14. Spieltag der 2. Bundesliga Ost/Mitte Spitzenreiter SV Wernburg mit 7:1 entzaubert und dem souveränen Primus die zweite Saisonniederlage zugefügt. Viel wichtiger aus Freiberger Sicht ist aber, dass der ATSV nun mit 14:14 Punkten erstmals seit dem 4.Spieltag wieder eine ausgeglichene Bilanz aufweist und einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht hat. "Die beiden Punkte waren nicht unbedingt eingeplant", sagt Hahn lächelnd - was den Erfolg umso schöner macht. Nicht zuletzt, weil die Freiberger den Tabellenführer mit einer starken Teamleistung in die Knie zwangen: Fünf der sechs ATSV-Spieler räumten zwischen 565 und 582 Kegel an und hatten am Ende 170 Holz mehr zu Buche stehen als der Primus (3400:3230).

Den Grundstein zum Sieg legten Andreas Göthling (4:0) und Philipp Paulmann (4:0), die hoch konzentriert zu Werke gingen und den Thüringer Startspielern keine Chance ließen. "Dass wir so dominieren, war wirklich nicht zu erwarten", sagt Kapitän Hahn. Das Hinspiel hatte der ATSV 1:7 abgegeben und auch gerade erst beim Vorletzten in Mickten verloren. "Das war aber die richtige Reaktion darauf", freut sich Hahn.

Im zweiten Durchgang musste sich Olaf Lange (530) mit 1:3 Sätzen beugen. Doch Michael Zimmer (569) stellte trotz eines 2:2 den alten Abstand wieder her, da er 35 Kegel mehr als sein Gegner spielte. So führten die Freiberger mit 3:1 und 140 Kegeln plus. Robert Mehlhorn gab dann gegen den besten Wernburger Alexander Conrad zwar die ersten beiden Bahnen ab, drehte jedoch mit zwei starken Serien den Spieß um. Mit 575:567 Kegeln überflügelte er sein Kontrahenten und holte den fünften Mannschaftspunkt für den ATSV. Das letzte Duell des Tages sicherte sich schließlich Freibergs Kapitän Hahn, der sich mit 3:1 und 579 Kegeln durchsetzte.

Unterm Strich stehe ein starker und geschlossener Auftritt, der mit zwei wichtigen Punkten gegen den Abstieg belohnt wurde, so Hahn. Der Klassenerhalt, der nach der Hinrunde (6:12 Punkte) schon in weiter Ferne schien, sei nun "sehr realistisch", so der ATSV-Teamchef. Zumal inzwischen wohl sogar Rang 5 dafür genügen würde, weiß der 36-Jährige. Bei vier ausstehenden Spielen haben die Freiberger vier Punkte Vorsprung auf den Sechsten Ohrdruf (10:16), der am 7. März nach Freiberg muss. "Wenn wir unsere beiden letzten Heimspiele gewinnen, sollte das reichen", so Hahn. Bislang gab es nur eine Heimniederlage gegen Staffelfavorit Markranstädt - der nun dank Freiberger Hilfe wieder auf den Titel der 2. Bundesliga Ost/Mitte hoffen darf. (mit miha)


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.