Geringswalder erwirbt höchste Lizenz

Christian Heidrich darf internationale Wettkämpfe im Taekwondo als Kampfrichter bewerten. Der Träger des fünften Dan geht seinen Weg konsequent.

Geringswalde.

Wenn das nichts ist: Seit kurzem hat der Geringswalder Taekwondosportler Christian Heidrich die Lizenz zum internationalen Kampfrichter in der Tasche - die höchste Lizenzstufe überhaupt. "Schon ungewöhnlich, da ich aus einer so kleinen Stadt und einer zahlenmäßig recht überschaubaren Zweigschule komme", kommentiert der 29-Jährige bescheiden.

Dass Taekwondo neben der eigentlichen sportlich-körperlichen Herausforderung von der asiatischen Lebensphilosophie durchdrungen ist, gibt Trainer René Vanca von der Zweigschule des Chemnitzer TC seinen Schützlingen von Beginn an mit. "Und Christian hat das 'Do' als den geistigen Weg im Leben in einer Weise verinnerlicht, die mich stolz macht." Ganz nebenbei profitieren die Geringswalder von Heidrichs Wissensstand, wenn es um das fast 60 Seiten umfassende internationale Regelwerk geht. Regelveränderungen oder etwa bestimmte Kicktechniken, die besonders viele Punkte bringen, kommen bei einem internationalen Kampfrichter naturgemäß eher an, verschaffen der Zweigschule im Idealfall einen Vorsprung.

Der Erfolg, den Heidrich verzeichnen konnte, kommt nicht von ungefähr. In die Ausbildung zum Kampfrichter stieg er mit 15 Jahren ein, arbeitete sich sukzessive von der Landes- auf Bundesebene hoch. Und aus dem Lehrgang in Kroatiens Hauptstadt Zagreb im Juni konnte der Geringswalder viel mitnehmen. So habe der koreanische Kampfrichter-Obmann des Weltverbandes nicht nur Novellierungen im Regelwerk vermittelt, sondern auch den Hintergrund für diese Entscheidungen erläutert. Bei Wettkämpfen muss Heidrich am Rand der Wettkampffläche die Regularien sofort abrufen können. "Denn ich kann nicht während des Wettkampfes ewig sinnieren, wie welcher Treffer zu werten ist." Zwar erfolgt im Taekwondo die Punktevergabe weitestgehend elektronisch. Doch in erster Linie sei er als Kampfleiter gefragt: "Was gibt wie viele Punkte, was habe ich abzustrafen, und was ist zu tun, wenn die Gesundheit der Sportler gefährdet ist."

Prinzipiell steht Christian Heidrich auch eine Nominierung für Olympische Spiele offen, auch wenn er dafür zunächst noch einige Jahre lang Erfahrung auf der internationalen Ebene sammeln muss. Und nicht zuletzt hat der Diplomphysiker mit seiner in Kürze anstehenden Promotion auch beruflich ein anspruchsvolles Ziel vor Augen.

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