Freiberger springt zu Silber

Mittelsachsens Leichtathleten haben auch bei den Hallen-Landesmeisterschaften für Furore gesorgt. Allen voran ein 17-jähriger Weitspringer.

Freiberg.

Sandra Meyer hat wieder einmal allen Grund, stolz zu sein. Nachdem die erfolgreichen Leichtathleten ihres Freiberger Polizeisportvereins im neuen Jahr bereits bei den Regionalmeisterschaften auf Medaillenjagd gegangen sind, holten sie nun auch bei den Landesmeisterschaften, die am Wochenende in Chemnitz stattfanden, Edel-metall. "Ich ziehe den Hut, was un-sere Aktiven, vor allem aber auch die ehrenamtlichen Trainer und Übungsleiter seit Jahren leisten", sagt die 41-jährige FPSV-Chefin.

Die kleine Gruppe ihres Vereins, die im Sportforum an den Start ging, habe erneut mit "super Einzelleistungen" aufgewartet, sei aber auch als Team aufgetreten, lobt Sandra Meyer, die seit zwei Jahren an der Spitze des etwas mehr als 100 Mitglieder zählenden Leichtathletikvereins steht. Allen voran sorgte ein junger Weitspringer für Furore: Der 17-jährige Sebastian Niendorf legte in Chemnitz einen Silbersatz hin - 6,54 Meter bedeuteten Platz 2 in der Männerkonkurrenz. Vincent Vogel vom LAC Chemnitz konnte er zwar nicht gefährden, aber den Dritten, Moritz Wagner (SG Weißig), verwies der Freiberger mit fast einem halben Meter Abstand auf Rang 3.

"Ein toller Satz und eine Riesenüberraschung", jubelte FPSV-Trainerin Carola Anschütz. Sebastian habe seine persönliche Bestleistung um 25 Zentimeter gesteigert und zudem die Norm für die Mitteldeutschen Meisterschaften, die am 2. Februar in Erfurt stattfinden erfüllt, freute sich Übungsleiter Fred Zimmermann, der die Freiberger Sportler an beiden Wettkampftagen betreute.

Auch Samira Beyer und Lena Spinde (beide U 18) konnten sich bei den Titelkämpfen, die mit Max Heß, David Storl, Christina Schwanitz, Kristin Gierisch oder Jenny Elbe auch etliche sächsische Top-Athleten am Start sahen, gut in Szene setzen. Samira Beyer lief die 200 Meter in persönlicher Bestzeit (26,93 s) und wurde Sechste, ebenso wie Lena Spinde im Kugelstoßen (11,10 m). Kasja Wolf (U 18) kam im Speerwerfen mit 31,40 m auf Platz 7.

Sogar einen Titel gab es für den TVL Freiberg: Die Frauen-Staffel mit Pauline Winkler, Jennifer Ihl, Jessica Thiel und Sophie Bachmann sprintete über 4 x 200 Meter zu Gold. Die vier jungen TVL-Damen waren aber das einzige Team, das in dieser Disziplin auf die Bahn ging: Die sächsischen Leistungszentren Chemnitz, Leipzig und Dresden hätten es durchweg nicht geschafft, vier Sprinterinnen auf die Beine zu stellen, so TVL-Trainer Sylvio Christ. "Das ist ein Armutszeugnis." An der Leistung seines Teams gebe es aber keine Abstriche, so Christ. "Die Mädels sind eine gute Zeit gelaufen." 1:52,26 Minuten standen zu Buche.

Mit Bronze im Hochsprung der U20 steuerte Pauline Winkler eine zweite Medaille für den TVL bei. Jennifer Ihl lief über 60 m in 8,13 s auf Rang 10, 5,11m im Weitsprung bedeuteten Platz 7. Jessica Thiel sprintete über die 60 m in 8,64 s und die 200 m in 28,11 s (10.). Sarah Storch stellte sich der Konkurrenz über 60m Hürden und wurde in 10,23 s Fünfte. Alexander Grobitzsch (U 16) belegte im Diskuswurf seiner Altersklasse mit 20,88 m den 9. Platz.

Innerhalb der sächsischen Meisterschaften wurden auch die Staffelmeisterschaften der AK U14 ausgetragen. Die Startgemeinschaft Freiberg/Brand-Erbisdorf stellte dabei jeweils zwei Staffeln über 4 x 100 und 3x800 Meter, "und es hat sich vollauf gelohnt", freute sich Jens Schlegel, der Trainer der Brand-Erbisdorfer Leichtathleten. Denn die erste Sprintstaffel, die in der Besetzung Isabell Wenzel, Josefine Stange (beide SSV 91 Brand-Erbisdorf), Sarah Tilch (TVL Freiberg) und Jessica Lehmann (Freiberger PSV) an den Start ging, lief in starken 55,42 Sekunden zur Bronzemedaille. "Ein toller Erfolg", strahlte Schlegel. Zwar seien die siegreichen Mädchen des Dresdner SC und die Staffel des LAC Chemnitz nicht zu gefährden gewesen. "Aber immerhin haben wir Staffeln wie die DHfK Leipzig oder die Startgemeinschaft Erzgebirge hinter uns gelassen", so der Trainer stolz.

Die zweite Staffel mit Chantal Grimmer, Sissy Trommler, Nelly Herold (alle SSV 91) und Anna Selcuktekin (FPSV) lief in 57,23 s auf Platz 8 unter zwölf Teams. Im Wettbewerb über die 3 x 800 Meter kamen Sissy Trommler, Josefine Stange und Nelly Herold in 8:28,84 min auf Rang 6, Isabell Wenzel, Suki Pfeiffer und Anne Selcuktekin belegten Platz 12 (9:03,64). Schlegel konnte dabei personell aus dem Vollen schöpfen. "Andere Vereine wären froh, wenn sie vier Läuferinnen aufbieten könnten, bei uns müssen sogar einige Mädels zu Hause bleiben", sagte der Brander Trainer und schmunzelte. "Wir haben fast schon ein Luxusproblem." (mit fac/syc/sj)

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