Freiberger erobert wieder Hawaii

Triathlet Alexander Henker hat erneut den Ironman gemeistert. Damit hat er sich auch einen Lebenstraum erfüllt.

Freiberg.

Inzwischen tritt Alexander Henker schon wieder in die Pedalen oder geht auf die Laufstrecke. Sieben Wochen lang hatte der Triathlet vom TSV 92 Freiberg Rennrad und Laufschuhe aber in die Ecke gestellt. Der Freiberger hatte die Pause auch dringend nötig: Beim legendären Ironman auf Hawaii war der 60-Jährige nach 10:40:39 Stunden Achtbester seiner Altersklasse geworden und hatte sein persönliches Ziel - die Zielankunft vor Sonnenuntergang - geschafft. Zudem war er über die 3,6 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen knapp fünf Minuten schneller als bei seiner ersten Teilnahme auf Hawaii 2011.

Eine stolze Leistung, die aber viel Kraft kostete. "Nach manchen Rennen braucht der Körper einfach mehr Erholung", erklärt Alexander Henker. "Das Wichtigste ist doch, dass man gesund bleibt." Mit dem Start beim legendären Ironman konnte sich der Vorsitzende des Freiberger Triathlonvereins bereits zum zweiten Mal einen Traum erfüllen. Zusammen mit seiner Frau, seinem Bruder und dessen Lebensgefährtin war Henker via Frankfurt auf die berühmte Insel im Pazifik geflogen. "Der Empfang war sehr herzlich, alle bekamen eine Blumenkette als Begrüßungsgeschenk", erzählt er.

Die zehn Tage bis zum Wettkampf nutzten die Sachsen, um den "Aloha-State" zu erkunden. Auch von gewaltigen Regenschauern ließen sie sich die Laune nicht verderben. "Wir haben mit unserem Mietwagen eine extra organisierte Rundfahrt veranstaltet", berichtet der 60-Jährige. Auf dem Programm stand unter anderem die Besichtigung eines 130 Meter hohen Wasserfalls sowie des Hawaii-Volcanoes-Nationalparks, wo sie den heute noch aktiven Vulkan Kilauea bestaunten. Wie schon vor sieben Jahren nutzte Henker auch diesmal die Möglichkeit, an der Pazifikküste zu schnorcheln. "Zwar habe ich diesmal keine Rochen und Schildkröten gesehen, aber viele bunte Fische haben sich wieder umhergetrieben", erzählt der Freiberger schmunzelnd.

Natürlich kam aber auch die Vorbereitung auf den Ironman nicht zu kurz. "Ich bin vor allem häufig Schwimmen gegangen, um mich an die Wellen und das Salzwasser zu gewöhnen", erklärt er. Zudem ging es per Bus zum Wendepunkt der 180Kilometer langen Radstrecke, um die Streckenverhältnisse bis zur Zieleinfahrt zu testen. Nach zehn Tagen war es dann soweit.

"Mit 2500 Startern waren es noch einmal 700 mehr als bei meiner ersten Teilnahme", erzählt Alexander Henker, der auf der Radstrecke mit einigen Problemen zu kämpfen hatte. "Durch das große Teilnehmerfeld war es phasenweise schwer, die zwölf Meter Abstand zu den anderen Fahrern einzuhalten." Erfreulich war jedoch, dass es kaum Wind gab: "Hervorragende Bedingungen", sagt der Freiberger. Mit seiner Durchschnittsgeschwindigkeit von 34 Kilometern pro Stunde war er zufrieden. "Vor sieben Jahren wäre ich mit dem Tempo noch unter die ersten Drei gefahren - aber es haben ja alle von diesen Bedingungen profitiert."

Der abschließende Marathon fiel Henker aufgrund der hohen Temperaturen jedoch deutlich schwerer. Er erreichte aber innerhalb seiner persönlichen Vorgabe die Ziellinie. Erschöpft, aber glücklich nahm er die Medaille, eine Kette und das begehrte Finisher-Shirt entgegen. Nach zwei Tagen Regeneration ging es mit einem fünfstündigen Zwischenstopp in San Francisco zurück nach Deutschland, wo viele Glückwünsche und anerkennende Worte auf den stolzen Triathleten warteten. "Ich habe viele Meldungen über die sozialen Medien erhalten, und jede Menge Freiberger hatten den Wettkampf über das Internet live mitverfolgt", erzählt Henker. Sogar zwei Bundes- und Landtagsabgeordnete haben ihm gratuliert. Seine Bilder und Geschichten will er noch im Freundeskreis sowie in seinem Verein vorstellen.

Als Vorsitzender des TSV 92 Freiberg will Henker zudem den Ausdauersport in der Region weiter fördern. 40Mitglieder zählt der Verein aktuell. "Jeder, der sich für Ausdauersport interessiert, ist herzlich willkommen." Die Teilnahme an Langdistanzen sei ein Abenteuer, "bei dem man seinen Körper kennenlernen und mit Ehrgeiz sowie Disziplin viel erreichen kann".

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