Freiberger hat Hawaii fest im Visier

Triathlet Richard Gootjes startet am Sonntag beim Ironman in Kopenhagen. Die Hochzeitsreise ist gebucht, nun fehlt nur noch das Ticket für die WM.

Freiberg.

Richard Gootjes steht in den Startlöchern für den Ironman Kopenhagen. Am Sonntag will sich der Freiberger Triathlet dort für die legendäre Langdistanz-Weltmeisterschaft auf Hawaii qualifizieren. Hinter dem 25-jährigen Mathematiker liegt monatelanges hartes Training, um seinen Traum zu verwirklichen.

"Ich bin in freudiger Erwartung auf den Wettkampf, das Schlimmste liegt hinter mir", sagt Gootjes. Seit Oktober hat der Niederländer, der seit 24 Jahren in Deutschland lebt und auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, sein Training gezielt ausgebaut und zudem erfolgreich Wettkämpfe bestritten. Bei seinem ersten Start über die Langdistanz (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen) beim Ironman Wales wurde Gootjes in seiner Altersklasse Siebter. In diesem Jahr kam er beim Neuseenman in Gräfenhainichen über die Halbdistanz auf Platz 15. "Ich bin als Vierter vom Rad, hatte aber zu wenig getrunken und habe dann bei mehr als 30Grad beim Laufen Krämpfe bekommen", sagt der 25-Jährige.

Insgesamt ist Gootjes in den vergangenen neun Monaten im Training 385 Kilometer geschwommen, war dabei 130 Stunden im Wasser, hat 260 Stunden auf dem Rad gesessen und ist 1530 Kilometer gelaufen. In der Woche trainiere er zwischen 15 bis 18 Stunden, erzählt der wissenschaftliche Mitarbeiter der Bergakademie. Das erfordere viel inneren Antrieb und gute Trainingskollegen, "die mich motivieren und mithalten", sagt Gootjes. Besonders wichtig seien für ihn dabei Georg Semmler beim Laufen sowie seine Teamkollegen vom Schwimmsportverein Freiberg gewesen. Sie hätten sogar ihre Pläne hinter seinen Trainingsplan zurückgesteckt.

"Es ist nicht immer einfach gewesen, zeitig aufzustehen, um vor der Arbeit noch eine Radeinheit zu absolvieren", erzählt Gootjes. Wichtig für das Ironman-Training sei Konstanz. Das bedeute jeden Tag bis zu drei Einheiten. "Natürlich tut das weh, und ich muss meinen inneren Schweinehund oft überwinden", so der 25-Jährige. Aber das große Ziel, die Qualifikation für die Ironman-WM auf Hawaii, habe ihn ebenso motiviert wie das Gefühl, immer leistungsfähiger zu werden. "Es ist erstaunlich, wozu der Körper im Stande ist, wenn der Kopf es will."

Große Unterstützung erhält der Ausdauersportler von seiner Frau Elisabeth, die er im Juni geheiratet hat. "Ohne sie wäre es schwierig, das das Training im Alltag zu integrieren. Sie schafft mir Freiräume, ist bei den Wettkämpfen vor Ort meine moralische Unterstützung - und nimmt sich nicht zuletzt meiner müden Beine mit einer Massage an", erzählt Richard Gootjes. Auch die Familienbesuche werden mit in den Trainingsplan eingebunden. "Wenn meine Frau mit dem Auto zu ihren oder meinen Eltern fährt, fahre ich oft mit dem Fahrrad hinterher."

In diesem Jahr startet der Freiberger, der vor vier Jahren seinen ersten Triathlon meisterte, in einer neuen Altersklasse. In der AK M 25 bis 29 sei aber auch die Konkurrenz größer geworden. Dennoch hat Richard Gootjes Hawaii fest im Visier. Die Tickets für die Hochzeitsreise sind bereits gebucht. Nun hofft er in Kopenhagen auf das Ticket für die WM.

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