Germania nimmt genau Maß

Germania Mittweida hat die erste Hürde im Fußball-Sachsenpokal locker übersprungen. Kreispokalsieger Oederan bekam gestern ein halbes Dutzend Tore verpasst.

Mittweida.

"Gutes Spiel" - so begrüßte Uwe Schneider, der Trainer des SV Germania Mittweida, gestern Nachmittag seinen Oederaner Kollegen Steffen Günther. Am Ende wurde es das vor allem für die Gäste aus Mittweida: Mit 6:0 (2:0) setzte sich der Landesliga-Aufsteiger in der 1.Runde des Sachsenpokals beim Oederaner SC durch und wurde seiner Favoritenrolle beim Kreisoberligisten vollauf gerecht.

"Das war heute eine Willenschulung", sagte Schneider. Der Gegner habe sich bei schwierigen Platzverhältnissen lange dagegengestemmt, "aber wir haben nicht locker gelassen", so der Germania-Trainer. Trotz der klaren Führung hielt Schneiders Team Tempo und Konzentration hoch und baute das Resultat kontinuierlich aus. "Die Mannschaft hat sehr seriös gespielt", lobte der erfahrene Übungsleiter.

In der 1. Halbzeit hatten die Gäste allerdings etwas Mühe, sich auf die nicht einfachen Platzverhältnisse (knochentrockener, holpriger Rasen) einzustellen. Dennoch übernahm der Favorit sofort das Zepter und versuchte die Oederaner mit weiten Bällen hinter die Abwehr unter Druck zu setzen - ein probates Mittel bei diesen Bedingungen. Schon nach zwei Minuten lag der Ball das erste Mal im Oederaner Netz: Germania-Kapitän Silvio Grötzsch stand aber im Abseits.

Die Gastgeber liefen Germania erst ab der Mittellinie an und standen in der 1. Halbzeit defensiv durchaus gut. Für Entlastung konnte der Kreispokalsieger allerdings kaum sorgen. Und so häuften sich die Chancen der Gäste. In der 21. Minute war erneut Grötzsch zur Stelle - und diesmal zählte der Treffer: Nach Traumpass von Christoph Antal nahm der 34-Jährige den Ball mit der Brust mit und ließ OSC-Keeper Thomas aus Nahdistanz keine Chance. Zwei Minuten später hatte Hannes Ryssel keine Mühe, den Ball über die Linie zu drücken, nachdem ein Kopfball von Markus Pietsch an die Latte klatschte - 0:2 (23.).

Das war bereits eine Vorentscheidung in dieser Partie. Der Sachsenligist kontrollierte nun Ball und Gegner, auch wenn sich die Oederaner mit viel Einsatz gegen die Angriffe der Germania stemmten. Felix Ebert hatte das 3:0 auf dem Fuß, scheiterte aber am stark reagierenden Thomas. "Das Normale ist eingetreten", sagte Matthias Kaden, der Ehrenratsvorsitzende des OSC, zur Pause. Germania wollte schnell vorlegen und habe dann einen Gang zurückgesteckt. "Aber wir haben uns gut verkauft."

Nach dem Seitenwechsel passierte zunächst nicht viel. Mittweida verwaltete den Vorsprung, der OSC schien nochmals Kräfte sammeln zu wollen. Bei einem blitzsauberen Konter über die Spitzen Böttcher und Tschentscher zwang letzterer Gästekeeper Nico Kaiser zu seiner ersten Parade. "Schade, ein Ehrentor hätten wir sicher verdient gehabt", sagte OSC-Trainer Günther.

Aber der Favorit aus Mittweida ließ bei hochsommerlichen Temperaturen nichts anbrennen. Germania zog das Tempo wieder an, und nach einer Stunde sorgte Ebert, der Thomas mit einem Flachschuss keine Chance ließ, mit dem 3:0 für die endgültige Entscheidung.

"Wir haben gewusst, dass es bei Oederan auch eine Kraftfrage wird", sagte Germania-Kapitän Silvio Grötzsch. "Wir haben die Ruhe behalten und das sehr souverän gelöst." Grötzsch durfte dabei nach getaner Arbeit vorzeitig vom Feld, auch weil der Torjäger etwas angeschlagen war. Die eingewechselten Tommy Wilsdorf und Toni Hahn besorgten im Duett das 4:0 für die Mittweidaer (74.). Die Gäste kompensierten auch das Aus von Philipp Rauthe, der nach einem Zusammenprall vom Feld musste. In Unterzahl - Germania hatte schon dreimal gewechselt - nahm Christoph Antal noch zweimal Maß. Der Mittelfeldakteur, der zu den auffälligsten Spielern auf dem Platz gehörte, machte mit zwei schönen Fernschüssen das halbe Dutzend voll. Alles in allem eine gelungene Generalprobe - auch wenn der Gegner zur Premiere in der Sachsenliga nächste Woche ein anderes Kaliber hat: Der heißt dann Stahl Riesa.

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