Freiberger liegen auf Bronzekurs

Die Handballer der HSG haben sich gegen Delitzsch zwar mit einem 23:23 begnügen müssen. Dennoch ging es in der Tabelle einen Platz nach oben.

Freiberg.

Fast hätte sich die Handballer der HSG Freiberg die Suppe selbst versalzen. Denn nach dem Oberliga-Heimspiel gegen den NHV Delitzsch hatte Holger Weichelt, bei der HSG unter anderem für den Einsatz und die Weiterbildung der Schiedsrichter zuständig, den Spielern als Belohnung für die Siege gegen Elbflorenz II und Oberlosa ein feuriges Essen versprochen. Dafür hatte der Hobbykoch sechs Kilo Hackfleisch, Zucchini, Mais und Gemüsebrühe zubereitet. Doch 25 Sekunden vor dem Abpfiff lagen die Gastgeber 22:23 hinten, zudem war der Gegner in Ballbesitz. Dann leistete sich Delitzsch aber einen technischen Fehler, die Gastgeber schalteten sofort um, und sieben Sekunden vor dem Abpfiff nutzte Felix Lehmann die allerletzte Möglichkeit, zum 23:23 (12:12)-Endstand.

Damit hatte der künftige Lehrer Weichelts Eintopf noch die richtige Note gegeben, ohne ins Gewürzregal greifen zu müssen. Das Sahnehäubchen wurde aus einer fremden Halle angeliefert: Da der bisherige Tabellendritte HC Burgenland sein Heimspiel gegen die SG Pirna/Heidenau mit 16:20 verlor, rückten die Freiberger im Klassement auf den Bronzeplatz vor (33:15 Punkte).

Medaillenverdächtig war es aber nicht, was die HSG gegen Delitzsch auf das Parkett zauberte. Die Mannschaft von Trainer Jiri Tancos leisteten sich eine Vielzahl von Fehlern, wirkte im Angriff unkonzentriert und hatte durchweg Schwierigkeiten, sich den kampfstarken Gegner vom Hals zu halten. Die Gäste führten Mitte der 1. Halbzeit 9:7, mit einem 12:12 ging es in die Kabine.

Vielleicht zog den HSG-Spielern in der Halbzeitpause schon der Duft der mediterranen Speise in die Nase. Jedenfalls führten sie nach Wiederanpfiff durch Lehmann und Nico Werner, der mit sieben Treffern erfolgreichster HSG-Werfer war, 14:12. Doch Delitzsch dachte nicht daran, den Hausherren "Guten Appetit" zu wünschen (19:19/44.). Auch eine 22:20-Führung der HSG hatte keinen Bestand. Vielmehr zog Concordia 23:22 in Front (55.), ehe in letzter Minute noch ein Remis gelang.

Dass eine wenig überzeugende Freiberger Mannschaft diesen einen Punkt mitnehmen konnte, hatte sie insbesondere Torwart Gerd Vogel zu verdanken. Er entschärfte reihenweise die Bälle und bügelte somit oft aus, was seine Vorderleute im Angriff versiebten. Zu den ersten Gratulanten nach dem Abpfiff zählte sein Sohn Noah. "Er war heute das erste Mal bei einem Punktspiel und wollte sehen, was der Papa in der Sporthalle so anstellt", lachte Vogel. Am Ende sei es ein gewonnener und kein verlorener Punkt. "Ich habe in der letzten Auszeit kurz vor dem Abpfiff gesagt, dass noch nichts vorbei ist und wir bis zur letzten Sekunde kämpfen müssen", sagte der HSG-Keeper. Dennoch wusste der 36-Jährige, dass gegen Delitzsch längst nicht alles rund lief. "Eigentlich haben wir einen starken Rückraum. Aber der hat heute nicht wie gewohnt funktioniert." Gerade in der 2. Halbzeit habe man in der Offensive nicht die notwendige Leistung abrufen können, so der langjährige zuverlässige Torwart.

Zwei Spiele vor Saisonende hat Freiberg nun aus eigener Kraft die Chance, die Serie auf dem Podest abzuschließen. Dafür müssen jetzt alle Reserven mobilisiert werden. Mit dem Eintopf von Holger Weichelt wurde schon mal eine ordentliche Grundlage dafür gelegt.

Statistik HSG Freiberg: Vogel, Hensel - Lehmann (2), Schettler, Neumann (2), Jahn, Richter (4), Matschos (2), Harvan, Gelnar (4), Tieken, N. Werner (7), Mojzis (2) Siebenmeter: HSG 2/1, NHV 2/2 - Strafminuten: HSG 6, NHV 6 min - Schiedsrichter: Majstrak/Reimann (Magdeburg) - Zu.: 600

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